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Konstruktiss  der  verschiedenen  Hinterladnngstewehre.


Je  nach  ihrem  Konstruktionsprinzip
lassen  sich  die  Verschlüsse  in  folgende
Systeme  gruppieren:  1)  Scharnier=  oder
Klappenverschlüsse,  2)  Blockverschlüsse,  3)
Kolben=  oder  Cyliuderverschlüsse,  4)  der
Wellenverschluß.

1)  Scharnier=  oder  Klappenverschlüsse.
  a)  Seitlich  zu  öffnen.  England
  glaubte  nach  dem  deutsch-dänischen
Krieg  1864  mit  der  Beschaffung  von  Hinterla
  W*  nich  zögern  zu  dürfen
und  änderte  seine  Enfield-(Vorderlader-)
  Gewehre  nach  dem  System  Snider
in  Hinterlader  um.  Das  Gewehr  wird
durch  eine  nach  der  rechten  Seite  zu  öff-Handfeuerwaffen

  (Scharnier=  oder  Klappenverschlüsse).

sich  im  wesentlichen  nur  durch  die  Form  der
Klappe  und  die  Vorrichtung  zum  Festhalten
  derselben  beim  Schuß  zur  Verhütung
selbstthätigen  Aufschlagens.  Beim  System
Milbank-Amsler  (Schweiz)  legt  sich
zwischen  Schließklappe  und  Gehäusewand
ein  Schließkeil  mit  Handhabe,  der  nur
dann  das  Abfeuern  gestattet,  wenn  er
vollständig  in  den  entsprechenden  Falz
eingreist.  Beim  System  Wänzt.  (Osterreich)
  wird  beim  Abfeuern  durch  den  Hahn
selbst  ein  Keil  in  das  Verschlußstück  geschoben,
  der  auch  erst  beim  Spannen  des
Hahns  herausgezogen  wird.  Abhnlich  ist
das  System  Albini-Brändlin  (Belgien).
  Der  Kopf  des  Hahns  trägt  drebbar
einen  Riegel,  der  beim  Abfeuern  auf  den  im

Fig.  1.

nende  Klappe  geschlossen,  durch  welche
schräg  der  Schlagstift  geht,  auf  dessen  Kopf

der  Hahnschlägt.  In  Frankreichwurde  die=  1

ses  System  mit  Hinzufügen  einer  Vorrichtung
  zum  Lüften  der  abgeschossenen  Patronenhülse
  als  System  à  la  tabatiere  auch
eingeführt.  Schwächen  dieses  Verschlusses
sind  das  mangelhafte  Ausziehen  der  Hülsen
  und  die  Notwendigkeit  des  vollständigen

Einsetzens  der  Patronen  mit  der  Haud,  so  st

daß  die  Klappe  am  Patronenboden  vorbeischlagen
  kann.  Von  gam  ähnlicher
Konstruktion  ist  das  in  Nußland  eingeführte
  System  Kruka;  bei  ihm  öffnet  sich
jedoch  die  Klappe  nach  links.  —  b)  Nach
vorn  zu  öffnen.  Das  Verschlußstück  ist
um  ein  auf  dem  Lauf  senkrecht  zu  seiner
Achse  süsene  Scharnier  drehbar  nach
vorn  aufzuklappen.  Durch  dasselbe  geht
der  Schlagstift,  auf  den  der  Hahn  schlägt.
Die  verschiedenen  Systeme  unterscheiden

System  Henry-Martini.  Geschlossen  und  abgefeuert.

Verschlußstück  sitzenden  Schlagstift  schlägt.
Spanien  hat  Gewehre  nach  dem  System
des  amerikanischen  Generals  Berdan
umgeändert,  dessen  Verschlußstück  und
Schlagstift  aus  zwei  Teilen  besteht.  Das
Herausziehen  der  Patronenhülsen  geschieht
bei  allen  diesen  Systemen  burs  einen
mit  dem  Scharnier  verbundenen  Extraktor
  beim  Aufschlagen  des  Verschlußücks.
  Die  nur  teilweise  herausgezogene
Hülse  muß  jedoch  noch  durch  eine  ruckartige
  Bewegung  des  Gewehrs  herausgeschleudert
  werden.

2)  Blockverschlüsse.  Sie  sind  charakterisiert
  durch  einen  in  der  Richtung  der
Laufachse  liegenden  Verschlußblock,  der,  an
seinem  hintern  Ende  um  eine  wagerechte
Achse  drehbar,  mit  dem  vordern  Ende  nach
unten  fällt  (daher  Fallingblocks  genannt),
  den  Lauf  öffnet  und  bei  dieser  Bewegung
  gleichzeitig  das  Ausziehen  der  Pa-