Infanterie  —  Ingenieurkorps.

2000  m  und  mehr  unter  Fallwinkeln  von
15°%  und  darüber  Mauerwerk  durch  den
indirekten  Schuß  zu  breschieren  suchen.
Zur  wirksamern  Ausführung  dieser  mit
der  größern  Entfernung  schwieriger  werdenden
  Aufgabe  ist  inzwischen  eine  kurze
21  cm  Kanone  konstruiert  worden,  während
  für  die  kleinern  Entfernungen  die
kurze  15  cm  Kanone  genügt.  Des-  Ausbildung
  des  indirekten  Schusses  ist  von
bedeutendem  Einfluß  auf  die  Anwendung
  des  Mauerwerks  im  Befestigungswehn
  geworden;  vgl.  Festung.
nfanterie,  das  Fußvolk,  bildet  jetzt,
wie  fast  zu  allen  Zeiten,  die  Hauptmasse
eines  Heers,  weil  sie  durch  die  Art  ihrer
Bewaffnung  gleich  geeignet  für  den  Nahwie
  Fernkampf,  am  unabhängigsten  von
der  Gangbarkeit  des  Terrains  ist  undgleicheitig
  aus  demselben  sich  die  möglichste
eckung  nutzbar  machen  kann:  dabei  ist  sie
am  leichtesten  aufzubringen,  auszurüsten
und  auszubilden  und  am  schnellsten  aus
dem  Friedens=  in  den  Kriegszustand  hinüberzuführen.
  Diese  Vorzüge  machen  sie
zur  Hauptwaffe,  denn  wenn  sie  auch
von  der  Kavallerie  an  Schnelligkeit,  von
der  Artillerie  an  Wirkungsfähigkeit  übertroffen
  wird,  so  ist  sie  doch  aus  taktischen
Gründenallein  imstande,  die  Entscheidung
im  Kampf  herbeizuführen.  Die  vielen  Versuche,
  eine  berittene  J.  zu  organisieren,
um  die  Vorzüge  der  J.  und  Kavallerie  in
Einer  Truppe  zu  vereinen,  waren  nie  von
dauerndem  Erfolg.

Im  Altertum  unterschied  man  schwere
und  leichte  J.,  die  sich  lediglich  durch
ihre  Bewaffnung  und  Panzerung  unterschieden.
  Im  Mittelalter  tritt  die  J.  geen

  die  Reiterei  zurück,  welche  nicht  nur
Haupt-,  sondern  fast  die  alleinige  Wasse
wird.  Erst  durch  die  Schweizer  Freiheitskämpfe
  seit  Anfang  des  14.  Jahrh.
und  die  Hussitenkriege  im  15.  Jahrh.  sowie
  durch  die  sich  während  dieser  Zeit  zum
wirkungsvollen  Feldgebrauch  entwickelnden
  Feuerwaffen  gelangte  das  Fußvolk  zu
einer  selbständigen  Bildung,  die  dann  in
dem  Landsknechtswesen  dem  Zeitalter  der
Reformation  einen  eigentümlichen  Charakter
  verleiht.  Die  schwere  J.,  niit  Brustharnisch
  und  Sturmhaubegerüstet,  kämpft

Militär-Lexikon.

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mit  der  Pike  und  dem  Schlachtschwert,  die
leichte  findet  in  den  Arkebusieren  und
Musketieren,  die  in  »hellen  Haufen«  als
Tirailleure  vor  den  Pikenieren  das  Gefecht
eröffneten,  ihre  Vertreter.  Wie  dann  gegen
Ende  des  Dreißigithigen  Kriegs  die
Rüstung  beim  Fußvolk  nach  und  nach  verschwindet,
  treten  gleichzeitig  die  Grenadiere
auf,  und  als  nach  dem  Krieg  das  Ererzieren
und  der  Drill  immer  mehr  zur  Geltung  kamen,
  verschwindet  auch  das  Schützengefecht
undauf  die  Massentaktik  des  17.  folgt  dann
die  Lineartaktik  des  18.  Jahrh.,  die  unter
Friedrich  d.  Gr.  ihren  Höhepunkt  erreicht
und  in  ihm  ihren  genialsten  Feldherrn
findet.  Mit  ihr  war  auch  die  einheitliche
Bewaffnung  der  J.  mit  dem  Bajonettgewehr
  verbunden.  Der  die  starren  Formen
der  Lineartaktik  belebende  Geist  ging  verloren;
  als  daher  die  Revolution  in  Frankreich
  keine  Zeit  behielt,  ihre  zusammenerafften

  Heere  zu  drillen,  gab  man  die

ineartaktik  auf,  deren  Wesen  sich  auf  das
Drillen  gründete,  ging  zur  Massentaktik
Heschlossener  Kolonnen  zurück  und  verand

  mit  diesen  wieder  das  in  Amerika
gelernte  Schützengefecht;  in  den  hierfür
verwendeten  Schützen  und  Jägern  bildete
sich  eine  leichte  J.  neben  der  Masseninfanterie
  als  schweren  ans.  Diese  Formation
der  J.  bestand  nach  den  Napoleonischen
Kriegen  fast  in  allen  Heeren,  nur  die  Armee
Großbritanniens  bewahrte  sich  bis  in  die
heutige  Zeit  eine  Art  Lineartaktik.  Nach
und  nach  aber,  namentlich  unter  dem  Einfluß
  der  gezogenen,  dann  der  Hinterladungsgewehre,
  entwickelte  sich  das  zerstreute
  Gefecht,  das  die  heutige  Taktik
der  J.  charakterisiert.  Hiermit  aber  wird
die  Einteilung  der  J.  in  schwere  und
leichte  uur  eine  nominelle.

Infirmiers  pr.  ängstrmiehs),  die  durch
Ordre  vom  31.  Okt.  1860  für  die  französische
  Armee  ins  Leben  gerufene  Einrichtung
  der  Lazarettgehülfen,  deren
Dienst  als  Krankenwärter  bis  dahin  unter
Leitung  von  Nonnen  durch  Sanititssoldaten
  ausgeübt  wurde.

Ingenieurkorps  (spr.  inscheniörkohr,
Genie),  eine  Specialwasse  zur  Leitung
militärischer  Bauten  im  Krieg  und  Frieden
  und  zur  Ausführung  derjenigen  Ar-13

