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neuern  Rohren  teilweise  gezogen.  Die  Sache
liegt  so:  Der  zum  Einsetzen  des  Geschosses
  nicht  berth  größere  Durchmesser
des  Ladungsraums  #en  den  gezogenen
Teil  hat  -  Folge,  daß  die  Geschoßauhr.
vor  dem  Eintritt  in  die  Züge  nicht  in  der
Scelenachse  liegt  und  nicht  parallel  dieser
in  dieselben  eintritt,  woher  es  kommt,
daß  die  Geschosse  einen  Abgangswinkel
zeigen,  d.  h.  der  Anfang  der  Flugbahn.
nächst  der  Geschützmündung,  liegt  nicht
in  der  Richtung  der  Seelenachse,  sondern
bildet  mit  dieser  einen  nach  oben  liegenden
Winkel,  den  Abgangswinkel.  Hieraus
  entstehen  Unregelmäßigkeiten  in  der
Hbetalr  des  Geschosses,  welche  die  Trefficherhcit
  beeinträchtigen.  Man  hob  deshalb
  die  Achse  des  Ladungsraums  so  viel,
daß  die  Geschoßachse  in  der  Seelenachse
liegt  und  auch  so  in  die  Züge  eintritt.
Dies  sind  G.  mit  ercentrischem  Ladungsraum.
  Als  später  mit  der  Steigerung
  der  Anfangsgeschwindigkeit  durch
Vergrößerung  der  Ladung  die  Führung
durch  den  Bleimantel  nicht  befriedigte
und  mit  der  Anwendung  von  zunehmendem
  Drall  (Progressirdrall)  sich  überhaupt
  nicht  vereinigen  ließ,  wurde  1874
vom  preußischen  Hauptmann  Bode  (Mitglied
  der  Artillerieprüfungskommission)
vorgeschlagen,  dem  Geschoß  zwei  Kupferbänder
  zu  geben,  von  denen  das  vordere
nur  zum  Centrieren,  das  hintere  allein
zur  Führung  dienen  soll.  Das  Centrierband
  soll  daher  nur  den  Durchmesser
  der  Seele  in  den  Feldern  haben.
Um  nun  das  Geschoß  vollständig  centriert
einsetzen  zu  können,  werden  die  Züge  bis
zum  hintern,  dem  Führungsband,
verlängert  und  die  Felder  von  hier  bis
zum  Centrierband  abgeschrägt.  Dieser
Teil,  der  eigentliche  übergangskonus,
bildet  daher  einen  gezogenen  Geschoßraum.
  Diese  Art  der  Rühenm  estattet
jede  Form  der  Züge.  Haben  dieselben  am
Ladungsraum  und  an  der  Mündung
gleiche  Breite,  so  heisen  sie  Parallelzüge.
  Der  Eintritt  des  Geschosses  in  dieselben
  ist  wegen  der  großen  Masse  des  zu
verdrängenden  Metalls  schwierig,  aus
diesem  und  andern  Gründen  machte  man
die  Felder  am  Ladungsraum  schmäler

Geschütze  (gezogene  G.,  Kolbenverschluß,  Keilverschluß).

als  an  der  Mündung  und  nannte  sie
dieser  Form  wegen  Keilzüge.  Der  praktische
  Vorteil  dieser  Züge  wird  angezweifelt,
  weshalb  sie  vielfach  außer  Gebrauch
kommen.  Ob  der  Progressirdrall  einer
möglichst  großen  Anzahl  von  Parallelügen
  mit  #chnalenge  dern,  wodurch  viele
hrungskanten  entstehen,  vorzuziehen
ei,  ist  noch  nicht  genügend  festgestellt.
Die  Seele  wird  hinten  durch  den  Verschluß
  geschlossen,  der  seiner  Konstruktion
nach  entweder  Kolben=  oder  Keilver-=schluß
  ist.  Ersterer  ist  älterer  Art  (C/61).
Er  besteht  aus  einem  Verschlußcylinder,
welcher  in  der  Richtung  der  Seelenachse
in  das  Rohr  gesteckt  wird  und  hierbei
Führung  in  einer  an  der  Bodenfläche
des  Rohrs  mit  einem  Scharnier  befestigten
  Verschlußthür  erhält.  Ein  quer
durch  ihn  und  das  Rohr  hindurchzusteckender
  Quercylinder  sichert  seine  feste
Lage  beim  Schießen,  wie  eine  Kette
sein  Herausziehen  begrentt.  Der  Keilverschluß
  ist  entweder  doppelt  oder  einfach.
Der  Doppelkeilverschluß  ist  die  ältere
Art;  sein  Konstruktionsprinzip  ist  folgendes:
  Zwei  rechtwinkelige  Keile  liegen  mit
ihren  schrägen  Flächen  aneinander,  so
daß  Vorder=  und  Hinterfläche  parallel
laufen;  ihr  Abstand  voneinander  wird
sich  daher  entsprechend  vermehren  oder
vermindern,  je  nachdem  man  die  Keile
über=  oder  voneinander  schiebt.  “70
ründet  sich  die  Verschlußweise.  Zu  dieuem
  Zweck  ist  im  Hinterkeil  eine  Schraubenspindel
  mittelst  einer  Kurbel  drehbar,
deren  flache  Scheibe  hinter  ein  an  der
Seitenfläche  des  Rohrs  befestigtes  Grenzstück
  greift,  wenn  der  Verschluß  fest  im
Rohr  geschlossen  werden  soll.  Durch  das
Drehen  der  Spindel  wird  der  Hinterkeil
vor=  und  zurückgeschoben,  wobei  der  Vorderkeil
  in  Ruhe  bleibt.  Wird  also  der  Keil
ins  Rohr  geschoben  und  der  Hinterkeil
herangezogen,  so  preßt  er  den  Vorderkeil
egen  die  vordere  Keillochfläche  und  ver-Merzt
  die  Seele.  Zum  Offnen  wird
durch  Drehen  der  Spindel  in  entgegenbesetzer
  Richtung  der  Hinterkeil  zurückgeschoben,
  der  so  gelockerte  Verschluß  herausgezogen,
  bis  eine  in  ihn  hineingreifende
Grenzschraube  diese  Bewegung  begrenzt.