168

weil  gewöhnliche  Roheisengranaten  berm
Auftressen  zerschellen,  Gupstabl  ranaten
große  keigund  haben,  sich  zu  stauchen.
Sie  erhalten  keinen  Zünder,  weil  beim
Hindurchgehen  der  Hartgußgrangte  durch
einen  genügend  starken  Panzer  eine  solche
Erwärmung  derselben  stattfindet,  daß  die
Sprengladung  dadurch  entzündet  wird.
Für  die  Feldgeschütze  C/73  wurden  Doppelwandgranaten
  nach  dem  System
von  Bassompierre  eingeführt,  bei  denen
  über  einen  längs  undquer  tief  gereifelten
  Kern  der  äußere  Mantel  so  gegossen
ist,  daß  beim  Zersprengen  sich  beide  voneinander
  lösen.  Man  nahm  an,  daß
bei  der  Explosion  der  Sprengladung  das
Geschoß  in  seinen  Reifelungen  zerspringen
und  so  eine  große  Anzahl  wirksamer
Spreugstücke  liefern  würde,  dies  thun  sie
aber  in  Wirklichkeit  nicht.  Ihr  ungünstiges
  Verhalten  führte  den  General  v.
Uchatius  zur  Konstruktion  der  Ringgrauate,
  welche  als  Granate  C/76  fürdie
deutsche  Feldartillerie  eingeführt  ist.  Eine
Anzahl  zahnradartig  gesormter  Ringe  bilden,
  übereinander  gelegt,  den  Kern  der
Granate  und  deren  Höhlung.  über  diesen
Riugkern  wird  der  äußere  Mantel  gegossen.
  Das  Verhalten  dieser  Granate  entspricht
  den  Erwartungen.  Bei  den  G.  der
gezogenen  Vorderladungsgeschütze  nach
dem  System  La  Hitte  trägt  der  cylindrische
Teil  der  Geschosse  in  zwei  Kreisen  je  sechs
Zapfen  oder  Fü  hrungswarzen  (Ailetten)
  aus  Zink,  Bronze  oder  Kupfer,  welche
in  den  Zügen  entlang  gleiten  und  so  der
Granate  die  Führung  geben.  Dieses  System
  war  bis  nach  dem  Krieg  1870/71  das
verbreitetste,  wird  aber  geenwärtig  nur
noch  von  England  ausschließlich  angewendet.
  Zur  Aufhebung  des  Spielraums  sind
G.  mit  Ailettenführung  an  der  Bodenkante
vielfach  mit  Expansionsring  versehen  worden,
  so  in  England  mit  dem  gas  check,
in  Nordamerika  bei  den  Parrot-Kanonen
(s.  Geschütze,  S.  161);  auch  haben  die
schweizerischen  4pfündigen  Vorderladerkanonen
  nach  dem  System  Müller  G.  mit  Expansionsring,
  doch  wurden  befriedigende
Erfolge  hiermit  noch  nicht  erzielt.  —  Die
österreichischen  Feldgranaten  C/63  hatten
einen  Mantel  aus  einer  Zinnzinklegierung

Granatkammern  —  Gras-Gewehr.

mit  Führungsleisten,  dem  Seelenquerschnitt
  des  Geschützrohrs  entsprechend,
am  Korbzwei  Nasen  zum  Drehen  der  G.
mittelst  Wischers,  dessen  Kappe  die  Nasen
mit  Schlitzen  umfaßte,  bis  der  Spielraum
auf  den  Leisten  aufgehoben  war.  —  Die
Höhlung  der  englischen  Segmentgranaten
  wird  mit  Ringsegmenten  gefüllt,
so  daß  sie  in  der  Geschoßachse  eine  cylindrische
  Kammer  für  die  Sprengladung
freilassen.  Eine  angeschraubte  Bodenplatte
  schließt  die  Granate.  Ihre  Wirkun
soll  der  des  Shrapnels  entsprechen,  jed
erhalten  die  Ringstücke  bei  ihrem  geringen
Gewicht  wenig  Kraft;  die  Sprengladung
ist  sehr  gering.  —  G.  mitellipsoidaler  He
lung,  s.  Granatkauone.  —  Spiege

granaten  haben  8  cm  Durchmesser,  sie
wurden  früher  als  Handgranaten  von
den  Grenadieren  mit  der  Hand,  aus  Mörsern
  großen  Kalibers  in  größerer  Zahl
(25—30  Stück)  als  Spiegelgranatwurs,
  wie  aus  Schaftmörsern,  geworfen.

Granatkammern,  s.  Geschoßkamten

  mit  ellipsoidaler  Höhlung,  deren  große

&amp;.

Granate  aus  der  Flugbahn  zur  Fol
lud  sie  deshalb  so  ins  Rohr,  daß  der