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tritt  Ebbe  ein,  so  schließt  das  rückfließende
Wasser  das  Schleusenthor,  selbstthätig
weitern  Abfluß  verhindernd.  Schiffe,  die
mit  der  Flut  eingelaufen  sind,  können
dann  nach  Offnen  eines  zweiten,  innern
Schleusenthors  in  den  Binnenhafen  einlaufen.
  In  der  deutschen  Marine  heißt  der
Offizier,  welcher  für  die  Offenhaltung  der
Passage,  das  Ein=  und  Ausschleusen,  Sorge
zu  tragen  hat,  der  LOafenmajor;  die  Sicherheitspolizei
  wird  durch  Hafenwache
und  Hafen  gendarmerie  ausgeübt.

Hahn,  beim  Gewehrschloß  der  Teil,  der
die  Entzündung  direkt  zu  bewirken  hat:
beim  Luntenschloß  durch  Heranführen
brennender  Lunte,  beim  Steinschloß  durch
Erzeugen  eines  Funkens,  beim  Perkussionsschloß
  durch  einen  Schlag  auf  das  Zündhütchen.
  Durch  eine  Schlagfeder  wird  der
H.  zum  Schlage  gedreht.

Lalen  (Crochett),  s.  Laufgräben.

Hakenbüchse,  Handfeuerwasse  des  15.
und  16.  Jahrh.,  die  unter  dem  Schaft
einen  Haken  hatte,  der  zum  Einhaken  an
dem  Querholz  der  Schiefschorten  oder  (bei
Doppelhaken,  s.  d.)  des  Bocks  diente.  Sie

erfielen  in  halbe“  anze  und  Doppelaken

  und  wogen  8—25  kg;  die  kleinern
schossen  1—2,  die  großen  8—16  Lot  Blei
mit  halbkugelschwerer  Ladung.  Für  den
Feldgebrauch  wurden  die  Hakenbüchsen
später  auf  eine  Gabel  (Furkett)  gelegt.

Hakenschwenkung,  bei  der  deutschen
Kavallerie  reglementarische  Bezeichnung
für  die  Veränderung  der  Marschrichtung
einer  Kolonne.

Hakett,  Fahrzeug  zum  Transport  von
Brückenmaterial,  Pontons  2c.;  s.  Brücken.

Halbbrigaden  hießen  während  der  Revolutionszeit
  in  Frankreich  die  „Regimenter-,
  weil  den  Franzosen  diese  letztere
Benennung  zu  royalistisch  klang.

Halbpermanente  Linien,  Stationen,
s.  Feldtelegraphie.

Halfter,  1  Zäumunz.

Halsberg,  der  den  Helm  mit  dem
Brustharnisch  verbindende  Teil  der
Rüstung.  Ein  verkleinerter  H.  wurde  als
Ringkragen  (s.  d.)  bis  nach  1871  von
den  dayrischen  Offzieren  als  Dienstabzeichen
  und  wird  jetzt  als  solches  von  den
Veldgendarmen  getragen.

Hahn  —  Handfeuerwaffen  (Hakenbüchse,  Luntenschloß).

Halsen,  seemänn.  Manöver,  welches
bezweckt,  ein  im  Sturm  beiliegendes
Schisf  durch  Drehen  desselben  vor  dem
Winde  über  den  andern  Bug  zu  legen.

Heltetaene  „s.  Visier.

andbüchsenhießen  biszur  Einführung
der  Hakenbüchsen  die  tragbaren  Feuerwaffen,
  deren  erster  Gebrauch  in  den  Anfang
  der  zweiten  Hälfte  des  14.  Jahrh.
sällt.  Sie  bestanden  aus  dem  eigentlichen
Rohr  und  dem  in  dieses  hineinzusteckenden
Kammerstück  mit  Handhabe.

Handfeuerwaffen  sind  im  Gegensatz
zu  den  Geschützen  diejenigen  Feuerwaffen,
  die  vermöge  ihrer  Konstruktion
und  ihres  geringen  Gewichts  tragbar  sind
und  aus  der  Hand  abgefeuert  werden.
Bei  den  ersten  Feuerwafsen  nach  Anwendung
  des  Schießpulvers  war  ein
Unterschied  zwischen  Geschützen  und  H.
noch  nicht  vorhanden;  eine  Trennun
fand  erst  allmählich  statt  und  vollzog  sh
etwa  um  die  Mitte  des  14.  Jahrh.
Entwickelnug  bis  u##  Hinterladungsge-=ehren.



Die  ersten  Handbüchsen  (s.  d.)  aus
Eisen  oder  Messing  waren  sehr  schwerfällig;
  durch  Verkürzung  des  Rohrs  behufs
ihrer  Erleichterung  erhielt  man  die
Knallbüchsen,  von  denen  man  ihrer
geringen  Wirkung  wegen  bald  zu  längern
überging.  Man  gab  laeinen  zum  Auflegen
auf  eine  Gabel  oder  über  eine  Mauer
unterhalb  einen  Haken,  daher  Hakenbüchsen
  (s.  d.)  genaunt.  Die  ersten
Rohre  hatten  hinten  oben  ein  Zündloch,
später  mit  Pfanne  umgeben.  Zur  bessern
Handhabung  erhielten  sie  einen  anfänglichgeraden
  Holzschaft.  1393  wurde  das
Zündloch  seitlich  angebracht,  Pfanne  und
Pfanndeckel  hinzugefügt.  Das  Abfeuern
mit  der  Lunte  wurde  1423  durch  Anbringung
  eines  (drachenförmigen)  Luntenhahns
  erleichtert,  der  mittelst  Abzugs  be-*
  wurde.  Aus  ihm  ging  bald  (1450—
1470)  das  Luntenschloß  mit  Schnapphahn
  unter  Anwendung  der  Stange  mit
Stangenfeder,  Zünesanne  mit  Deckel
hervor.  1470  waren  Visier  und  Korn  bekannt.
  1480  gab  Kafrar  Zöllner  in  Wien
dem  Rohr  der  Hakenbüchsen  g"  rade  Züge

als  Schmutzrinnen,  um  die  Trefffähigkeit