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führte  die  Attake  in  allmählich  sich  bis  zur
Karriere  steigernder  Gangart  ein  und  gab
der  K.  einen  wesentlichen  Machtzmvachs
durch  die  Schöpfung  der  reitenden  Artillerie
  (1759).  Napoleon  I.  formierte  seine
K.  in  große,  selbständige  Kavalleriekorps.
  In  weiterer  Folge  aber  litten
Ansehen  und  Leistung  der  K.  unter  dem
Aufschwung  der  Feuerwassen.  Der  amerikanische
  Bürgerkrieg  1861—65,  die  Kriege
1866  und  1870/71  gaben  ihr  jedoch  neuen
Ausschwung.  Man  überzengte  sich,  daß
ohne  K.  große  Feldzüge  nicht  geführt  werden
  können,  daß  aber  eine  zur  bloßen  Dienerin
  der  Infanterie  heruntergedrückte
K.  die  Dienste  nicht  zu  leisten  vermag,
welche  ihre  eigentliche  Heeresaufgabe  von
ihr  sfordert.  Man  erhöhte  ihre  Beweglichkeit,
  gab  ihr  auf  der  Höhe  der  Zeit  stehende
Schußwassen  (Karabiner,  Revolver),  übte
sie  im  Gefecht  zu  Fuß  und  gliederte  sie
mit  reitender  Artillerie  in  größern  Körpern.

  Der  heutige  Dienst  der  K.  zerfällt,d

hiernach  in  den  der  Divisionskavalle-=rie
  und  der  Kavalleriedivisionen,
jener  im  engen  Anschluß  an  die  großen
Infanteriekörper,  dieser  selbständig,  vornehmlich
  vor  den  Heeren  dazu  bestimmt,
den  Feind,  seine  Stärke  und  Absichten  zu
erkunden,  die  eignen  zu  verhüllen  (verschleiern);
  in  der  Schlacht  wird  es  ihre
Aufgabe  sein,  die  sich  bietenden  großen
Momente  durch  Massenangriffe  auszunutzen
  und  ihr  Ergebnis  durch  die  Versolgung
  des  Feindes  zu  vervollständigen.
—  Diesegemeinsamen  Fwecke  der  K.  haben
die  Idee  einer  Einheitskavallerie
immer  von  neuem  angeregt,  aber  nirgends
zur  Ausführung  kommen  lassen.  Es  ist
naturgemäß,  nach  der  Größe  und  Schwere
der  Menschen  und  Pferde  und  ihnen  entprechender
  Bewaffnung  eine  Trennung
in  schwere  undleichte  K.  beizubehalten.
Zu  ersterer  zählen  die  Kürassiere  und  Ulanen,
  zu  lehterrer  die  Husaren  und  Dragener;
  doch  ist  diese  Scheidung  nicht  in  allen
Heeren  gleich,  in  Osterreich  z.  B.  rechnen
die  Ulanen  zur  leichten  K.
Kavalleriebatterien  gab  es  in  Osterreich
  bis  zu  der  1876  erfolgten  Einführung
der  reitenden  Batterien.  Sie  hatten
zweispännige,  zweiräderige  Munitionskar-Kavalleriebatterien

  —  Kiel.

ren,  die  Bedienung  saß  auf  der  -Wurst-,
einem  Reitsitz  auf  der  Laffete,  wodurch  die
K.  eine  größere  Beweglichkeit  hatten  als
die  Fußbatterien;  vgl.  Fahrende  Artillerie.


Kavallerieschulen,  s.  Reitschulen.

Kehle,  die  dem  feindlichen  Angriff  abgekehrte
  Seite  von  Befestigun  en;  sie  ist
entweder  offen  und  erhält  dann  zum
Schutzgegen  überraschende  Angrifsehäufig
eine  krenelierte,  freistehende  Kehlmauer,
Palissadierung  #c.,  oder  sieist  ge  schlossen,
dann  aber  ist  die  Kehlbefestigung  in  der
Nezel  schwächer  gehalten.

ehrtstellung,  der  Gegensatz  von

Front  (l.  d.).

Kehrtwendung,  s.  Wendungen.

Lelsstellung,  9  Seetaktik.

Lelberlchiuß)  Geschübe.  1500.

Keilzündung,  Zündung  in  der  Richtung
  der  Seelenachse,  s.  Centralzünung.



Kentern,  das  Umkippen  eines  Schiffs
oder  Boots  über  eine  Bordkante  mit  dem
Kiel  nach  oben  infolge  4  großen  Segeldrucks

  oder  zu  hoher  werpunktslage,
wie  dies  bei  Panzerschissen  durch  die
Panzerung  der  Schiffsteile  oberhalb  und
nur  bis  etwa  2  m  unterhalb  der  Wasserlinie
  begünstigt  wird.  (Dasenglische  große
Panzerturmschiff  -Captain=  kenterte  in
der  Nacht  vom  6.—7.  Sept.  1870  und
sank  mit  seinem  Erbauer,  Kapitän  Coles,
binnen  wenigen  Minuten.)

Kern  (doppelte  Kernlage),  s.
Granaten.

Kernschuß,  ein  Schuß  über  Visier  und
Korn  nach  dem  Ziel.

Kessel,  der  den  Flug  und  die  Kammer
  verbindende  halbkugelförmige  Teil
des  Mörsers  (s.  d.).

Kettenkugeln,  durch  eine  Kette  verbundene
  Halb-,  zuweilen  auch  Vollkugeln,
die  gleichzeitig  aus  einem  Geschütz  in  der
Absicht  größerer  Wirkung,  als  mit  einfachen
  Kugeln  erreichbar,  geschossen  wurden.
Sie  fanden  im  16.—17.  abr.  namentlich
  zur  See  zum  Zerreißen  der  Takelage
Verwendung.

Kiel,  ein  zur  Verstärkung  des  Längenverbands
  der  Schisse  dienender  Balken,