Handfeuerwaffen  (ältere  Hinterladungssysteme,  Metallpatronen).

Gußstahl  gefertigt  werden.  Von  allen
Vorderladergewehren  ist  diesen  Grundsätzen
  allein  das  Schweizer  Ordonnanzgewehr
  von  Wurstemberer  nahegekom-=men.
  Eine  vollkommene  Erreichung  des
Ziels  war  nur  unter  Anwendung  der  Hinterladung
  und  Einheitspatrone  möglich.

Versuche  mit  Hinterladungsgewehren
sind  so  alt  wie  die  mit  Hinterladungsgeschützen,
  sie  greifen  vereinzelt  bis  in
das  16.  Jahrh.  zurück.  Eine  geniale  Leistung
  für  seine  Zeit  war  der  vorerwähnte
deutsche  Drehling  von  1630.  Häufier
  wurden  die  Konstruktionen  im  18.
Jahrh.  Der  französische  Gewebrfabrikdirektor
  Pauli  (bei  dem  Dreyse  gearbeitet)
erhielt  1812  ein  Patent  auf  ein  Hinterladungsgewehr.
  Alle  gemachten  Versuche
scheiterten,  wie  bei  den  Geschützen,  an  der
unvollkommenen  Liderung.  1829  wurde
der  preußischen  Regierung  von  Dreyse
ein  Zündnadelgewehr  vorgelegt,  welches
ein  glatter  Vorderlader  mit  Rundkugel
  und  Einheitspatrone  unter  Anwendung
  eines  Zündspiegels  und  der  Ein-Hcliehung
  von  Geschoß,  Zündspiegel  und
adung  in  eine  Papierhülse  war.  1836
trat  er  mit  seinem  Hinterladungs-Zünonabelteemehr.
  hervor,  das  1841
in  Preußen  zur  Einführung  kam.  Dieses
Gewehr  wurde  zwar  bei  seinem  großen
Kaliber  von  15,43  mm  durch  den  sinnreichen
  Notbehelf  der  Spiegelführung  begünstigt,
  die  den  Gebrauch  eines  Geschosses
von  13,6  mm  größtem  Durchmesser  gestattete,
  war  aber  doch  in  ballistischer  Beziehung
den  gezogenen  Vorderladergewehren  andrer
  Armeen  nicht  überlegen.  Seine  Ersolge
  im  preußisch-österreichischen  Krieg
von  1866  errang  es  durch  seine  Hinterladung,
  deren  Kriegsbrauchbarkeit,  bis  dahin,
wenn  nicht  verneint,  so  doch  angezweifelt,
in  ihrer  außerordentlichen  Bedeutung  für
das  Feuergefecht  durch  jenen  Krieg  praktisch
  vor  Augen  geführt  wurde.  Diesen
Thatsachen  gegenüber  konnte  kein  Staat
in  abwartender  Stellung  verbleiben.  Die
Folge  war,  daß  in  kurzer  Zeit  zahllose
Konstruktionen  von  Hinterladungsgewehren
  auftraten;  die  große  Konkurrenz
beschleunigte  zwar  die  Entwickelung,  veranlaßte
  aber  auch  über  Jahre  sich  hin-Militär-Lexikon.



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ziehende  Versuche.  Die  Gewehrfrage
gliederte  sich  nunmehr  in  die  Konstruktion
des  Laufs,  des  Hinterladungsmechauismus
  und  der  Munition.
Aus  militärisch-politischen  Gründen  war
es  ungusäisig,  die  gleichmäßige  Durchbildung
  der  Waffe  in  diesen  drei  Richtungen
  nach  den  modernen  Grundsätzen  abuwarten
  und  so  lange  die  bisherigen

orderlader  unverändert  beizubehalten.
Man  griff  deshalb  zu  dem  Aushülfsmittel,
  diese  Gewehre  in  Hinterlader
umzuändern  und  sie  erst  später  durch  eine
Neukonstruktion  zu  ersetzen.  Hieraus
gingen  eine  Anzahl  sogen.  Transformationsverschlüsse
  hervor.  Unter
Beibehaltung  des  Perkussionsschlosses  mit
Zündhütchen  auf  dem  Piston  kamen  Patronenhülsen
  aus  Papier  oder  Zeug  zur
Auwendung,  die  noch  eines  besondern
Dichtungsmittels  für  den  Verschluß  bedurften.
  Es  sind  dies  die  Systeme  von
Westley-Richard,  Green,  Benjamin,
Mont-Storm,  Podewils  u.  a.,  die  kein  wesentlich
  schnelleres  Feuern  als  die  Vorderlader
  gestatteten.  Das  Hinterladungsgewehr
  wurde  erst  durch  die  Einheitspatrone
  mit  metallischer  Dichtung  des
Verschlusses  lebensfähig.  Die  Amerikaner
haben  das  Verdienst  der  Erfindung  der
Metallpatronenhülsen,  deren  überstehender
  Bodenrand  die  Dichtung  des  Verschlusses,
  unabhängig  von  seinem  mechanischen
  Konstruktionssystem,  ausübt  und
der  es  gleichzeitig  ermöglicht,  die  abgefeuerte
  Hülse  aus  dem  Lauf  herausziehen
zu  können.  Sie  waren  aus  Kupferblech  mit
hohlem  Bodenrand  geprägt,  der  mit  dem
Knallsatz  gefüllt  wurde.  Aus  ihnen  gingen
die  Hülsen  hervor,  wie  sie  jetzt  in  der  deutschen
  und  den  meisten  Armeen  gebräuchlich
  sind.  Bei  ihnen  ist  die  für  die  Handhabung
  gefahrvolle  Lagerung  des  Zündsatzes
  im  Bodenrand  durch  Einsetzen  eines
Jndhit  ens  in  die  Zün  dglocke  in  der

ittedes  Bodens  vermieden.  Diese  Hülsen
sind  aus  Messing  gezogen;  der  Geschoßraum
  hat  geringern  Durchmesser  als
der  Pulverraum;  2—4  Zündlöcher  in  der
Zündglocke  gestatten  das  Durchschlagen
des  Feuers  vom  Zündhütchen  zur  Ladung
(s.  Patrone).

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