Kartaune  —  Kartusche.

trailleuse  (vom  Oberst  Reffye,  Direktor
  der  Artilleriewerkstatt  in  Tarbes)  das
bekannteste.  Durch  ein  säflerae  Prisma
von  gquadratischem  Querschnitt  sind  25
Läufe  von  13  mm  Durchmesser  gebohrt.
Das  Prisma  ist  von  einem  Bronzeman-=tel
  insaa  eines  leichten  Kanonenrohrs
eingeschlossen,  das  auch  diesem  ganz  ähnlich
  laffetiert  ist  und  hinten  in  eine  oben
ofsene  Hülse  mit  starkem  cylindrischen  Boden
  übergeht;  letzterer  enthält  eine  Druckschraube
  mit  Kurbel,  durch  deren  Drehun
der  Schloßlasten  vorgeschoben  oder  zurück-Seesgen
  wird,  in  welchem  sich  die  25
9  össer  mit  Schlagstiften  und  Spiralfedern
  befinden;  vor  ihm  liegt  die  Rastplatte
  mit  5  wagerechten  Schlitzen  und  Erweiterungen
  für  die  Spitzen  und  Knöpfe
der  Schlagstifte  an  die  Rastplatte  schließt
sich  vorn  der  für  die  Schlagstifte  25mal
durchbohrte  Stoßboden  an.  Durch  das
Drehen  einer  Schraube  mit  Kurbel  wird
die  Rastplatte  seitwärts  gezogen  und  den
Schlagstiften  Freiheit  gegeben,  mit  ihren
Knöpfen  durch  die  Erweiterungen  vorzuschnellen
  und  die  Patronen  zu  entzünden.
Diese  stecken  in  einem  Patronenhalter,
welcher  mittelst  eines  Handgriffs  in  das
Rohreingesetzt  und  durch  die  Druckschraube
gegen  die  hintern  Laufmündungen  &amp;
preßt  wird.  Nach  dem  Abfeuern  und  Lösen
  der  Druckschraube  wird  sie  herausgenommen
  und  durch  eine  andre  gefüllte
Platte  ersetzt.  Die  Patronen  enthalten
12,6  g  komprimiertes  Pulver  in  sechs
Scheiben;:  das  40mm  lange  Geschoß  wiegt
54,2  g.  Die  Patrone,  117mmlang,  wiegt
&amp;  g.  Aufangssschwiue  keit  480  m,
größte  Schußweite  3400  m.  Jedes  Geschütz
ist  mit  2025  Schuß  ausgerüstet.  Das
Rohr  mit  Verschluß  und  Richtsohle  wiegt
341  kg.  Das  Geschütz  wird  aufgeprotzt
und  mit  vier  Pferden  bespannt.  18  Batterien
  führen  zusammen  108  Mitrailleusen.
  —  Der  belgische  Mitrailleur  von
Christoph  und  Montigny  hat  im  wesentlichen
  die  Konstruktion  der  französischen
  Mitrailleuse,  aber  37  Läufe  von  14
mm  Kaliber,  statt  der  Druckschraube  einen
Winkelhebel  zum  Bewegen  des  Schloßkastens.
  Die  Rastplatte  schiebt  sih  nach
unten  heraus.  Das  Geschoß  wiegt  40,  die

207

Ladung  8  g.  —  Die  österreichische
Mitrailleuse,  System  Montigny,  ist
aus  der  vorigen  entstanden.  Das  Kaliber
der  Läufe  ist  11  mm.  Die  Rastplatte  wird
durch  einen  Handhebel  nach  unten  gezogen,
wodurch  Gaeichzettig  eine  Seitenrichtmaschine
  (Streuungsmechanismus)  selbstthätig
  in  Bewegung  gesetzt  wird,  die  eine
Streuung  von  12,30  bewirkt.  Jedes  Geschütz
  ist  mit  16,308  Werndl-Patronen  in
zwei  Achskasten  und  Protze  ausgerüstet
und  mit  vier  Pferden  bespannt.  Das  Rohr
mit  Verschluß  wiegt  182  kg.  Das  Geschütz
wurde  29.  Juli  1870  zur  Bewaffnung  der
Honvedbatterien  angenommen,  diese  aber
im  Oktober  1875  wieder  aufgelöst.
Betreffs  Feuergeschwindigkeit  verhalten
  sich  die  genannten  K.  zu  einander:

Größie  Schußzahl
Geschütz  pro  Minute
Gatllnnngag  1000
Palmcrantz-Winboregg

Christoph  und  Montigny  (8  Lagen)  2896
Hotchkiß  (je  nach  dem  Kaliber)  30—150

Ihre  Verwendung  im  Feldkrieg  ist  wohl
nicht  mehr  zu  erwarten,  da  die  Kartätschgeschütbatterten
  denselben  Aufwand  an

enschen,  Pferden  2c.  erfordern  wie  die
Artillerie,  diese  aber  in  der  Wirkung  nicht
ersetzen  können.  Dagegen  ist  ihre  Einstellung
  in  die  Festungsartillerie  im  Steigen.
In  neuerer  Zeit  treten  sie  auch  in  der  Armierung
  der  Kriegsschiffe  auf.

Kartaune,  die  aus  der  Vombarde
hervorgegangene  Kanone  mit  cyliudrischer
Seele.  Als  man  sie  +te  in  der  Absicht,
ihre  Tragweite  und  Tresfssicherheit  zu  steigern,
  üänge  machte,  nannte  man  diese

eschütze  Schlangen.

Kartusche,  diein  einen  Kartuschbeutel
  aus  Seidentuch,  Etamin,  wollenem
oder  baumwollenem  Stoff  eingel  lossene
Pulverladung  der  Geschütze  (in  Osterreich
Patrone  genannt).  Der  Kartuschbeutel
ist  über  dem  Pulver  mit  Bindfaden  zusammengebunden
  und  für  Geschütze  mit
Kolbenverschluß  mit  einem  Preßspanboden
  versehen.  Für  glatte  Geschütze
wurde  die  K.  häufig  unter  Zwischenfügung