Festungsstuben-Gefangenanstalten  —  Feuerwerkssätze.  127

Festungssiuben  *  Gefangenanstalten,
s.  Militärstrafanstalten.
estungswerk,s.  Feldwerk,  Festung.
ette,  Ole.
euerballen,  Leinwandsäcke,  mit
grauem  Satz  (75  Salpeter,  25  Schwefel
und  8  Mehlpulver),  welcher  mit  Spiritus
angefeuchtet  worden,  gefüllt,  mit  einem
Sazrächen  zur  Entzündung  versehen  u.
in  Pech  getaucht.  Die  F.  dienen  zur  Erleuchtung
  der  Glaciskrete  oder  Eskarpe
und  werden  im  letztern  Fall  in  der  Regel
in  Walllampen  abgebrannt.
Feuerfahne,  der  aus  zwei  Vogelköpfen
mit  langen  Hälsen,  durch  deren  offene
Schnäbel  beide  Enden  der  Lunte  gezogen
wurden,  bestehende  gabelförmige  Luntenhalter
  des  16.  u.  17.  Jahrh.,  der  auf  die  2,8
m  lange  Zündrute  aufgeschraubt  ward.
Feuergefecht,  derjenige  Teil  eines  Gefechts,
  der  auf  mehr  oder  minder  großer
Entfernung  durchgegenseitige  Beschießung
mit  Feuerwassen  -—  8  wird  und  früher
lediglich  den  Zweck  hatte,  den  Angriff  mit
der  blanken  Waffe  vorzubereiten,  in  welchem
  die  Entscheidung  des  Kampfes  gesucht
  wurde.  Die  große  technische  Vervollkommnung
  der  Feuerwaffen,  welche  es
ermöglicht,  den  Feind  schon  auf  großen
Entfernungen,  die  früher  außerhalb  der
Wirksamkeit  aller  Waffen  lagen,  in  kurer
  Zeit  mit  Geschossen  geradezu  zu  überscünten,
  hatauch  die  Bedeutung  des  Fuerefechts
  in  entsprechender  Weise  gehoben,
"0  daß  es  unter  Umständen  durch  Vernichtung
  des  Gegners  die  Entscheidung  des
Kampfes  zur  Folge  haben  kann.
Feuerhemden  hießen  die  mit  leicht
brennbaren  Stoffen  getränkten  Stücke
Leinwaud,  die  an  den  feindl.  Schiffen,  um
diese  in  Brand  zu  stecken,  befestigt  wurden.
Feuerhöhe  der  Laffeten,  der  senkrechte
  Abstand  der  wagerechten  Seelenachse
  über  dem  Geschützstand.  Die  F.
wird  eichbeteutend  mit  Lagerhöhe,
wenn  Schildzapfenachse  und  Seelenachse
sich  schneiden,  der  Lagerpunkt  also,  wie  bei
den  neuern  Geschützen,  nicht  versenkt  ist.
Feuerleitung  (Zündleitung),  s.
Minen  (S.  255).
Feuerlinie,  in  der  Taktik  die  vorderste,
dem  Feind  zunächst  liegende  Gefechtslinie,

!  B.  die  Schützenlinie.  —  In  der  Befeigungskunst
  die  innere  Krete,  also  die
Schnittlinie  der  Brustwehrkrone  und  innern
  Brustwehrböschung,  die  als  Konstruktionslinie
  für  Feldwerke  und  Batterien
  gilt.  Längs  der  F.  steht  die  Infanterie
  auf  dem  Bankett,  daher  ihre  Länge
für  die  Anzahl  der  aufzustellenden  Infanteristen
  maßgebend  ist.

Feuerpikett,  bei  ausbrechendem  Feuer
zur  Absperrung  des  Brandplatzes  in  Lagern
oder  Kantonnements  dienende  Wache.

Ferlen  s.  Seezeichen.

euerwaffen,  s.  Handfeuerwaffen
und  Geschütze.

Feuerwerker  bildeten  ehemals  mit
den  Büchsenmeistern,  Konstablern  2c.  die
erste  Klasse  der  Artilleristen,  welche  die
Wurfgeschütze  und  Mörser  zu  bedienen
wie  die  Munition  und  sonstigen  Kunstseuer
  anzufertigen  hatten.  Sie  seunden  unter
  den  Zeugmeistern  und  erhielten
vierfachen  Sold.  Heute  sind  es  Unteroffi-Hiere
  im  Etat  der  Fußartillerieregimenter,

ie  nach  erfolgreichem  Besuch  der  Oberfeuerwerkerschule
  zu  Fenerwerkern  ernannt
und  nach  ihrer  Anciennität  zu  Oberfeuerwerkern
  (14  Oberfeuerwerker,  26  F.  pro
Regiment)  aufrücken.  Aus  jenen  gehen
nach  bestandenem  zweiten  Berufseramen
die  Feuerwerksleutnants  hervor,  die  bis
zum  Hauptmann  avancieren.  Sie  werden
  vorzugsweise  zu  technischen  Zwecken
(Laboratorien  (s.  d.],  technische  Institute,
bei  Schießübungen  der  Artillerie  2c.)  wie
als  Lehrer  an  den  Regimentsschulen  der
Artillerie  verwendet.  Die  F.  der  Marine
sind  Deckoffiziere  (s.  d.).

Feuerwerkssätze,  aus  brennbaren
Stoffen  hergestellte  Mischungen,  die  je
nach  ihrem  Zweck  eine  verschiedene  Zusammensetzung
  haben,  z.  B.  Brandsatz
für  Brandgeschosse  (s.  d.),  Leuchtsatz  (s.  d.),
für  Zündlichte  s.  d.)  2c.  Das  Ansetzen
der  F.  ist  das  Mengen  ihrer  Bestandteile;
wird  hierbei  ein  ftüsiger  Stoff  verwendet,
so  nennt  man  sie  nasse,  andernfalls
trockne  F.;z  wird  einer  der  Bestandteile
(Schwefel,  Pech,  Kolophonium)  geschmolzen,
  und  werden  ihm  die  übrigen  Stoffe  so

Pesest.  so  heißen  sie  warm,  andern-8
  kalt  angesetzte  F.