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BGescqhiqhtlichen.

Die  Kriegsmaschinen  des  Altertums,
an  deren  Stelle  vom  14.  Jahrh.  an  nach
und  nach  die  Feuergeschütze  traten,  waren
  auf  die  Anwendung  der  Schwungkraft
oder  der  Elasticität  gespannter  Tiersehnen
oder  Taue  konstruiert.  Bei  den  Schleuder-oder
  Wurfmaschinen  (fundibole##)
war  eine  Art  Korb  mit  Geschossen  an  einem
pendelartig  aufgehängten  Hebel  befestigt.
Mit  einem  Zugseil  wurde  der  Korb  in
Schwinzungen  versetzt  und  die  Steine
200—300  Schritt  weit  geschleudert.  Bei
den  Ballisten  (griech.  Onager)  war
um  zwei  senkrechte  Ständer  Mcsach  ein
Tau  gelegt,  zwischen  welches  ein  Balken
mit  Löffeiende  gesieckt  war.  Durch  Herunterziehen
  dieses  Löffels  wurden  die  Taue
durch  Drehung  in  eine  solche  Spannung
versetzt,  daß  die  in  dem  Löffel  liegenden
Steine  nach  plötzlichem  Loslassen  und
Anprall  des  Löffels  an  einen  Querbalken
200—300  m  weit  geschleudert  wurden.
Es  gab  indessen  auch  damals  Riesengeschütze
  wie  heutzutage,  die  300  kg
schwere  Steine  gegen  800  m  weit  warfen.
Die  Karroballisten  waren  für  den
Peldgebrauch  fahrbar  gemachte  Ballisten.

ie  Katapulten,  das  Horizontalgeschütz
der  Alten  (Euthytona,  anch  Skorpion),
bestanden  aus  einem  Gestell  mit  zwei
Ständern,  deren  vorderer  als  Kopf  den
Spannkasten  und  die  Pfeilbahn  trug:
auf  dem  hintern,  dem  durch  besondre  Einrichtung
  eine  beliebig  geneigie  Stellung
gegeben  werden  konnte,  und  der  daher  als
Richtmaschin  ediente,  ruhte  das  hintere
Ende  der  Pfeilbahn  mit  Spannhaspel.  Der
Spannkasten  bestand  aus  sechs  Bohlenstücken,
  von  denen  die  beiden  wagerechten,
die  Kaliberträger,  durch  die  vier  andern
als  Ständer  auseinander  gehaltenwurden.
Zwischen  je  einem  äußern  und  einem
Mittelständer  waren  senkrecht  mittelst
Spannbolzen  mit  Köpfen  die  Spannnerven,
  aus  Tiersehnen  gefertigte  Taubündel
  (die  Kaliber)  ausgespannt.  Zwischen
  dieselben  wurden  die  Bogenarme  und
zwar  von  außen  nach  innen  gesteckt,  ihre
freien  Enden  wurden  durch  die  Bogensehne
verbunden,  die  quer  über  der  Pfeilbahn
lag  und,  hinter  den  Läufer  gelegt,  mit

Geschütze  (Geschichtliches).

dem  Spannhaspel  zurückgezogen  wurde,
hierbei  drehten  sich  die  Spannnerven  und
schnellten  daher  die  Bogenarme  wieder
nach  vorn  und  die  Sehne  vor,  sobald
diese  mittelst  des  Schlosses  vom  Läufer
abgehoben  wurde.  Die  Größe  der  Kraft,
mit  welcher  das  auf  die  Pfeilbahn  gelegte
Geschoß  fortgetrieben  wurde,  war  von  der
Dicke  und  Güte  des  Spannnervenbündels
abhängig,  weshalb  diese  zur  Kaliberbezeichnung,
  ähnlich  den  Feuergeschützen,
dienten  und  die  Löcher  in  den  Kaliberträgern,
  durch  welche  sie  “  wurden,
Kaliberlöcher  hießen.  Blieb  bei  einem
laichen  Geschütz  das  hintere  Gestell  fort,  so
aß  die  Pfeilbahn  mit  ihrem  hintern  Ende
auf  der  Erde  ruhte,  so  entstand  die
zweiarmige  Balliste  (Palintona,
auch  Lithobolos,  Steinwerfer,  genannt),
das  Wurfgeschütz.  Während  erstere  Pfeile,
Wurfspieße  biezn  3,8  m,  selbst  gewöhnliche
Balken  bis  m  weit  schossen,  wurden
von  den  letztern  Steine  bis  zu  600  kg
Gewicht  auf  600—700  m  geworfen.  Sie
bedurften  10—12  Mann  zu  ihrer  Bedienung.
  Die  Katapulten  waren  namentlich
  von  den  Römern  sehr  vervollkommnet
und  in  einer  Anzahl  bestimmter  Kaliber
(Handkatapulten,  Teroballisten,
Manuballisten,  Skorpione  2c.)  im
Gebrauch,  von  denen  die  Feldkatapulten
kleinsten  Kalibers  einer  wohlorganisierten
  Artillerietruppe  als  Waffe  dienten.
Die  in  Deutschland  im  Mittelalter  gebräuchlichen
  Schuß=  und  Wurfmaschineu
  waren  den  römischen  nachgebildet  und
erhielten  sich  unter  den  Namen  von
Mange,  Antwerke,  Quotwerke,  Ge-n
werfe,  Petreen,  Tummler  2c.  noch
lange  neben  den  Feuergeschützen;  zu  ihnen
traten  vom  11.  Jahrh.  ab  noch  unter  den
Namen:  Blide,  Blyde,  Bleide  oder
Trybock  sehr  vervollkommnete  Wurfmaschinen
  hinzu,  bei  denen  sich  um  eine  horizontale,
  zwischen  zwei  Ständern  ruhende
Achse  ein  zweiarmiger  Hebel  bewegte,  an
dessen  kurzem  Arm  ein  großes  mit  Steineu
  gefülltes  Gefäß  hing.  —  Wenn  man
nun  den  langen  Hebelarm  mit  Ketten  oder
Seilen  herunterzog,  an  seinem  freien  Eude
eine  Schleuder  mit  Geschoß  befestigte  und
ihn  losließ,  so  wurde  das  Geschoß  durch