Italien  (Heeresorganisation).

kiren  des  polnischen,  später  russischen,  die
Arnauten,  Baschi-Bozuks,  Kurden,  Tataren
  2c.  des  türkischen  Heers.  Die  des
öterreichischen  Leers  wurden  nach  und
nach  reguliert,  ebenso  haben  die  russischen
eine  *  Organisation  erhalten,  werden
aber  trotzdem  noch  offiziell  als  i.  T.  bezeichnet.
  Ebenso  sind  die  aus  Volksbewaffnungenhervorgegangenen
  Truppenkörper,
wie  Ereischann,  Guerillas,  Franctireurs
2c.,  die  in  der  Regel  keine  Bestandteile
des  Heers  bilden,  sondern  den  Krieg  auf
eigne  Faust  führen,  als-i.T.-zubezeichnen.

Italien.  Heerwesen.  Nach  dem
Wehrgesetz  vom  7.  Juli  1875  zerfällt  die
unter  dem  Oberbefehl  des  Königs  stehende
Landmacht  in  das  stehende  Heer,  die
Mobilwiliz  (Landwehr)  und  die  Territorialmiliz(Landsturm).
  Alle  kriegsdiensttauglichen
  Italiener  sind  vom  20.—
39.  Lebensjahr  wehrpflichtig.  Es  gibt  drei
Klassen  Wehrpflichtiger:  die  der  ersten  gehören
  8  Jahre  dem  slehenden  Heer,  4  Shder
  Mobil=  und  7  Jahre  der  Territorialmiliz,
  die  der  zweiten  gehören  5  Jahre  dem
stehenden  Heer,  4  der  Mobil=  und  10
Jahre  der  Territorialmiliz,  die  der  dritten
18  Jahre  der  Territorialmiliz  an.  Für  die
erste  Klasse  ist  die  Präsenzdienstzeit  auf  5
Jahre  bei  der  Kavallerie,  3  Jahre  bei  den
andern  Waffen,  für  die  zweite  auf  50,
für  die  dritte  auf  höchstens  30  Tage  festgesetzt.
  Üüber  den  Eintritt  in  die  erste
oder  zweite  Klasse  entscheidet  das  Los;  in
die  dritte  werden  die  in  den  beiden  ersten
Klassen  gesetzlich  Befreiten  eingestellt.  Freiwillige
  dienen  8  Jahre  aktiv,  11  Jahre
bei  der  Territorialmiliz.  Zum  Einjährig-Freiwilligendienst
  ist  die  Ablegung  einer
Prüfung,  für  die  Artillerie  die  Immatrikulation
  für  das  Studium  der  Mathematik
auf  einer  Universität  oder  gleichstehenden
technischen  Lehranstalt  sowie  die  Einzahlung
  von  1280  Mark  für  den  Eintritt
bei  der  Kavallerie  und  960  Mark  bei  den
andern  Wasfen  erforderlich.  Die  Einjährig-Freiwilligen
  werden  dann  gleich
allen  andern  Soldaten  gehalten,  müssen
auch  in  den  Kasernen  wohnen  und  haben,
neben  besondrer  Ausbildung,  Befreiung
von  gewissen  Diensten.  —  Die  stehende
Armee  wird  in  10  Armeekorps,  jedes  aus

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2  Jufantcriedivisionen,  1  Kavallerie-,  1
Artilleriebrigade,  1  Regiment  Bersaglieri,
1  Geniebrigade  (2  Kompanien)  bestehend,
eingeteilt.  Die  Infanteriedivision  besteht
aus  2  Brigaden  à  2  Regimenter.  Dem  entsprechend
  hat  J.  folgende  territoriale
Einteilung:  10  Korps-,  20  Divisionskommandos,
  88  Militärdistrikte  (Landwehrbezirkskommandos),
  200berkommandos
  derselben,  je  6  Artillerie=  und  Geniekommandos,
  12  Artillerie-,  16  Geniedirektionen,
  je  20  Sanitätspflege=  und  Kommissariatsdirektionen.

Stehendes  Heer.

Infanterie:  2  Grenadier-,  78Infanterieregimenter
  à  3,  10  Bersaglieriregimenter
  à  4  Bataillone,  7  Alpenjägerbataillone
287  Bataillone.  Jedes  Bataillon  hat  4
Kompanien,  ein  Infanterieregiment  2563,
ein  Bersaglieriregiment  3370  Köpfe.  Die
Infanterie  ist  mit  Vetterli-Gewehren  M/70
bewassnet.  Jeder  Mann  ist  mit  Kalbfelltornister,
  Zeltsack,  Brotbeutel,  hölzerner
Feldflasche,  Kochgeschirr  ausgerüstet  und
trägt  an  Gepäck  24,318  kg.  —  Kavallerie;
  20  Regimenter,  welche  fortlaufende
Nummern  führen.  Nr.  1—10  zählen  zur
schweren,  11—20  zur  leichten  Kavallerie;
  die  erstern  führen  Lanzen  und
sechsschüssige  Revolver,  die  letztern  Vetterli-Musketen,
  alle  Regimenter  mäßig  gebogene
  Korbsäbel,  am  Sattel  befestigt.  7
des  Kavallerieregiment  gliedert  sich  in  den
Regimentsstab,  3  Divisionsstäbe,  6  Eskadrons,
  2  Guiden  r*5  letztere  werden
erst  im  Krieg  auzgest  t,  im  ganzen  1052
Mann.  Die  Guiden  werden  den  Stäben
als  Ordonnanzen  zugewiesen.  —  Artillerie:
  10  Feldartillerieregimenter  Nr.  1
bis  10,  4  Festungsartillerieregimenter  Nr.
11—14,  8  Gebirgsbatterien.  Jedes  Feldartillerieregiment
  besteht  aus  4  schweren,
6  leichten  Feldbatterien,  3  Trainkompanien,
  1  Depot  und  führt  das  Personal
und  Material  für  3  Milizbatterien,  1  Divisionspark
  und  1  Traiukompanie.  Die
Batterien  bilden  zu  3,  beziehenulh  4  je
eine  Brigade,  die  Trainkompanie  eine
Trainbrigade.  Die  leichten  Batterien  führen
  je  acht  8em  Hartbronze-,  die  schweren
je  acht  hem  Gußstahl-Ginkealadergeschitze
außerdem  sind  noch  30  Reserwebatterien