Grenadier

Grenadier,  ursprünglich,  gegen  Mitte
des  17.  Jahrh.,  Mannschaften,  welche
Handgranaten  warfen,  die  sic  in  ledernen
Muntitionstaschen  mitführten.  Weilihnen
hiereei  der  breitkrempige  Infanteriehut
Astig  war,  "  erhielten  sie  die  Grenadiermütze
  (s.  d.).  Später  erhielten  sie
gleichfalls  Gewehre,  nur  der  Name  blieb
erhalten.  Bei  den  Garderegimentern
heißen  die  Mannschaften  der  ersten  und
weiten  Bataillone  =  Grenadiere  Ferner
eißen  die  Regimenter  Nr.  1—12  sowie
Nr.  89,  100,  101,  109  und  110  Grenadierregimenter.
  Ihr  Abzeichen  ist  ein
schwarzer  Roßhaarschweif.  Z
Grenadiermütze,  die  hohe,  spitze  Kopfbedeckung,
  welche  die  Grenadiere  Friedrichs
d.  Gr.  trugen,  die  sich  beim  ersten  Garderegiment
  zu  Fuß  und  der  Schloßgardekompanie
  als  Paradestück  bis  heute  erhalten

  hat.
Grenzer,  s.  Kroaten.
Griechenland.  Heerwe  146  n.  Das
Wehrgesetz  vom  27.  Nov.  1878  ist  1.  Jan.

1880  in  Kraft  getreten.  Jeder  Grieche  ist
wehrpflichtig.  Die  Wehrpflicht  dauert  vom
21.—40.  Lebensjahr,  davon  drei  Jahre
aktiv,  sechs  in  der  Reserve,  #en  in  der
Landwehr,  und  beginnt  mit  11./23.  Juli
ieden  Jahrs.  über  den  Eintritt  entscheidet
das  Los.  Dreijährig-freiwilliger  Eintritt
vom  18.  Jahr  an;  bei  dargethaner  Schulbildung
  und  Einzahlung  von  375  Mark
ist  freiwilliger  Eintritt  auf  nur  6  Monate
gestattet.  Die  Armee  besteht  aus:  18  Bataillonen
  Infanterie,  8  Bataillonen  Jäger
à  Kompanien  (jede  Kompanie  im  Frieden
  4  Offiziere,  14  Unteroffiziere,  102
Mann,  im  Krieg  4  Offiziere,  26  Unteroffiziere,
  220  Mann),  1  Regiment  Kavallerie
  zu  5  Eskadrons  (25  Offiziere,  843
Mann,  835  Pferde),  1  Bataillon  Genie
zu4  Kompanien  (17  Offiziere,723  Mann),
1  Regiment  Artillerie  zu  4  Feld=  und  8
Gebirgsbatterien  (55  Offiziere,  2503
0  2  Krankenwärterkompanien  (323
Mann),  Gendarmerie  2962  Mann,  Verwaltungswesen
  34  Mann,  zusammen  auf
Kriegsfuß  35,136  Mann,  2070  Pferden,
3323  Maultieren.  Die  Infanterie  ist  mit
dem  Gras-Gewehr  bewaffnet,  trägt
einen  dunkelblauen  Waffenrock  und  graue

—  Gros.  169

Beinkleider;  die  Kavallerie  führtden  Gras-Karabiner
  und  Korbsäbel  und  hat  dunkel-Fün
  Uniform  franfösischen  Schnittes.
ie  Artillerie  ist  die  Elitetruppe;  die  Offiiere
  sind  sämtlich  Zöglinge  der  Militärschm.,
  die  Mannschaft  ausgesuchter  Ersatz.
  Entsprechend  dem  vorwiegend  gebirgigen
  Charakter  des  Landes  von  sehr  geringer
  Wegsamkeit,  ist  die  Gebirgsartillerie
die  Mehrzahl.  Feld=  und  Gebirgsbatterien
haben  sechs  7,5,  cm  Gußstahlkanonen  von
Krupp  mit  Kupferringführung.  Die  Gebirgsbatterie
  hat  90  Maultiere.  Die  Offiziere
  sind  entweder  auf  der  Militärschule
erzogen,  oder  aus  den  Gemeinen  hervorgegangen;
  die  erstern  sollen  einen  ausgezeichneten
  Grad  wissenschaftlicher  Bildung  besitzen,
  aber  fast  ausschließlich  bei  der  Artillerie
  und  dem  Genie  eintreten.  Durch
eine  Erweiterung  der  Schule  werden  künftig
  auch  die  andern  Waffen  Zögliuge  diega
  Schule  erhalten.  —  Die  griechische
arine,  welche  1837  noch  aus  34  und
1854  aus  25  Schiffen  bestand,  zählt  gegeuwärtig:
  1  Panzerkorvette  mit  15  cm
tarkem  Panzer,  2060  Ton.  Deplacement,
1  Lhagessahrleu  (Monitor)  mit  178  mm.
starkem  Panzer,  2  ungepanzerte  Schraubenkorvetten,
  6  Schraubenkanonenboote
mit  zusammen  889  Mann  Besatzung;
außerdem  2  Torpedoboote,  4  Dampfer  und
sonstige  Fahrzeuge.  Die  griechischen  Seeleute
  gellten  als  die  besten  der  Welt.
Griechisches  Feuer,  eine  vor  Erfindung
  des  Schießpulvers  gebräuchliche
Brandmasse,  deren  Zusammensetzung  nicht
bekannt  ist,  deren  Hauptbestandteile  aber
griechische  Harze  gewesen  zu  sein  scheinen,
woher  auch  wohl  der  Name  stammt.  Es
wurde  aus  Ballisten  geworfen.  Ob  das
Kriechische  Feuer  Salpeter  enthielt,  der
den  Chinesen  schon  längst  bekannt  war,  ist
nig  eiele,  leichmäßige  Handhab
riffe.  Die  gleichmäßige  Handhabung
der  Handwafsen  (Gewehr,  Söbel,  Lanze)
dient  zur  Erhaltung  der  taktischen  Ordnung
  und  Feuerdisciplin.  Die  zum  Laden
eines  Gewehrs  erforderlichen  Ladegriffe
sind  durch  dessen  Konstruktion  bedingt.
Vgl.  Kandie  uerwaffen.
Grinsel,  s.  Kimme.
Gros  (Ipr.  groh),  die  Hauptmasse  einer