Kasernenverwaltungen  —  Kavallerie.

und  im  Grundriß  so  erbaut  sein,  daß  der
Luftzutritt  in  keiner  Weise  gehindert  ist,
also  nicht  mit  Keschlossenen  Höfen.  Alle
Wohnräume  müssen  gedielt  sein,  dürfen
niemals  Cementfpflaster  haben,  oder  es
muß  das  Pflaster  mit  einer  Dielung  bedeckt
  werden.  K.  werden  nie  größer  als
höchstens  für  ein  Regiment  erbaut.  Werden
  Festungswerke  für  Friedenskasernierung
  eingerichtet,  wie  die  K.  in  der  Kehle
detachierter  For,  so  muß  nach  Möglichkeit
  obigen  Vorschriften  Rechnung  getragen
  werden.

Kasernenderwaltungen  werden  in
Württemberg  die  Garnisonverwaltungen
(s.  d.)  genannt.

Kaskett,  einfacher  Visierhelm  der  deutschen
  Lanzeureiter  und  Kürassiere  des  16.
und  17.  Jahrh.;  Hut  der  prrußischen  Insanterie
  unter  Friedrich  Wilhelm  II.  mit
Blechschild  und  vorn  und  hinten  ausge-HHlagener
  Krempe;  auch  der  aus  England
überkommene  Lederhelm  mit  Raupenkamm,
  wie  ihn  die  bayrische  Armee  trägt,
wird  =  K.=  genannt.

Kassation,  die  Verabschiedung  eines
Offiziers,  verbunden  mit  der  Unfähigkeit,
zu  einem  Staatsdienst  gelangen  zu  können.
  Die  K.  ist  nur  in  Merchich  gebräuchlich,
  in  Deutschland  entspricht  ihr
die  Entfernung  aus  dem  Heer.

Katapulte,  Geschützart  der  Alten,  s.
Geschütze  (6.  162).

Katt,  ein  starker  Flaschenzug  (Takel),
mit  welchem  der  durch  das  Gangspill  bis
zu  den  Klüsen  gehobene  Anker  nach  seinem
  Lagerplatz  an  der  Schiffseite  hinaufgewunden
  (gekattet)  wird.

Katze,  eine  aus  neun  Leinen  (daher  die
»neunschwãnzige«)  bestehende  Art  Peitsche,
  welche  in  der  englischen  Marine  zur
Zuchtiguns  der  Matrosen  dient.  —  Ju  der

ekrniungskunst  s.  v.  w.  Kavalier  (s.  d.).

avalier  (Katze),  ein  im  Innern  der
Bastione  meist  älterer  Befestigungen  vorkommendes
  Werk  von  der  Grundrißform
des  Bastions,  dasselbe  aber  bedcutend  überhöhend,
  um  wichtige  Punkte  des  Vorterrains
  besser  einsehen  und  unter  Feuer
nehmen  zu  können.  Z

Kopvallerie,  nächst  der  Infanterie  die
Hauptwasse  moderner  Heere.  Krieger  zu

Militär-Lexikon.

209

Pferde  erscheinen  bereits  im  frühesten
Altertum,  die  ersten  taktisch  gegliederten
beiden  Griechen,  vorzugsweise  zum  Kundschaftsdienst.
  Die  K.  gewinnt  an  Bedeutung
  in  den  makedonischen  Heeren  und
erreicht  in  Organisation  und  Verwendun
ihre  Blüte  unter  Alexander  d.  Gr.  duch
in  den  römischen  Heeren  war  sie  stets
zahlreich  vertreten  und  stieg  unter  Cäsar
hur  höchsten  Entwickelung.  Er  verstand
ie  leichte  K.  im  Avantgarden=  und  Aufklärungsdienst
  meisterhaft,  der  heutigen
Taktik  entsprechend,  zu  verwenden.  Die
Völkerwanderung  verschlang  mit  dem  römischen
  Staat  auch  dessen  Heerwesen.
Nach  und  nach  entwickelte  sich  das  Rittertum
  des  Mittelalters,  so  daß  der  Nitter  fast
der  einzige  Soldat  war.  Mit  3—8  Mann
bildete  er  eine  Lanze,  mehrere  Lanzen
ein  Fähnlein,  mehrere  Fähnlein  ein
Banner.  Diewachsende  Macht  der  Städte
brachte  durch  ihr  Fußvolk  und  mit  Hülfe
der  Feuerwaffen  die  Ritter  zu  Falle,  aus
denen  dann  eine  taktisch  geordnete  K.  hervorging,
  zunächst  in  Frankreich,  als  schwer
sewapfnete  umd  leicht  bewafsnete  (Chevauegers),
  zu  deuen  die  Dragoner  als  dritte
hinzutraten  (Mitte  16.  Jthr  Die  K.
kämpfte  fast  ausschließlich  mit  der  Feerwafse
  (Karabiner,  Musketen).  Gustav
Adolf  hat  große  Verdienste  um  die  Entwickelung
  der  K.,  er  formierte  sie  in  dreigliederige
  Schwadronen,  führte  die  Attake
mit  dem  Degen  in  der  Faust  ein  und
verwendete  die  K.  zum  Aufklärungs=  und
Sicherungsdienst.  Auf  diesem  Weg  schritt
der  Große  Kurfürst  weiter  und  erhob  seine
Kürassiere  und  D  bald  zu  einem
europäischen  Ruf.  Neben  die  schwere
K.  (Kürassiere  und  Dragoner)  traten
  als  leichte  die  österreichischen  Husaren;
  doch  finden  sich  auch  Ulanen
(Polen  und  Sachsen),  reitende  Jäger
und  Chevau-legers  (Frankreich,  Rußland).
  Die  Kürassiere  allein  behielten
den  Brustharnisch.  Wassen  waren  ein
langer,  gerader  Degen  mit  Korbgefäß  und
ein  Karabiner,  für  Dragoner  mit  Bajonett.
Friedrich  d.  Gr.  war  es  vorbehalten,  die
Reiterei  zu  einem  Grade  der  Vollkommenheit
  zu  erheben,  den  sie  (nach  Kähler)
  bisher  noch  nicht  wiedererlangte.  Er
14