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15  Kaliber  herunter.  Um  das  Jahr  1600
choß  die  »scharse  Metze«  50,  die  Kanone
oder  Notbüchse  37,8,  die  Singerin  25,  die
Kartaune,  Quartane  oder  Viertelsbüchse
42,5,  von  den  Feldgeschützen  die  Notschlange
8,  die  Schlange  4,  der  Falke,  Falkone  oder
die  halbe  Schlange  2,  das  Falkonett  1  kg
Eisen  (letzteres  auch  Blei),  das  Scharpfentinlein
  250  g  Blei.

Die  großen  Kaliber  verschwanden  ihrer
Heringen  Beweglichkeit  wegen  immer  mehr,
dagegen  suchte  man  die  Wirkung  der  kleinern
  durch  sachgemäßere  Konstruktion  von
Rohr,  Ge  4  und  Lafsete  sowie  Verbesserung
  des  Pulvers  (sorgfältiges  Mischen,
Lrneng  zu  steigern.  In  dieser  Richtung
machte  sich  Gustav  Adolf  verdient,  wenngleich
  seine  ledernen  Kanonen,  aus  einer
  kupfernen  Röhrevon  ½  Kaliber  Wandstärke
  mit  eisernen  Ringen,  mehrfachen  Lagen
  von  Tauumwickelungen  und  Lederbezug
  bestehend,  sich  nicht  bewährten.  Nach
dem  Dreißigjährigen  Krieg  machte  sich  in
Deutschland  Montecnccoli,  1732  in  Frankreich
  Vallikre,  nach  ihm  1765  vor  allen
Gribeauval,  in  Preußen  Friedrich  II.,
welcher  1759  die  erste  reitende  Artillerie
errichtete,  um  Verbesserung  des  Geschützwesens
  verdient,  wobei  es  sich  um  Verminderung
  der  Kaliberzahl,  zweckmäßige
Rohrlänge,  Stellung  des  Zündlochs,
Stärke  der  Ladung,  Kartuschbeutel,  Zündung
  2c.  handelte.  In  die  Feldartillerie
kamen  Haubitzen,  welche  Hohlgeschosse
warfen,  erst  Ende  des  17.  Jahrh.,  obgleich
sie  schon  um  Mitte  des  15.  Jahrh.  gebräuchlich
  waren.  Zu  allen  Zeiten  hat  man  ein
mehr  oder  minder  reges  Interesse  an  der
Konstruktion  von  Hinterladungsgechützen

  gehabt,  und  sind  uns  Kolbenund
  Keilverschlüsse,  letztere  namentlich  in
den  mannigfachsten  Formen,  erhalten.
Ihr  Vorteil  lag  für  die  damalige  Zeit  in
der  bequemern  und  schnellern  Ladeweise,
weshalb  sie  Geschwindgeschütze  (Geschwindstücke)
  genannt  wurden.  Die
praktische  Verwertung  dieser  Konsiruktionen
  scheiterte  an  der  mangelhaften
Abdichtung  des  Verschlusses  in  der  Seele.

Eine  neue  Epoche  wurde  durch  den
schwedischen  Eisenhüttenbesitzer  Baron  v.
Wahrendorff,  welcher  für  die  meisten

Geschützeinschnitte.

europäischen  Staaten  Geschützrohre  goß,
durch  die  Herstellung  eines  glatten
Hinterladers  mit  Kolbenverschluß  angebahnt,
  welchen  er  auf  Anregung  des
italienischen  Artilleriekapitäns  Cavalli
1846  mit  Zügen  versah.  Letzterer  setzte
diese  Versuche,  bei  denen  er  Geschosse  mit
zwei  Ailetten  und  zwei  Flügeln  verwendete,
1847  in  Turin  mit  nicht  befriedigendem
Erfolg  sort.  Auf  Grund  derselben  wurden
1850  in  Frankreich  Versuche  begonnen,
welche  1856  zur  Annahme  des  bekannten
  Ailettensystems,  nach  dem  Vorsitzenden
  der  Kommission,  La  Hitte,  benannt,
  obgleich  Treuille  de  Beaulieu  sie
konstruiert,  führten.  1852  wurde  das
Laucaster-Geschütz,  dessen  Seelenquerschnitt
  elliptisch,  dessen  Geschoß  ein  Ellipsoid
  war,  bekannt.  Im  Krimkrieg  hat
es  seine  Unbrauchbarkeit  dargethan.  In
Preußen  wurden  im  Frühjahr  1851  Versuche
  mit  gezogenen  Rohren  und
Wahrendorssschem  Verschluß  begonnen;
1859  gelangte  das  bekannte  System  zur
Einführung.  In  Osterreich,  wo  man  die
Nachteile  des  leanissschen  Systems  wohl

Drebung  des  Geschosses  wurde  dieses
centriert  und  eine  feste  Führung  erreicht.
Die  Züge  waren  Teile  von  Kreisbogen,
deren  Mittelpunkte  seitlich  der  Seelenachse
lagen.  Es  gelangte  bei  den  österreichischen
  Feldgeschützen  C/63  zur  Einführung.
Whitworth,  derbedeutendste  Konkurrent
Armstrongs,  gab  seinen  Geschützen  sechsseitigen
  Seelenquerschnitt;  sie  haben  einen
ungewöhnlich  starken  Drall,  um  das  Überschlagen
  der  drei  Kaliber  langen  Geschosse
zu  verhindern.  J
Geschützeinschnitte,  für  Feldgeschütze
im  Positions=  und  Cernierungskrieg,  sind
batterieähnliche  Erddeckungen,  bei  denen
die  Geschütze,  auf  einer  0,5  m  tiefen  Grabensohle
  stehend,  über  die  4—5  m  starke
Brustwehr  hinwegfeuern.  Zwischen  den
Geschützen  ist  ein  1,5  m  tiefer  Graben  zur
Anlegung  nischenartiger  Geschoß=  und
Kartuschräume  und  zur  bessern  Deckung