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eines  hölzernen  Spiegels  (Kugelspie-*#ri
  mit  dem  Geschoß  verbunden.  —
Kartuschbüchsen,  cylindrische  Büchsen
aus  Zinkblech  mit  luftdicht  schließendem
Deckel  für  je  eine  K.  von  der  langen  15
em  Ringkanone  an  aufwärts,  ursprünglich
  nur  für  Schiffs=  und  Küstengeschütze,
jetzt  auch  für  jene  Geschütze  (lange  15  cm).
in  Festungen  eingeführt.  —  Kartuschtornister,
  Ledertasche  zur  Aufnahme  von
(sechs  Feld-)  Kartuschen.  —  Kartuschnadel,
  zugespitzter  Stahldraht  mit  Holzgriss
  zum  Durchstoßen  des  Kartuschbeutels.
  —  K.  heißt  auch  die  an  einem  breiten
Bandelier  über  die  Schulter  getragene
Patrontasche  der  Kavallerie.
Kasematten  (v.  span.  casa,  Haus,
und  matar,  töten;  woher  die  alte  Bezeichnung
  Mordkeller  stammt),  die  im  Festungswesen
  aus  Mauerwerk  hergestellten
bombensicher  eingedeckten  Hohlräume.  Je
nach  ihrem  Zweck  heißen  sie  Wohn-,
Verteidigungs=  oder  Ausbewahrungskasematten.
  Die  das  Gewölbe
tragenden  senkrechten  Mauern  heißen  die
Widerlager  oder  Pfeiler,  die  zu  diesen
  senkrecht  geführte  Eskarpenmauer  die
Stirn-od.  Schildmauer,  die  nach  rückwärts
  liegende  häufig  Neversmauer.
Stehen  die  Widerlager  senkrecht  zuräußern
nefassungsmatler  so  entstehen
Perpendikulärkasematten  bildet  jedoch
  die  Umfassungsmauer  das  eine,  eine
ihr  parallel  laufende  Mauer  das  audre
Widerlager,  so  entstehen  Parallelkasematten.
  Erstere  werden  überall  daangelegt,
  wo  die  K.  dem  direkten  oder  indirekten
feindlichen  Feuer  ausgesetzt  sind,  da  der
Einsturz  des  Wallkörperserst  daun  erfolgt,
wenun  mindestens  ein  Widerlager  niederelegt
  ist.  Bei  Parallelkasematten  hat  der
einsturz  der  einen  Mauer  den  des  ganzen
Gewölbes  zur  Folge;  sie  werden  daher  nur
in  der  Kontreskarpe  und  dann  meistens
verteidigungsfähig  als  Reversgallerie
angewendet.  »
Kasemattschiff,  s.  Kriegsschiff.
Kasernen,  entweder  zur  dauernden  Unterbringung
  von  Truppen  besouders  errichtete
  Gebäude  oder  hierzu  eingerichtete
Festungswerke.  Die  K.  stehen  alse  egenüber
  dem  Bürgerquartier  und  haben

Kasematten  —  Kasernen.

vor  diesem  die  Vereinfachung  des  Dienstbetriebs,
  die  Beförderung  der  Kameradchaft
  und  des  militärischen  Geistes  durch
das  gemeinschaftliche  Zusammenleben
voraus,  wie  sie  ihm  auch  erfahrungsgemäß
  in  betreff  der  Gesundheitspflege
vorzuziehen  sind.  Aus  diesen  Gründen
bauten  auch  die  Römer  große  K.,  die  ähnlich
  den  heutigen  eingerichtet  waren,  d.  h.
die  Zimmer  in  einer  Front,  hinter  diesen
ein  reichlich  mit  Fenstern  versehener  Korridor
  (daher  Korridorsystem  genannt),
nach  welchem  alle  Zimmer  münden.  Mit
den  stehenden  Heeren  fehlten  dem  Mittelalter
  auch  die  K.  Erst  unter  Ludwig  XIV.
wurden  1680  durch  Vauban  die  ersten
K.  gebaut.  Seinem  Vorgang  folgten  die
andern  Staaten,  namentlich  England,
wo  die  Einquartierung  der  Soldaten  bei
Bürgern  gesetzlich  nicht  gestattet  ist.  Man
hat  dort  sogar  auf  den  Etappenstraßen  K.,
um  marschierende  Truppen  in  ihnen  unterzubringen.
  In  Deutschland  müssen  von
jeder  kasernierten  Kompanie,  Batterie,  Eskadron
  Ein  Offizier,  alle  Unteroffiziere
(darunterkönnen  dreiverheiratet  sein)  und
alle  Gemeinen  in  der  Kaserne  wohnen.  Der
Leutnanterhälteine  Wohnstube,  eine  Kammer,
  eine  Gesindestube  und  ein  Reitzeuggelaß;
  die  Feldwebel,  Oberfeuerwerker  sowie
  je  *!*  Vicefeldwebel,  Feuerwerker,

—

Fähnriche  erhalten  eine  Wohnstube  und
eine  Schlaskammer;  die  Mannschaftsstuben
sind  für  je  10—12  Mann  eingerichtet  und
für  jeden  4,5  qm  oder  bei  3,5  m  Zimmeröhe

  15—16  chm,  für  einen  Unterossizier
etwas  mehr  Raum  gerechnet,  jedoch  wohnen
  die  ältern  Unteroffiziere  in  besondern
  Unteroffizierstuben.  bie  die  Unteroffiziere
  eines  Bataillons,  Kavallerieregiments
  oder  einer  Artillerieabteilung  (etwa
40)  ist  ein  Speisesaal  eingerichtet,  der
außer  Essenszeit  als  Lese=  und  Unterhaltungssaal
  für  dieselben  dient.  Die  Mannschafteküchen
  mit  Speisesaal  sind  für  je
wei  Kompanien,  Batterien  oder  Eskarons

  berechnet.  In  neuerer  Zeit  werden
die  K.  auch  mit  Badeeinrichtungen  versehen.
  Die  K.  sollen  gesunde  Lage,  gutes,
frisches  Trinkwasser  haben,  aus  Steinen
massiv  in  drei  Stockwerken  mit  gut  ventilierten
  Korridoren  und  Treppenausgängen