Festungsartillerie  —  Festungskrieg  (Geschichtliches).

Mosel  bis  zum  Jura,  z  orts  mit  50—60
und  solchen  von  80—100  Geschützen  übergegangene
  die  eine  Infanteriebesatzung  von

—  2000  Mann  erhalten.  Diese  Lerss
sind  zusammen  mit  etwa  800  Geschützen
ausgerüstet  und  erfordern  18,000  Mann
Infauterie  zur  Besatzung.

Festungbartillerie  wird  sowohl  das
zum  Gebrauch  in  den  Festungen  bestimmte
Geschützmaterial  wie  das  zu  seiner  Bedienung
  erforderliche  Personal  genannt;  zu
den  kasurnen  gehören  alle  gebräuchlichen
  Kaliber  mit  Ausnahme  der
schweren  Küstengeschütze,  die,  weil  sie  Rahmengeschütze
  sind,  sich  nicht  zum  Kampf
auswechselnden  Stellungen  eignen;  s.  Gechütze.

  Das  Personal  der  F.  besteht  aus
ußartillerie.  Früher  rechnete  man  die
älfte  der  Bedienungsmannschaft  Artillerie
  und  deckte  die  andre  Hälfte  aus  der  Insfanterie.
  Da  die  Bedienung  der  gezogenen
Geschütze  aber  ein  langwieriges  Einüben
erfordert,  so  werden  jetzt  für  jedes  Geschütz
der  F.  7  Mann,  für  die  Gesamtzahl  ½0
Unteroffiziere  berechnet.
estungefront,  s.  Front.
estungsgeschütz,  s.  Geschütze  und
Laffeten.

Festungshaft,  die  mildeste  wegen  Vergehen
  und  Verbrechen,  die  keinen  Mangel
an  ehrliebender  Gesinnung  verraten,  zu
verhängende  Strafe,  welche  in  Freiheitsentziehung
  mit  Beaussichtigung  der  Beschästigung
  und  Lebensweie  der  Gefangenen
  besteht,  in  Festungen  oder  andern
dazu  bestimmten  Räumen  vollzogen  und
ohne  Rücksicht  auf  die  Charge  der  zu  Verurteilenden
  ausgesprochen  wird.

Festungskrieg  umfaßt  die  Kämpfe,
welche  zum  Zweck  des  Angr  iffs  und  der
Verteidi  Zung  von  Festungen  geführt
werden.  Solange  man  in  der  Festung
noch  keine  Geschütze  verwendete,  fuhr  der
Angreifer  nahe  vor  der  Mauer  seine  Geschütze
  auf,  demolierte  ein  Stück  derselben
und  stürmte  durch  die  Offnung  den  Platz.
Als  aber  auf  dem  Wall  auch  Geschütze
standen,  war  man  zu  gedeckten  Aufstellungen
  gezwungen.  Um  1450  warf  man  zu
diesem  Zweck  schon  einen  Laufgraken
auf  und  stellte  bald  darauf  die  Geschütze
450—600  m  ber  Kurtine  gegenüber  hin-123



ter  einer  Brustwehr  auf.  Diese  Generalbatterie
  von  20—40  und  mehr  Geschützen
  war  Demontier=  und  dann  Breschbatterie.
  Als  später  die  Bastione  sich  auch
an  der  Verteidigung  beteiligten,  erhielt
die  Generalbatterie  zu  deren  Bekämpfung
zwei  krügebogene  Flügel.  Um  Mitte
des  17.  Jahrh.  zerlegte  man  diese  große
Generalbatterie  in  mehrere  kleinere  Batterien,
  baute  Enfilierbatterien  auf  den
Nüeln  des  Angriffs  und  speter  auf  dem

lacis  als  zweite  Batterien  die  Kontreund
  Breschbatterien.  Der  ausherehute
Gebrauch,  den  man  um  diese  Zeit  von
Mörsern  machte,  weil  es  an  Deckungen
fehlte  (1676  warfen  41  Mörser  nach  Stettin
  hinein  etwa  30,000  Bomben),  war  Veranlassung,
  diese  Angriffsweise  „Bombardement-
  zu  nennen.  Der  Sappen=  und
Minenbau,  sowohl  Angriffs=  wie  Verteidigungs-(Kontre-)
  Minen,  hatte  sich
schon  um  Mitte  des  16.  Jahrh.  sehr  entwickelt;
  man  baute  Traversen=  und  Würfelsappe.


Als  Vauban  um  Mitte  des  17.
Jahrh.  auftrat,  sand  er  zwar  die  Ausänge
der  Parallelen  vor,  aber  einen  Artillerieangriff
  ohne  jedes  System;  man  schoß
eben  ohne  Plan  in  die  Festung  hinein.
Erhatte  Gelegenheit,  beiden  53  Belagerungen,
  die  er  leitete,  hierfür  ein  fest  geordnetes
  System  auszubilden,  das  bis  in  die
neueste  Zeit  das  herrschende  blieb.  Die
Belagerung  wurde  mit  der  Einschließung
des  Platzes  durch  Kavalleriekorps  (die
Berennung)  eingeleitet,  dann  wurden
zur  Verteidigung  segen  Entsatzkorps
Cirkumvallationslinien,  gegen  die
Ausfälle  Kontravallationslinien,
sodann  auf  etwa  575  m  von  der  Festung
die  erste  Parallele  zur  Zurückweisung
der  Ausfälle,  Verbindung  der  getreunten
Approchenzüge  und  Aulegung  der  Rikoschettbatterien
  erbaut;z  auf  halber  Eutfernung,
  also  220—  275  m,  wurde  dann
die  zweite  Parallele  zu  gleichem  Zweck,
aber  zur  Aufnahme  von  Demontierbatterieu
  angelegt;  die  dritte  Parallele,  etwa
30—45  m  von  der  Glaciskrete,  also  am

uß  des  Glacis,  ansgeworfen,  diente  zur
lusstellung  von  Mörsern;  das  Couronnement
  oder  die  Krönung  des  Glacis