192

I#tiseth  „  die  türkische  Reserve,  (.
ürkei.

Indelningsrerk  (Indeltatrurpen),
  die  nur  in  Schweden  bestebende
Einrichtung,  nach  welcher  auf  dem  ländlichen
  Grundbefitz  die  Verrflichtung  rubt,

Soldaten  anzuwerben  und  zu  unterhalten.
  Die  Grundstücke  des  Reichs  find  in

der  Weise  „eingeteilte  (indelta,  daher
der  Name),  daß  eine  gewisse  Anzahl
von  ihnen  (Rote)  je  einen  Mann  zu
stellen  und  zu  verpflegen  hat.  Die  schon
aus  dem  Anfang  des  15.  Jabrb.  stammende
  Eimichtung  erhielt  1683  durch
Karl  XI.  die  jetzt  noch  bestehende  Regelung.
Zweimal  im  Jahr  werden  die  in  der
Zwischenzeit  angenommenen  Rekruten
dem  Landeshauptmann  und  Regimentschef
  vorgestellt,  dann  machen  sie  in  zwei
aufeinander  folgenden  Jahren  einen  sechswöchentlichen
  Ausbildungskursus  durch
und  werden  edlicharbrobien.  Der  Soldat
  erhält  von  der  Rote  ein  Häugen  (bis
zu  140  Reichsmark),  ein  Häuschen  mit
Wohnstube,  Viehstall  und  Futterraum,
ein  Stückchen  Gartenland,  einen  Morgen
Acker  und  Wiese  sowie  eine  unbedeutende
Löhnung  in  Geld,  im  Gesamtwert  von
jährlich  durchschnittlich  140  Reichsmark.
Die  Unisorm  und  Ausrüstung  liefert  der
Staat.  Die  Verpflichtung,  Reiter  zu  stellen,
  liegt  den  Rusthaltern  (Privatrundbesitzern)
  ob,  die  hierfür  von  gewisen
  Steuern  befreit  sind.  Sie  müssen  die
Leute  in  derselben  Weise  anwerben  wie
die  Rotehalter,  aber  auch  ein  brauchbares
  Reitpferd  sowie  die  Bekleidung  und
Ausrüstung  des  Mannes  (mit  Ausnahme
der  Wassen)anschafsen.  Die  Leistungen  der
Rusthalter  sind  zu  350  Reichsmark  jähr-"
  ch  angeschlagen.  Die  Indelta-Infanterie
besteht  aus  19  Regimentern  à  2  Bataillone
  mit  einer  Friedensstärke  von  23,567
Mann,  die  Judeltakavallerie  aus  5  Regimentern
  und  1  Jägerkorps  in  Stärke
von  3569  Mann.  Im  Krieg  sollen  sie
auf  doppelte  Stärke  gebracht  werden.
Der  geringe  Wert  dieser  Truppen  ist  von
der  schwedischen  Regierung  erkannt,  aber
eine  zeitgemäße  Organisation  an  ihrer
Stelle  noch  nicht  gelungen.
Indirekter  Schuß  war  nach  früherer

Ihtijath  —  Indirekter  Schuß.

Erklärung  jeder  Schuß  gegen  ein  verdeckt
liegendes  Ziel;  heute  lautet  dieselbe  so:
der  indirekte  Schuß  ist  ein  Schuß  gegen
verdeckte  Ziele,  deren  Deckung  zu  einer
besondern  Kombinatien  von  Geschützladung
  und  Elevarion  zwingt,  weil  die
Flugbahn  eine  bestimmte  Lage  zu  dieser
Deckunggeben  soll.  Für  die  Flugbahn  aber
sind  die  drei  Punkte:  Geschützmündung,
böchsier  Punkt  (Krrie)  der  Deckung  und
beabsichtigter  tiefster  Treffpunkt  von
Bedeutung.  Die  Verbindungslinie  der
beiden  letztern  bildet  mit  der  Wagerechten
den  Fallwinkel,  welcher  der  feststehende
Faktor  in  der  Rechnung  ist,  durch  die  bei
gegebener  Entfernung  die  erforderliche
Eleration  und  zuössig  stärkste  Ladung  zu
ermitteln  find.  Für  diese  Berechnungen
enthalten  die  Schußtafeln  die  entsprechenden
  Angaben  (Entfernung,  Elevation,
Ladung,  Fallwinkel).  Der  indirekte  Schuß
kann  entweder  gegen  wagerechte  Ziele
(Wallgänge  mit  Trarersen,  eschüten.
erichtet  fein  und  heißt  dann  Rikochettschuß,
  oder  gegen  aufrechtstehende,
meist  feste  Ziele  (Mauerbauten  jeder  Art).
Diese  Schußart  wurde  von  der  preußischen
Artillerie,  in  Veranlassung  des  Schießversuchs
  zu  Woolwich  1821,  durch  Versuche
  1856  zu  Koblenz  gegen  ein  gemauer--tes
  Blockhaus,  1857  in  Schweidnitz  ausgebildet
  und,  als  später  die  gezogenen
Esschüte  hinzutraten,  1860  in  Jülich  u.
1869  in  Silberberg  fortgesetzt.  Bei  letztern
  wurde  ein  für  den  indirekten  Schuß
besonders  befähigtes  Geschütz,  die  kurze.
15  cm  Kanone,  zum  indirekten  Breschieren
  verwendet;  die  gewonnenen  Erfahrungen
  wurden  1870  vor  Straßburg  verwertet,
  wo  ein  Blockhaus  mit  Fallwinkeln
von  11—120  demoliert  und  drei  Breschen
indirekt  geschossen  wurden.  Hier,  wie  bei
andern  Gelegenheiten,  wurde  man  zu
der  Ansicht  geführt,  daß  es  in  vielen  Fällen
  vorteilbaften  sei,  das  Mauerwerk
durch  regelloses  Demolieren  als  durch
ein  beabsichtigtes  systematisches  Schnittschießen
  ühuscheeren.  1873  bei  Graudenz
ausgeführte  Versuche  haben  diese  Annahme
  bestätigt,  und  wird  man  deshalb
künftig,  wenn  die  Umstände  es  gestatten,
grundsätzlich  bis  auf  Entfernungen  von