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bildete  die  letzte  Infanterieposition  und
nahm  Bresch=  und  Kontrebaiterien  auf.
Alle  Batterien  wurden  nicht  mehr  grhößt
gebaut,  wie  früher,  die  für  Mörser  als
versenkte  angelegt,  und  jede  nahm  5—8
Geschütze  auf.  Die  Rikoschettbatterien  hatten
  sowohl  die  Wallgänge  wie  den  gedeckten
  Weg  zu  flankieren,  waren  meist
mit  5—10  Kanonen  (24-Pfünder)  besetzt
  und  lagen  mit  ihrer  Flucht  senkrecht
  auf  der  Verlängerung  der  zu  rikoschettierenden
  Linie,  die  Demontierbatterien
  dieser  parallel,  ihnen  senkrecht  gegenüber.
  Von  den  Breschbatterien  führte  der
durch  den  Mineur  angelegte  Grabenniedergang
  (Descente)  durch  die  Kontreeskarpe
  in  den  Graben.  Die  Verteidigung
der  Festungen  blieb,  der  vorzüglichen
Durchbildung  des  Angriffs  gegenüber,
sehr  im  Rückstand.  Bauban  sagte,  die
Verteidigung  habe  als  Hauptaufgabe  die
Abwehr  des  Sturms.  Ausfälle,  namentlich
  die  kleinen,  hielt  er  nicht  für  nützlich
und  wollte  nur  einen  großen  Ausfall
egen  die  Krönung  der  Glacis  haben.
llière  betonte  das  überraschende  Auftreten
  der  Geschütze  an  stets  neuen  Punkten
  und  erfand  eine  hohe  (Rahmen-)  Laffete,
  die  das  Einschneiden  der  Scharten  entbehrlich
  machte.  Auch  bis  in  die  neueste  Zeit
galt  die  Überlegenheit  des  Angrifss  gegen
die  Verteidigung  als  selbstverständlich  und
fehlte  es  letzterer  an  systematischer  Durchbildung.
  Als  aber  die  Belagerungen  des
Kriegs  1870/74  alles  bisher  Gelehrte  über
den  Haufen  warfen,  sah  man  sich  gezwungen,
  hierfür  neue  Vorschriften  zu  entwersen,
  welche  sowohl  mit  den  neuen  Festungen
  wie  den  neuen  Waffen  rechnen.
VNHMeuere  Ferm  des  Angrifss.

Die  Belagerung  einer  Festung  beginnt
mit  deren  Einschließung  (Cernierung),
  um  ihre  Verbindungen  mit  der
Außenwelt,  Zufuhr  von  Hülfsmitteln  2c.
abzuschneiden,  die  Armierungsarbeiten  zu
hindern  und  die  Rekognoszierung  behuss
Etablierung  des  Belagerungskorps  zu
ermöglichen.  Die  meist  im  Bereich  des
Geschützseuers  der  feindlichen  Werke  liegEenden
  Vorpostenstellungen  müssen  durch

chützengräben,  -Löcher  2c.  gedeckt  wie
auch  nach  Möglichkeit  fortifikakorisch  ver-Festungskrieg

  (Neuere  Form  des  Angriffs).

stärkt  werden.  Inzwischen  werden  nach
Wahl  der  Angriffsfront  dieser  zunächst
der  Artilleriebelagerungspark  und  die
Ingenieurdepots  eingerigtet.  Man  begiunt
  nun  mit  dem  Bau  der  Batterien  für
die  erste  Artillerieaufstellung,  deren
  Anzahl,  Entfernung  und  Armierung
davon  abhängen  wird,  wie  weit  der  Verteidiger
  das  Vorterrain  behauptet;  meist
werden  sie  2—3000  m  von  den  Festungswerken
  entfernt  liegen,  da  sie  den  Zweck
haben,  die  sämtlichen  in  das  Angriffsseld
  schlagenden  feindlichen  Werke,  die
Hauptkommunikationen  und,  soweit  angängig,
  alle  der  Verteidigung  nutzbaren
Einrichtungen  und  Gebäude  der  Festung
unter  Feuer  zu  nehmen.  Hält  der  Verteidiger
  das  Vorterrain  fest,  so  haben  sie  auch
die  um  dasselbe  stattfindenden  Kämpfe
zu  unterstützen.  Man  wird  diese  Batterien
  möglichst  gruppenweise  in  der  Nähe
von  Straßen,  der  Munitionsversorgun
wegen,  so  anlegen,  daß  sie  auch  noch  nach
Eröffnung  späterer  Batterien  feuern  können,
  und  mit  15  cm  Ring-,  kurzen  15  cm
Kanonen  und  unter  Umständen  auch  mit
gezogenen  Mörsern  armieren.  Ist  das
Vorterrain  unter  der  erfolgreichen  Bekämpfung
  des  Verteidigers  aus  diesen
Batterien  weit  geung  in  Besitz  genommen,
so  begiunt  zur  Deckung  des  fortzusetzenden
Artillerieangriffs  der  Ingenieuran=Kriff
  mit  Herstellung  der  ersten  Insanterieaufstellung
  oder  ersten  Parallele
  auf  etwa  m  vor  der  Angriffsfront.
  Unter  ihrem  Schutz  werden
in  den  nächsten  Nächten  die  Batterien  der
zweiten  Artillerieaufstellung  auf
000—  1200  m  gebaut  und  so  armiert,
daß  sie  sämtlich  ihr  Feuer  gleichzeitig  eröffnen
  können.  Sie  sollen  die  Artillerie
des  Verteidigers  vernichten,  die  Besatzung
von  den  Werken  vertreiben,  die  Flankierungsanlagen
  der  Gräben  zerstören  und
wenn  möglich  Bresche  in  die  angegriffenen
Werke  legen.  Dem  entsprechend  müssen
die  in  den  Angriff  schlagenden  Linien  der
Angriffsfront  und  deren  Nebenfronten  sowie
  die  Anschluß=  und  Breschbatterien  demontiert
  werden  (Demontierbatterien
erhalten  schwere  9  und  12  cm,  nur  ausnahmsweise
  15  cm  Ringkanonen);  jede