Hassagai

Leibgarde  des  Königs  von  Bayern,  die,
aus  Leibgardeschützenreitern  gebildet,  13.
April  1669  ihren  jetzigen  Namen  erhielt
und  zu  Wachen  in  den  Residenzen  und
bei  Feierlichkeiten  verwendet  wird.  Sie
besteht  seit  1825  aus  1  Generalkapitän,
1  Premier-,  2  Sekondeleutnants,  1  Kornett,
  2  Eremptwachtmeistern  (Stabsoffizieren),
  1  Adjutant  (Ritimeisterg.  Premier-,
  4  Sekondebrigadiers,  1  artschieren,
  1  Profoß,  1  Fourier,  1  Arzt.
Sie  tragen  hellblauen  Wasfenrock  mit
Silber,  Manschetten,  hellgraue,  hohe  Stiefel,
  Helm  mit  goldnem  Adler.
Hassagai,  s.  Assa  gaie.
Haubaojonett,  s.  Bajonett.
Haubitze,  ein  zwischen  Kanone  und
Mörser  stehendes  glattes  Geschütz,  vorzugsweise
  für  den  Gebrauchvon  Granaten.
Das  Rohr,  6—8  Kaliber  lang,  soll  mit
mittlern  und  kleinen  Ladungen  Geschosse
in  flachem  oder  höherm  Bogen  schießen,
eignet  sich  also  besonders  für  den  indirekten
Schuß  (s.  Geschütze).  Anfänglich  nur
Steinkugeln  werfend,  erlangten  die  Haubitzen
  ihre  große  Bedeutung  mit  Einfühumg
  eer  Granaten  Mitte  des  16.  Jahrh.—
Die  übertragung  des  Namens  H.  auf  kurze,
zum  indirekten  Schuß  bestimmte  gezogene
Kanonen  ist  zwar  vielfach  versucht  worden,
  hat  sich  aber  noch  nicht  eingebürgert.

Hauptbüchsen  nannte  man  im  15.  und
16.  Jahrh.  die  Belagerungsgeschütze,  deren
Geschosse  von  dem  Umfang  eines  Menschenhaupts
  oder  größer  als  dieses  waren;
die  Rohre  wogen  25—100  Ctr.

Hauptkonservatorium  der  bayrischen
  Armee  heißt  die  seit  1829  dem
Generalquartiermeisterstab  in  München
unterstellte  große  Bibliothek.

Gauhtmagazin,  s.  Belagerungspark.


Hauptmann,  Befehlshaber  (Chef)  einer
Kompanie  oder  Batterie,  für  deren  Ausbildung,
  Disciplin  und  Verwaltung  er
verantwortlich  ist.  Er  ist  der  erste  Vorgesetzte
  des  Soldaten,  welcher  Strafgewalt
besitzt;  vgl.  eborsse.

Hauptmateriallendepot  (pr.  Depsy),  s.
Belagerungspark.

Hauptmunitionsdepot  (spr.  -epöhh),  s.
Munitionsersaktz.

—  Heck.  187
Hauptaguartier,  der  Ort,  in  welchem
der  Befehlshaber  einer  selbständigen  Armee
Ouartier  genommen,  sodann  das  in  der
Begleitung  dieses  Höchstkommandierenden
befindliche  Personal,  wie  Adjutantur,
Stabswache,  Feldgendarmerie  2c.  Das
Große  H.  ist  das  H.  des  Landesherrn  oder
des  Höchstkommandierenden,  dem  mehrere

Armeen  unterstellt  sind.
aupt-Schanzzeugdepot  (pr.  ·  depoͤh),

s.  Belagerungspark.

Oe#uptwache,  die  Wache  einer  gräßern
Garnisonstadt  oder  Festung,  in  der  alle
im  Garnisonwachdienst  vorkommenden
Meldungen  derandern  Wachen  zusammenlaufen
  und  in  die  Hände  des  mit  der  Beaufsichtigung
  des  Garnisonwachdienstes
beauftragten  Offiziers  gelangen.

".  auftwall  s.  Festung.
Hautboisten  (#pr.  bo.),  s.  Hoboisten.
Hebebügel,  s.  Hebezeug.
Hebespiegel,  runde  Platte  von  Holz
(früher  auch  aus  Pappe),  an  der  einen
Seite  dem  Kessel  des  Mörsers  entsprechend
abgerundet,  die  beim  Schießen  von  Streugeschossen
  (Spiegelgrauaten,  Kartätschen
und  Steinen)  aus  glatten,  schweren  Mörsern
  zwischen  Ladung  und  Geschossen  eingesetzt
  wurde,  umden  Stoß  des  Pulvers  möglichst
  gleichmäßig  auf  letztere  zu  verteilen.

Oebezeug,  Maschinen  zum  Heben  schwerer
  Geschützrohre,  um  sie  in  ihre  Laffeten

u  legen  oder  aus  denselben  zu  heben.  Es
8  drei-  oder  vierbeinige  Gestelle,  in  denen
oben  ein  Flaschenzug  aufgehängt  ist,  dessen
Tan  oder  Kette  E  um  die  Welle  eines
Kreuzhaspels  oder  eines  Zahnradvorgeleges
auf  und  ab  wickelt.  Zum  Heben  der  schweren
  Küstengeschütze  hat  man  neuerdings
hydraul  che  Hebezeuge  angewendet,  die
nach  Art  der  hydraulischen  Kressen  konstruiert
  sind.  zam  Heben  werden  um  das
Rohr  zwei  Hebebügel,  Stahlblätter  mit
baschenketten,  welche  auf  einem  Träger  aufzuhängen
  sind,  gelegt;  8-Haken  verbinden
ihn  mit  dem  Flaschenzug.

Geck,  der  hinterste  Teil  eines  Schiffs;
auf  dem  Oberdeck,  zuweilen  auch  auf  dem
Batteriedeck,  werden  im  H.  die  Heckgeschütze
  aufgestellt,  welche  bei  der  Verfolgung
  durch  den  Feind  oder  beim  Rückzug
in  Thätigkeit  treten  sollen.