Kantschu  —  Kaponnieren.

sehr  schwankender  Bedeutung  und  durch  die
örtlichen  Verhältnisse  bedingt.  Man  rechnet
vier  Mann  auf  eine  und  drei  Pferde  auf
zwei  Feuerstellen  als  weites,  bis  zu  15
Mann  und  4—5  Pferde  auf  eine  Feuerstelle
  als  enges  K.  Die  Belegungsdichtigkeit
  wird  zunächst  von  der  Zeit,  die
für  das  Versammeln  der  Truppen  zulssig
  ist,  dann  von  der  Wohlhabenheit
des  Landes  abhängen.

Kantschn,  kurz  gestielte  Peitsche  mit
durchflochtenem  Lederriemen,  mittelst
Schleife  am  Handgelenk  Ltragen:  bei  den
Kosaken,  früher  auch  bei  der  deutschen
Artillerie  gebräuchlich.

Kapitale,  die  Halbierungslinie  ausspringender
  Winkel  wie  ganzer  Festungswerke,
  z.  B.  durch  die  Bastionsspitze,  die
Spitze  detachierter  Forts.

Kapitän,  s.  Charge.

Kapitän  D’armes  (ipr.  darm),  früher
gebräuchliche  Bezeichnung  für  den  Kammerunteroffizier,
  s.  Kammer.

Kapitäusschaluppe,  s.  v.  w.  Gig,  s.

Boote.

Kapitulation,  ein  Vertrag  zwischen
kriegführenden  Korps  behufs  Einstellung
des  Kampfes  und  Übergabe  einer  Festung,
Armee  oder  Teile  derselben  an  den  Gegner.
Die  Vorschriften,  wann  ein  Kommandant
eine  Festung  dem  Feind  übergeben  darf,
können  nur  in  allgemeinen  Umrissen  die
Verhältnisse  der  belagerten  Festung  schildern;
  ob  es  aber  Zeit  zur  K.  ist,  wenn  die
Kontreskarpe  in  Feindeshand  oder  die
Bresche  gangbar  ist,  läßt  sich  gesetzlich  nicht
vorausbestimmen,  hängt  vielmehr  von
mancherlei  Nebenumständen  ab,  ebensowenig
  wie  sich  für  den  dehnbaren  Begriff,
wann  weiterer  EltVs  nutzlos  ist,  der
geeignete  Zeitpunkt  bestimmen  läßt.  Jedenfalls
  ist  es  Pflicht  des  Kommandanten,  kein
Mittel  unversucht  zu  lassen,  durch  welches
der  Widerstand  verlängert  werden  könnte.
Er  mußdie  volle  Verantwortung  für  seine
Entschließung  übernehmen.  Willder  Kommandant
  unterhaudeln,  so  gibt  er  dies

ewöhnlich  durch  Aufziehen  einer  weißen
Fahne  zu  erkennen  und  entsendet  Parlamentäre
  zur  Unterhandlung  über  die
Kapitulationsbedingungen.  Dieselben  sind
im  günstigsten  Fall:  Abzug  mit  Wassen

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und  militärischen  Ehren  in  die  Heimat
unter  der  Verpflichtung,  auf  eine  bestimmte
  Feit  nicht  gegen  den  Sieger  zu
dienen.  Meist  aber  wird  die  Besatzung
kriegsgefaugen  und  alles  Staatseigentum
in  statu  quo  an  den  Sieger  übergeben.
Nach  Vereinbarung  von  Zeit  und  Ort
finden  die  Übergabe  der  Dsethungstruppen,
  der  Festungspläne  2c.  und  der  Einzug
des  Siegers  in  die  Festung  statt.  Jür
die  seltenen  Kapitulationen  von  Armeen
im  freien  Feld,  wie  die  von  Sedan
2.  Sept.  1870,  werden  die  Bedingungen
der  jedesmaligen  Kriegslage  entsprechend
aufgestellt.  —  K.  ist  auch  der  Vertrag
zwischen  Soldaten  und  einem  Truppenteil,
durch  welchen  jener  sich  zum  Weiterdienen
auf  ein  Jahr  verpflichtet.  Solche  Kapitulationen
  werden  nur  bis  zum  12.Dienstjahr
  abgeschlossen.

Kaponnieren  (pr.  Iuld),  bombensicher
eingedeckte  gemauerte  Hohlbauten  mit  Gewehr=
  oder  Geschützscharten,  die  bei  den
permanenten  Befestigungen  nach  dem
Polygonalsystem  oder  der  neupreußischen
Befestigungsmanier  auf  der  Grabenschle
liegen  und  zur  niedern  Bestreichung  derselben
  dienen.  nachdem  sie  nur  nach
einer  oder  beiden  Seiten  Feuer  abgeben  können,
  heißen  sie  halbe  oder  ganze  K.  Sie
müssen  mit  dem  Hauptwall  in  gedeckter
Verbindung  stehen,  die  Eskarpenkapon-=nieren
  spriugen  deshalb  aus  der  Eskarpenmauer,
  die  Kontreskarpenkaponnieren
unmittelbar  aus  der  Kontreskarpe  hervor;
zu  letzterer  führt  ein  Gang  unter  der
Grabensohle,  zu  ersterer  eine  Poterne
durch  den  Hauptwall.  In  der  Hauptenceinte
  der  Festungen  werden  in  der
Mitte,  zuweilen  auc  an  den  Ecken  der
Prertent  ganze  Hauptgraben=  oder

ittelkaponnieren  für  Geschützverteidigung,
  bänsiy.  in  zwei  Etagen,  angelegt
  und  dann  durch  ein  Ravelin  vor
ihrer  Spitze  gedeckt.  Die  detachierten
Forts  erhalten  in  der  Regel  in  der  Spitze
eine  große  Saillantkaponniere  und
an  den  Schulterpunkten  der  Flanken
halbe  Schulterkaponnieren,  zuweilen
kommt  in  der  Mitte  der  Kehle  auch  eine
ganze  Lepltabonntere  zur  Anweudung.
  Besonders  wichtig  ist  es,  die  K.