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Das  Hotchkiß-Geschütz  (Revolverkanone-),
  1870  konstruiert,  in  Österreich,
Frankreich,  gegenwärtig  in  Deutschland
versucht,  ist  dem  Gatling=  Geschütz  im
Außern  ähnlich,  hat  fünf  Läufe  von  37
mm  Kaliber,  verfeuert  520  schwere
Granaten  mit  Frlussters  ünder,  900  -6
schwere  Kartätschen  (24  Kugeln  von  3
g)  mit  120  g  Ladung.  Die  Anordnung
der  drehbaren  Läufe,  der  den  Mechanismus
  bewegenden  Kurbel  und  der  Patronenzuführung
  ist  ganz  ähnlich  wie  bei
Gatling;  dagegen  wendet  Hotchkiß  nur
eine  Lade=  und  eine  Abfeuervorrichtung
für  sämtliche  Läufe  an.  Die  senkrecht  zu
den  Läufen  liegende  Kurbelwelle  trägt  eine
die  Drehung  der  Läufe  bewirkende  Schnecke,
einen  Excenter  (Krummzapfen,  Ausbieung
  der  Welle)  und  eine  Scheibe  von
Feir  #nörmigem  Umfang.  Auf  dem  Ercenter
  sitzt  ein  Gleitstück,  das  bei  der
Drehung  der  Welle  eine  den  Läufen  parallel
  liegende  Zahnstange  hin  und  her
bewegt;  hierbei  dreht  sie  ein  Zahnrad,
das  eine  der  erstern  parallele  Zahnstange
gleichfalls,  aber  in  entgegengesetzter  Richtung
  hin  und  her  schiebt.  Durch  diese  Bewegungen
  bewirken  die  Zahnstangen  das
Vorschieben  der  Patronen  in  die  Läufe
und  das  Ausziehen  der  leeren  Hülsen.
Die  Abfeuerungsvorrichtung  besteht  aus
einem  Schlagbolzen  mit  Spiralfeder;  ersterer
  lehnt  sich  mit  einem  hakenförmigen
Ansatz  gegen  die  mit  der  Kurbelwelle  verbundene
  spiralförmige  Scheibe  und  wird
durch  deren  Drehung  allmählich  zurückgezogen,
  wobei  sich  zug  eich  die  Feder  spannt;
sobald  er  an  einem  scharfen,  zahnförmigen
Absatz  der  Scheibe  anlangt,  schnellt  er  mit
dem  Druck  der  gespannten  Feder  vor  und
entzündet  die  Patrone.  Während  des  Abfeuerns
  stehen  die  Läufe  zur  Hebung  der
Treffsicherheit  still.  Dabei  vermag  indes
das  Geschütz,  wenn  die  Patronen  einzeln
mit  der  Hand  geladen  werden,  nur  30
und  bei  Anwendung  von  Ladebüchsen  zu
je  10  Patronen  höchstens  60—80  Schuß
in  der  Minute  abzugeben.  Hotchkiß  hat
außerdem  eine  „Revolverkanone  für  den
Belagerungskriege  von  52  mm  Kaliber,
2  kg  Granatgewicht,  0,5  kg  Ladung  und
30  Schuß  pro  Minute  sowie  eine  Mitrail-Kartätschgeschütze

  (Hotchkiß,  Palmcrautz,  Mitrailleuse  2c.).

leuse  mit  neun  Läufen  und  150  Schuß
kenstruiert.  In  Frankreich  soll  das  Hotchkit-Geschütz
  für  die  Feldartillerie  und  Marine
  eingeführt  sein.  In  Deutschland  darf
seine  Einführung  als  Flankengeschütz  für
die  Festungen  erwartet  werden,  nachdem
seine  Annahme  für  die  Marine  zur  Bekämpfung
  feindlicher  Torpedoboote  vom
Deck  größerer  Schiffe  aus  bereits  erfolgte.
Das  System  des  Obersten  Clarton
ist  eigentümlich  durch  seine  Konstruktion
(es  feuern  von  acht  Läufen  immer  nur
zwei,  bis  sie  erhitzt  sind  und  dann  durch
zwei  andre  abgelöst  werden),  wie  nicht
minder  durch  seine  beabsichtigte  Verwendung
  als  Infanterie=  und  Artilleriegeschütz
  in  zwei  Kalibern  (14  und  25  mm),
um  das  ger  dieser  Waffen  zu  ersetzen.
—  Das  Feldl-Geschütz,  1870  von
Bayern  in  zwei  Batterien  von  vier  (später
  geh  Geschützen  in  Frankreich  mit
ungünstigem  Erfolg  versuchsweise  verwendet,
  ist  gewissermaßen  ein  vierfaches
Werder-Gewehr  mit  mechanischer  Ladevorrichtung.
  Die  vier  Läufe  liegen  parallel
nebeneinander,  jeder  hat  zwei  senkrecht
stehende  Patronenmagazine,  so  daß  während
  ihres  Ersatzes  das  *  nicht  unterbrochen
  zu  werden  braucht.  Die  eschütze
dienen  jetzt  in  Ingolstadt  zur  Grabenbestreichung.
  —  In  neuerer  Zeit  hat  das  Kartätschgeschitz
  von  Palmcrautz-Winborg
  durch  seine  ausgezeichneten  Resultate
  Aufsehen  erregt,  und  dürste  fäte
Einsührung  infolge  stattgehabter  Versuche
in  Rußland  bevorstehen.  In  Österreich
gehören  Palmcrantz-Mitrailleusen  von
25  mm  Kaliber  zur  Armierung  der  sämtlichen
  W6  s.  Osterreich-Ungarn,
  S.273).  Die  Läufe  (zehn  oder  vier
Hrößern  Kalibers)  sind  wagerecht  nebeneinander
  über  der  Geschützachse  so  gelagert,
daß  sie  sowohl  in  horizontaler  wie  senkrechter
  Richtung  drehbar  sind.  Durch  das
abwechselnde  Vor=  und  Zurückschieben
eines  wagerechten  Hebels  wird  das  Vorbringen,
  Abfeuern  und  Auswerfen  der
Patronen  für  jeden  Lauf  einzeln  bewirkt.
Der  Mechanismus  soll  sehr  sinnreich,  aber
einfach  und  dauerhaft  konstruiert  sein.
Von  den  salven  weise  feuernden  Kartätschgeschützen
  ist  die  französische  Mi-