Framea  —  Frankreich.

1  Fourieroffizier  mit  den  Fourierunter
  offi  ieren  der  Kompanien  2c.
und  etwa  6  Hurierrschützen  (Gemeine,

ur  Unterstützung  der  Unteroffiziere)  einen
Tagemarsch  voraus.  Der  Offizier  verteilt
die  Kompanien  auf  die  Ortschaften,  worauf

  die  Unteroffiziere  die  Quartierbillete  ha

für  ihre  Kompanie  von  der  Ortsbehörde
empfangen.  Der  Offizier  hat  den  Alarmplatz,
  das  Wacht-und  Arrestlokal  zu  bestimmen
  und  die  Verpflegung  für  das  Bataillon
  aus  Magazinen  zu  empfangen,  wenn
diese  nicht  mit  dem  Quartier  verbunden
ist.  Den  Fourierunteroffizieren  liegt  die
weitere  Verteilung  ob.

Framöa,  meißelförmige  Stoß-,  Wurfund
  Hiebwaffe  der  alten  Germanen  aus
Stein  oder  Bronze.

Francs-  archers  (spr.  frang-sarscheh,
auch  argoulets,  cranequins  genannt),
durch  Karl  VII.  von  Frankreich  28.  April
1448  errichtete  Infanterie,  welche  aus  Boenschützen

  formiert  wurde,  deren  von  jeer
  Gemeinde  einer,  beständig  ausgerüstet
und  bekleidet,  zu  unterhalten  und  jederzeit
auf  Befehl  ins  Feld  zu  senden  war.  Diese
Archers  waren  dafür  von  allen  Steuern
frei,  weshalb  sie  F.  hießen.  Sie  trugen
Brigantinen  (Panzerjacken),  eine  Salade
(Pickelhaube)  und  waren  mit  Bogen  und
Pfeil,  Degen  und  Dolch  bewaffnet;  bald
darauf  wurden  Teile  derselben  mit  Armbrüsten
  und  Spießen  ausgerüstet  und  für
ihre  Aushebung  Frentreich  in  vier  Bezirke,
zwei  nördlich  und  1  südlich  der  Loire,
geteilt,  welche  Bezirke  bis  in  das  18.  Jahrh.
bestanden.  Die  F.  waren  eine  feige,
freche,  räuberische  Bande,  wurden  von
Bauern  als  Privilegierte,  von  dem  Adel
als  Partisane  des  Königs  gehaßt  und  hörten
  mit  1479  auf  zu  existieren.
ranctireurs  (Ipr.  frang-tirör,  „Freischützen).
  In  Frankreich,  besonders  im
Nordosten,  bestanden  seit  alters  her  Schübengesellschaften,
  den  deutschen  Schützen-=gilden
  ähnlich,  wohl  noch  von  den  Francsarchers
  (s.  d.)  herstammend,  die  sich  im
Frühjahr  1867  unter  der  Nielschen  Hrere#-reorganisation
  und  den  durch  die  Lurxemburger
  Frage  eröffneten  Kriegsaussichten
als  =  Sociétés  des  F.-  militärisch  organisierten,
  mit  gezogenen  Gewehren  be-133



waffneten  und  regelmäßige  Waffenübungen
  abhielten.  Dem  Verlangen  der  Regierung,
  sie  dem  stehenden  Heer  einzureihen,
um  sie  im  Kriegsfall  als  Kombattanten
legitimieren  zu  können,  entsprachen  die  F.
nicht,  weil  sie  sich  ihre  Unabhängigkeit  erlien
  wollten.  Deshalb  wurden  sie  zu
Anfang  des  Kriegs  1870  von  den  deutschen
Armeen  als  bewaffnete  Eimvohner  behandelt.
  Durch  ein  Dekret  des  Kaisers  aufzerufen,
  traten  sie,  namentlich  nach  der
chlacht  von  Sedan,  landschaftlich  oder
nach  Berufsart  geordnet,  in  Trupps  von
60—200  zusammen,  wurden  dem  Kriegsminister
  durch  Erlaß  vom  29.  Sept.  zur
Verfügung  gestellt,  aber  erst  durch  Dekret
vom  4.  Nov.  den  Territorialdivisionen  angeschlossen.
  und  deshalb  auch  von  diesem
Tag  an  seitens  der  deutschen  Heerführung
als  Kombattanten  behandelt.  Sie  waren
in  »Legionen«  formiert,  deren  Zahl  schwer
zu  bestimmen  ist,  und  aus  allen  Waffen
zusammengesetzt.  In  Paris  waren:  die
Amis  de  la  France,  bie  Cclaireurs  Franchetti,
  Tirailleurs  parisiens,  Cavaliers
de  la  Republique,  Batteries  de  IEcole
olytechnique,  Servants  des  mitraileuses
  2c.,  zusammen  etwa  15—18,000
Mann.  Bei  der  Feldarmee  waren  die  F.
am  stärksten  im  71.  Armeekorps  und  in
der  Vogesenarmee  Garibaldis,  unter  zum
Teil  phantastischen  Namen,  wie  F.  de  la
mort,  de  la  vengeance  2c.,  aber  in  ihrer
abschreckendsten  Gestalt  vertreten.  —  Ein
Teil  der  F.  blieb  bis  zum  Ende  des  Kriegs
ohne  Korpsverband  und  suchte  eine  Art
Buschklepperkrieg  zu  führen,  der  aber  dem
Land  mehr  schadete  als  dem  Feind.  Von
diesen  Banden  wurde  auch  die  Eisenbahnbrücke
  Nancy-Frouard  gesprengt.
Fränkischer  Haken,  im  15.  u.  16.Jahrh.
gebräuchliches  Werkzeug  in  Form  eines
keesgegahnten  kurzen  Schwerts,  zum  Brechen
  der  Schwertklingen,  wobei  man  die
Klinge  des  Gegners  zwischen  zwei  Zähnen
des  fränkischen  Hakens  zu  fassen  suchte.
Frankreich.  Heerwesen.  Die  fems
sische  Armee  ist  seit  dem  Krieg  1870/71
vollständig  neu  organisiert  worden  und
hierin  noch  nicht  zum  Abschluß  gelangt.
Allerdings  ist  durch  das  Gesetz  über  die
Rekrutierung  vom  27.  Juli  1872  eine