140

Eintritt  auch  denjenigen  jungen  Leuten
zuerkannt  worden,  die  bereits  das  20.  Lebensjahr
  überschritten  haben.  —  Der  mit
dem  Meldeschein,  welcher  nur  bis  zum
nächsten  1.  April  gültig  ist,  versehene
junge  Mann  meldet  sich  bei  dem  Kommandeur
  des  Truppenteils  seiner  Wahl,
der  ihn  bei  vorhandener  Diensttauglichkeit
  und  Vakanz  in  der  Zeit  vom  1.  Okt.
bis  31.  März  einstellen  darf.  Außer  dieser
  Zeit  können  nur  F.,  die  auf  Beförderung
  (Offizisravantageure)  dienen
oder  in  ein  Militärmusikkorps  eintreten
wollen,  eingestellt  werden.  Wenn  F.  wegen
Mangels  einer  Vakanz  nicht  eingestellt
werden  können,  so  erhalten  sie  einen  auf
den  Tag  des  Diensteintritts  lautenden
Annahmeschein,  werden,  wie  die  Rekruten,
in  die  Heimat  beurlaubt  und  gehören  zu
den  Personen  des  Beurlaubtenstands.
Vierjährig-Freiwillige  der  Kavallerie  dienen
  nur  drei  Jahre  in  der  Landwehr  und
sind  von  den  Übungen  befreit.  —  Wer
in  eine  Unteroffizerschule  eintreten
will,  meldet  sich  unter  Vorlegung  de  Meldescheins
  bei  dem  Landwehrbezirkskommando
seines  Aufenthaltsorts  oder  einer  Unteroffizierschule.
  Die  Annahme  der  tauglich
Befundenen  hängt  ab  von  einer  Prüfung
im  Lesen,  Schreiben  und  Rechnen  und  der
Verpflichtung  zu  einer  vierjährigen  aktiven
Dienstzeit  nsch  erfolgter  Uberweisung  an
einen  Truppenteil.  Der  Schulkursus
dauert  drei  Jahre.  —  Die  vorstehenden
Destimmungen.  finden  auf  den  dreijährigfreioilligen
  intritt  in  die  Marine  sinngemäße
  Anwendung,  jedoch  kann  die  Einstellung
  jederzeit  anfölgen.  Seeleute  müssen
  sich  über  ihre  Fahrzeit  ausweisen.  F.
der  Landbevölkerung  werden  in  der  Marine
in  der  Regel  nur  vierjährigem  Dienst
angenommen.  Vgl.  Ersatzwesen.
reiwillige  Krankenpflege,  s.  Sanitätswesen
  (S.  314).
Fremdenlegion,  durch  Anwerbungvon
Freiwilligen,  auch  Ausländern,  in  der
Negel  für  auswärtige  Kriegszwecke  gebildete
  Truppe.  Die  frangösit  che  F.
wurde  1831  in  Algerien  aus  Deutschen,
Spaniern,  Italienern  und  Polen  in  sechs
Bataillonen  formiert,  um  die  unruhigen
Köpfe  aller  Nationen,  die  sich  nach  der

Freiwillige  Krankenpflege  —  Fühlung.

Julirevolution  in  Frankreich  gesammelt
hatten,  unschädlichzu  machen.  Eswarengegen
  5600  Mann,  die  in  Toulon  eingeschifft
wurden,  nachdem  sie  sich  zu  einer  drei=  bis
fünfjährigen  Liensten  verpflichtet  hatten.
Zwei  Drittel  ihrer  Offiziere  waren  Franzosen.
  Nachihrer  Verwendungg  gen  e  el
Kader  wurden  sie  1835  an  Spanien  bis
1839  gegen  die  Karlisten  überlassen;  nur
600,  darunter  200  Inwvaliden,  von  ihnen
kehrten  nach  Frankreich  zurück.  1837  war  in
Frankreich  eine  neue  in  zwei  Negimentern
  gebildet  und  nach  Algerien  gesendet
worden,  die  1854  in  der  Krim  zur  Verwendung
  kam,  und  von  der  auch  800
Mann  1864  nach  Mejiko  geschickt  wurden.
Gegenwärtig  besteht  die  F.  aus  einem  Regiment
  in  Algerien.  —  Auch  England
bildete  gegen  Ende  des  Orientkriegs  eine
F.,  die  aber  nicht  zur  Verwendung  kam,
aufgelöst  und  teilweise  im  Kapland  angesiedelt
  wurde.  Diese  Ansiedler  haben  dann
im  Krieg  der  Zulukaffern  gepen  die  Engländer
  1878—79  noch  eine  Rolle  gespielt.

Friefüsche  Reiter,  s.  v.  w.  spanische
Reiter  (s.  d.).  ·

Front,  im  allgemeinen  die  Gesichtsseite
  einer  in  Linie  aufgestellten  Truppe,
wobeiin  derrangierten,  also  normal  stehenden
  Truppe  das  erste  Glied  vorn  steht;
umgekehrt  ist  die  Kehrtstellung.  —
Fe#  ngefront  sind  alle  an  einer  Poly-Lonseite
  liegenden  Werke,  beim  Bastionärtracé
  also  zwei  halbe  Bastione  und  die
zwischen  ihnen  liegende  Kurtine  nebst  Ravelin
  2c.;  vgl.  Bastion.  —  Frontrapport
  ist  der  bei  Paraden  oder  Inspizierungen
  vom  Führer  einer  Truppenabteilung
  dem  Inspizierenden  überreichte
schriftliche  Stärkenachweis  seiner  Truppe.
—  Frontdienst  ist  der  Dienst  in  Reih'
und  Glied  einer  Truppe  im  Gegensatz
z.  B.  zum  Büreaudienst,  Dienst  bei  den
Kchnischen  Instituten  2c.  —  Frontoffizier,
  der  im  Frontdienst  stehende  Offizier
im  Gegensatz  zu  den  Adjutanten,  Generalstabsoffizieren
  2c.

Fugtel,  Fuchtelhiebe,  s.  Stockrn!


rügel.  *

Fühlung,  das  gegenseitige  Berühren
mit  den  Ellbogen  der  Nebenleute  im
Glied;  bei  der  Kavallerie  Bügel  an