Geschreigeschütze  —  Geschütze  (Einteilung).

welche  jedes  Geschoß  einzeln  machtlos  sein
würde.  Bei  den  Schießversuchen  in  Stettin
  1868  drang  eine  blind  geladene  15  cm
Granate  mit  2  kg  auf  100  m  in  gutes
Mauerwerk  bei  667°  Auftreffwinkel  104  em
tief  ein,  bei  den  Schießübungen  in  Graudenz
  1875  eine  15  cm  Langgranate  mit
6,2  Ladung,  gewöhnli  Zündvorrichtung,
  scharf  geladen,  auf  170  m  bei
64—700°  Auftreffwinkel  106  cm  tief  in
Mauerwerk  von  außerordentlicher  Härte
ein.  In  frischen  Lehmboden  ist  eine  15  cm
Granate  mit  2  kg  Ladung  auf  600  m
4,71  m  tief  eingedrungen.  Wenu  Geschosse
  bei  ihrem  Auftrcffen  auf  das  Ziel
zerschellen  oder  sich  stauchen,  so  wird  in
ihrem  Zerbrechen  oder  Zusammendrücken
ein  Teil  ihrer  Arbeitskraft  verbraucht,
welcher  an  der  G.  überhaupt  verloren
geht;  anderseits  können  die  Bruch-oder
Sprengstücke  eine  uin  so  geringere  Kraft
äußern,  je  kleiner  sie  sind.  Sollen  die
Sprengstücke  noch  eine  gewisse  Wirkung
äußern,  wie  bei  den  Felsgranaten  stets,  so
ist  ein  Zerstäuben  der  Geschosse  in  eine
sehr  große  Anzahl  Stücke  ebensowenig
vorteilhaft,  als  wenn  nur  wenige  große
Stücke  entstehen.  Durch  die  Konstruktion
der  Doppelwandgrauate  beabsichtigte  man

eine  gewisse  Regelmäßigkeit  in  das  Zerstückeln

  zu  bringen,  was  aber  erst  durch
die  Ringgranate  erreicht  wurde  (s.  Granaten).
  Gegen  horizontale  Ziele,  bombensichere
  Eindeckungen,  Pulvermagazine,
Kasematten,  Unterkunftsräume  sollen  die
Geschosse  durch  ihre  Fallkraft  wirken,
wozu  Mörser  und  kurze  Kanonen  verwendet
  werden,  deren  Geschosse  eine
bedentende  Sprengladung  und  sehr  gekrümmte
  Flugbahn  haben,  um  die  Fallkraft
  zu  steigern  und  über  die  vor  den  Zielen
  liegenden  Deckungen  fortzukommen.
Shrapnels  (s.  d.)  und  Kartätschen
(s.  d.sollen  durch  die  Kugeln  ihrer  Füllung
gegen  lebende  Ziele  wirken,  weshalb  sie  vor
den  letztern  zerplatzt  jein  müssen,  damit
die  Kugeln  sich  ausbreiten  können.  —
Eine  Brand=  oder  Zün  dwirkung  wird
entweder  durch  die  Sprengladung  allein,
oder  durch  eine  besondre  dies  bezweckende
Füllung  der  Geschosse,  wie  bei  den  Brand-Heschossen
  in  Osterreich,  angestrebt.

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Geschreigeschütze,  s.  v.  w.  Orgelgeschütze.

Geschützaufzug,  Hebevorrichtung  mit
Plattform  in  neuern  Kesiernewerken,  um
Geschütze  in  die  obere  Etage  zu  heben.
Geschützbank,  eine  Erdanschüttung
hinter  der  Brusiwehr  von  Festungs=  und
Feldwerken  zum  Aufstellen  von  Geschützen,
damit  diese  über  die  Brustwehr  hinwegfeuern
  können;  sie  müssen  daher  mit  ihrer
Oberfläche  um  die  Kniehöhe  des  Geschützes
unter  der  Feuerlinie  liegen  und  gewähren
  so  dem  Geschütz  allerdings  ein  unbeschränktes
  Gesichtsfeld,  aber  sowohl  ihm
wie  der  Bedienung  wenig  Deckung.  Mit
der  Einführung  der  erhöhten  Laffeten  in
die  Festungsartillerie  fielen  die  Geschützbänke
  fort,  werden  aber  in  neuern  Feungsanulagen
  als  fortlaufende  G.
2,  m  unter  der  Feuerlinie  angelegt,  während
  der  Wallgang  noch  tiefer  liegt.
Geschützbronze,  s.  Bronze.
Geschütze,  Feuerwassen  von  solcher
Schwere,  daß  sie  den  Haudgebrauch  ausschließen
  u.  mehrerer  Mann  zu  ihrer  Bedienung
  bedürfen.  Ein  Geschütz  besteht  im  allgemeinen
  aus  dem  Geschützrohr  und  der
Laffete  (s.  d.).  In  taktischer  Beziehung
(nach  dem  Ort  ihrer  Verwendung)  unterscheidet
  man  Feld-,  Gebirgs-,  Belagerungs-,
  Festungs-,  Küsten=  und
Schiffsgeschütze.  Zum  kampffähigen
Geschütz  gehören  noch  die  Bedienung,
das  Geschützzubehör  und  die  Munition,
zum  Feldgeschütz,  um  es  taktisch  verwenden
  zu  können,  noch  die  Protze  sowie  die  Bespannung.
  Belagerungs=  und  Festungsgeschütze
  bedürfen  noch  je  einer  Bettung  als
Geschützstand;  sind  sie  aber,  wie  die  Küsten=
  und  Schiffsgeschütze,  Rahmengeschütze,
  statt  der  Bettung  eines  Rahmens
mit  Unterlagen.  Wall-,  Kasematten-,
Turm-,  Bug-,  Heck-,  Breitseit-,
Batterie-,  Oberdeckogeschütze  2c.
sind  solche,  die  auf  dem  Wall  oder  in  Kasematten
  von  Fin#ngen,  in  Panzertürmen
der  Landbefestigungen  und  Schiffe,  im
Bug,  Heck,  auf  den  Breitseiten,  in  den
Batterien  oder  auf  dem  Oberdeck  von
Schiffen  ihre  Aufstellung  finden.  Panzergeschütze
  sind  G.  schweren  Kalibers,
mit  dem  15  cm  beginnend,  welche  vermöge
der  großen  Durchschlagskraft  ihrer  Ge-