Jacht  —  Janitscharenmusik.

eigentliche  Küstenverteidiguugsflotte  besitzt
J.  nicht.  Das  Personal  besteht  aus  12
Admiralen,  83  Kapitänen,  330  Leutnants,

199

115  Marineinfanterieoffizieren,  12,180
Mann,  mit  Maschinenpersonal  und  Marineinfanterie
  zusammen  17,040  Köpfen.

J  (Jot).

Jacht  nennt  man  die  sehr  schnell  laufenden
  und  meist  in  kostbarer  Weise  aus-FKsstatteten.
  Seefahrzeuge,  die  zwar  auch  zu

arinezwecken  verwendet  werden,  aber
doch  vorzugsweise  zur  Verfügung  fürstlicher
Personen  oder  *ugi  —  stehen.

Jagdgeschütze,  bie  gerade  voraus  feuernden
  Buggeschütze,  namentlich  auf  den  sich
besonders  zur  Verfolgung  eignenden  Avisos
  und  Kreuzern.  Ihrem  Zweck  entsprechend
  sind  es  weittragende  Kanonen  mittlern
  Kalibers,  meist  lange  15  em  Ringkanonen
  in  Pivotlaffeten.

Jäger,  eine  Specialform  der  Iusamterie,
welche  zu  einer  Zeit  entstand,  als  neben
der  allgemeinen  armerwe  schon  Waffen
im  Gebrauch  waren,  die  sich,  meist  gezogen,
durch  eine  größere  Treffsicherheit  auszeichneten,
  aber  zu  ihrer  Handhabung  eine

rößere  Übung  neben  besondrer  esscheach
eit  verlangten.  Eine  solche  Wasse  konnte
jedoch  in  der  geschlossenen  Front  der  Infanterie
  nicht,  sondern  nur  in  zerstreutem
Gefecht,  von  den  Tirailleurs,  mit  Vorteil
ausgenutzt  werden.  Hierzu  gehörten  wiederum
  Leute,  welche  es  verstanden,  sich  im
Terrain  gewandt  zu  bewegen;  dies  waren
die  J.  und  Forstbeamten.  So  wurden
infolge  Gesetzes  von  1656  durch  den  Kurfürsten
  von  Brandenburg  die  Forstbeamten
als  Scharfschützen  oder  J.  in  das  Heer
eingestellt.  Im  Dreißigjährigen  Krieg  wurden
  vom  Landgrafen  Wilhelm  von  Lesien=Kassel
  drei  Kompanien  mit  gezogenen
Büchsen  bewafsnete  J.  sormiert.  Die  erste
Jägertruppe  schuf  Friedrich  d.  Gr.  1740
aus  Färstern  und  Försterssöhnen  zum
*  Kundschafter=  und  Wegweiserdienst.
1784  wurde  ein  Jägerregiment  zu  10  Kompanien
  aufgestellt,  dessen  berühmtester  Chef
ork  v.  Wartenburg  war.  1814  wurde  das
euchäteler  Jägerbataillon  aus  Eingebornen
  der  Fürstentümer  Neuchätel  und  Valengin
  formiert,  das  nach  dem  Ausscheiden
derselben  aus  der  preußischen  Monarchie

—588  definitiv  1850)  das  ichig  Gardechützenbataillon
  wurde  (s.  Deutsches
Reich,  S.  65).  Im  Froten  und  ganzen
ist  der  Unterschied  zwischen  Jägern  und  der
übrigen  Infanterie  nur  noch  nominell,
doch  eignen  sie  sich  vermöge  ihrer  sorgfältigern
  Ausbildung  im  Schießen  wieim  Felddienst
  vorzugsweise  zum  Sicherheitsdienst.
Jalonneure  (spr.  schalonnöre)  hießen
früher  die  mit  Meßfähnchen  die  Richtung
einer  Truppe  bezeichnenden  Unteroffizierc.
Janitscharen,  eine  vom  Sultan  Urchan
1328  aus  gefangenen  Christen  und  im
VPlam  erzogenen  Christenkindern  errichtete
ruppe,  welche  von  dem  Scheich  Hadschi
Bektasch  bei  ihrer  Einsegnung  den  Namen
und  dadurch,  daß  er  hierbei  den  Armel
seines  weißen  Filzmantels  auf  den  Kopf
des  Anführerslegte,  auch  die  Kopfbedeckung,
eine  weiße  Filzmütze  mit  herabhängendem
Armel,  erhielt.  Der  hohe  Sold  und  andre
Bevorzugungenlockten  Christen  wie  Türken
zum  Eintritt  bei  den  J.,  die  am  Ende  des
15.  Jahrh.  schon  eine  Stärke  von  40,000,
später  von  100,000  Mann  erreichten.  Sie
waren  in  196  Orta  geteilt,  deren  jede  ein
Gemeinwesen  für  sich  bildete.  Sie  dienten
dann  lebenslänglich,  durften  heiraten,  auch
ein  Gewerbe  treiben  und  hatten  bei  dem
ihnen  charakteristischen  stürmischen  Angriff
solche  Erfolge  in  den  zahlreichen  Kriegen,
daß  sie  sich  einen  überall  gesürchteten  Namen
  erwarben.  Ihre  sich  steigernde  Unbotmäßigkeit
  war  für  Mohammed  II.  Veranlassung,
  sein  Heer  nach  europäischem
Muster  zu  organisieren  und  die  Auflösung
der  J.  zu  befehlen.  Als  diese  sich  hiergegen
widersetzten,  ließ  er  im  Juni  1826  einen
großen  Teil  derselben  (15,000)  niedermetzeln,
  verbrennen  hinrichten  29.
anttscharenmuslk,  ursprünglich  die
lärmende  Kriegsmusik  der  Orientalen,  aus
einigen  die  Melodie  führenden  Blasinstrumenten
  und  einer  Menge  nur  den  Rhythmus
  angebender  Schlaginstrumente,  wie: