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Garnitur  (in  Osierreich  K  lein  zeug),
Gewehrbeschläge,  die  sowehl  ur  Scke
nung  der  Waffe  (Kolbenblech)  wie  zur
Verbindung  von  Lauf  und  Schaft  2c.  dienen
  (Gewehrringe,  Schrauben  2c.).
Gasdruckmesser  dienen  zum  Messen  des
Gasdrucks  in  Feuerwaffen  beim  Schießen.
Als  der  nordamerikanische  Artilleriemajor
Rodman  1860  Versuche  über  den  Einfluß
der  Körnergröße  des  Pulvers  bei  großen
Ladungen  anstellte,  wurde  er  auf  die  Konstruktion
  eines  Gasdruckmessers  geführt,
welcher  unter  dem  Namen  Rodman-Apparat
  noch  jetzt  im  Gebrauch  ist.  So
unmeßbar  die  Zeit  auch  erscheint,  während
deren  selbst  die  größte  Pulverladung  verbrennt,
  ist  dieselbe  doch  von  gewisser  und
bei  verschiedenen  Explosivstofsen  von  verschiedener
  Dauer.  Je  kürzer  die  Verbrennungszeit,
  je  rascher  also  die  Zersetzung
des  Explosiostoffs  vor  sich  geht,  um  so
weniger  werden  die  Maste#ieichen  des
ihn  einschließenden  Körpers  Zeit  haben,  in
Schwingungen,  d.  h.  fortschreitende  Bewegung,
  überzugehen;  die  Wirkung  wird
dann  eine  mehr  zertrümmernde  (brisante)
als  treibende  sein.  So  erklärt  sich  die  zertrümmernde
  Kraft  der  Schießbaum-=wolle
  und  des  Dynamits  (Nitroglycerin)
gegenüber  der  treibenden  des  Schießpulvers.
  Die  Kraft  des  Pulvers  äußert
sich  gleichmäßig  nach  allen  Richtungen  auf
seine  Einschließung:  auf  die  unnachgiebige
  Seelenwand  der  Waffe  brechend,  zerstörend
  (daher  brisant),  auf  das  Geschoß
treibend.  Je  schneller  eine  Ladung  im
Geschütz  verbreunt,  desto  größer  ist  seine
rstörende  Kraftänßerung  auf  dieses;  wird
ie  Verbrennung  aber  bis  zu  einem  gewissen
  Grade  durch  Verdichtung  oder  Vergrößerung
  der  Pulverkörner  verlangsamt,
so  wird  das  Geschoß  sich  bereits  in  Bewegung
  befinden,  bevor  noch  das  Pulver
ganz  verbrannte.  Die  sich  nach  und  nach
entwickelnden  Gase  finden  einen  an  Größe
wachsenden  Raum  zu  erfüllen  und  werden
daher  bei  gleicher  Gesamtwirkung  auf
das  Geschoß  einen  geringern  Druck  auf  die
Rohrwandungen  ausüben,  als  durch  eine
schneller  verbrennende  Ladung  geschehen
würde;  daher  istpraktisch  dasjenige  Pulver
das  beste,  welches  bei  gleicher  Anfangsge-Garnitur

  —  Gassenlaufen.

schwindigkeit  des  Geschosses  die  geringste
Gasspannung  zeigt.  Will  man  daher  für
ein  Geschütz  die  günstigste  Pulversorte  und
Ladung  ermitteln,  so  muß  man  neben  der
Anfangsgeschwindigkeit  auch  den  Gasdruck
messen.  Der  Einrichtung  des  von  Rodman
für  diesen  Zweck  erfundenen  Gasdruckmessers
  liegt  nun  folgender  Gedanke  zu
Grunde:  Die  Pulpergase  wirken  auf  einen
Meißel  von  bestimmter  neidenform.
Mit  seiner  Schneide  stößt  der  Meißel  gegen
eine  unnachgiebig  gelagerte  Kupferplatte
und  erzeugt  in  dieser  Kerben,  deren  Länge
der  Größe  des  Gasdrucks  entspricht.  Der
G.  wird  im  Verschluß,  in  der  Seelenwand
  oder  auch  im  Geschoßboden  angebracht.
  Als  Maß  dient  eine  Skala  von
Kerben,  die  durch  einen  gieichen  Meißel
in  einer  gleichen  Kupferplatte  unter  bestimmtem
  Druck  (nach  Atmosphären  gerechnet)
  erzeugt  wurden.  —  In  Cugland
ist  der  Crusher  Gauge  (Stauchungsmesser)
  von  Noble  im  Gebrauch,  bei  welchem
  zwischen  einem  festgelagerten  Amboß
  und  einem  bei  Bariichtem  Abschluß
beweglichen  Stempel  ein  Cylinder  aus
Bleikomposition  oder  Kupfer  sich  befindet,
der  durch  die  auf  den  Stempel  wirkenden
  Pulvergase  zusammengedrückt  wird.
Das  Maß  der  Stauchung  entspricht  der
Größe  des  Gasdrucks.  Auch  hier  dienen,
ähnlich  wie  beim  Rodman-Apparat,  eine
Reihe  von  Normalpressungen  als  Maß.  —
Beide  Apparate  können  zwar  nur  relative
  Werte  ergeben,  da  die  Normalmaße
unter  ganz  andern  Verhältnissen  gewonnen
  werden  als  die  Kerben  und  Stauchungen
  im  Geschützrohr;  deunoch  haben
sic  außerordentlich  fördernd  auf  die  Entwickelung
  des  Geschütz=  wie  Pulverwesens
eingewirkt.

assenlaufen  (Spießrutenlaufen)
ist  aus  dem  bei  den  Landsknechten  gebräuchlichen
  „Rechte  der  langen  Spieße-,
der  bei  ihnen  üblichen  Art  der  Hinrichtung
von  Kameraden,  herzuleiten,  bei  welcher
der  Delinquent  in  die  von  Knechten  gebildete
  Gasse  geführt  wurde,  in  der  er
vorwärts  schreiten  mußte.  Vom  andern
Ende  der  Gasse  kamen  ihm  die  Fähnriche
mit  gesenkten  Fähnlein  entgegen,  mit
deren  Spitzen  sie  ihn  niederstießen.  Beim