Kriegsschiff  (Panzerschiffe).

einer  ofsenen  Batterie  auf  dem  Oberdeck.
Alle  diese  Schiffe  haben  drei  vollständig  getakelte
  Masten.  Kleinere  Schiffe  heißen
Kriegsfahrzeuge  und  je  nach  ihrer
Takelage  Briggs,  Schoner,  Brigantinen,
  Kutter  und  Kanonenboote.
Nach  Einführun  des  Dampfes  unterschied
  man  Segel=  und  Dampsschiffe;
letztere  hatten  zuerst  Schaufelräder  (Raddampfer),
  erhielten  dann  die  Schiffsschraube,
  worauf  man  Schraubenfregatten,
  Schraubenkorvetten  2c.  unterschied;
  zu  diesen  traten  dann  die  Avisos
  und  Jachten  (s.  d.).  Die  Einführun
des  Panzers  wirkte  sodann  umgestalten
sowohl  auf  die  Bauart  des  Schiffs  selbst
als  auf  die  Anzahl  und  Aufstellung  der
Geschütze  und  die  Takelage,  und  neue  Bezeichnungen
  wurden  hiernach  notwendig.
Das  Panzern  vorhandener  hölzernen  Linienschiffe
  und  Fregatten  mit  einem  etwa
Zu  breiten,  in  der  Wasserlinie  um  das
Schiff  herumlaufenden  Pan  zeret  rtel
konnte  nur  als  Notbehelf  gelten.  Beim
Neubau  von  Panzerschissen  förderte  der
Wetteifer  der  verschiedenen  Seemächte  in
außerordentlich  kurzer  Zeit  zahlreiche  Systeme
  zu  Tage.  Um  die  Schiffe  gegen  Ensilierfeuer
  zu  schützen,  gab  man  ihnen
im  Bug  und  Heck  eine  Panzerquer--wand
  (Guers  chott),  Her  welcher  das
Bug=  und  Heckgeschütz  Aufstellung  fand.
Die  gedeckte  Batterie  nahm  noch  eine
Arbßer  Zahl  von  Geschützen  mittlern  Kaibers
  an  den  Breitseiten  des  Schiffs  auf,
dies  wurde  der  Typus  der  Breitseitschiffe.
  Mit  der  Steigerung  der  Kaliber
mußte  die  Zahl  der  Geschütze  an  Bord  abnehmen,
  weil  mit  dem  Kaliber  auch  Rohr
und  Munition  an  Gewicht  zugenommen
hatten,  anderseits  aber  die  Tragfähigkeit
der  Schisse  durch  die  zunehmende  Stärke
bdes  Pamsers  sehr  in  Anspruch  genommen
würde.  Man  schob  deshalb  die  Querschotten
  mehr  nach  der  Mitte  des  Schiffs  und  erhielt
  so  die  Kasemattschiffe.  Um  die
Trefffläche  der  Schisse  für  die  feindliche  Artillerie
  zu  vermindern,  gab  man  ihneneine
mglichst  geringe  Bordhöhe,  die  zuweilen
nur  Os  —inbetrug,  und  setzte  auf  das
dachförnrige  Deck  einen  oder  mehrere  mit
je  einem  oder  zwei  schweren  Geschützen  ar-221



mierte,  ansänglich  kuppelförmige  Panzertürme;
  man  gab  ihnen  nach  dem  Namen
  des  erslen  derartigen  amerikanischen
Schiffs  die  Bezeichuung  Monitore  oder
Kuppelschiffe.  Sie  erhielten  gar  keine
Takelage,  um  durch  die  Masten  und  das
stehende  Gut  nicht  das  Schußfeld  der
Turmgeschütze  zu  beschränken.  Die  geringe
Seefähigkeit  dieser  Schifse,  die  ihre  Verwendung
  auf  die  Küstenverteidigung  beschränkte,
  machte  die  Erhöhung  der  Bordwände
  notwendig.  Auf  das  Oberdeck
setzte  man  eine  Art  Kasennatte,  welche  die
beiden  drehbaren  Panzertürme  mit  deren
Drehmechanismus  einschließt,  über  welche
hinweg  die  Turmgeschütze  ans  Minimalpforten
  seuern;  sie  erhielten  den  Namen
Hochbordpanzerschiffe,  Hochseeturmuschiffe
  oder,  da  jetzt  andre  Turmschiffe
  nicht  mehr  gebaut  werden,  einfach
Turmschiffe.  Ihre  Takelage  ist  gerin
und  fehlt  meist  ganz.  wenn  das  Schif
Zwillingsschrauben,  d.  h.  je  eine
chranbe  zu  beiden  Seiten  des  Ruders  zur
Hebung  der  Drehfähigkeit  des  Schiffs,  hat.
Eine  Volse  des  zwischen  Artillerie  und
Panzerung  besiehenden  Kampfes  war,  daß
man  die  gepanzerte  Fläche  zu  Gunsten  der
Panzerstärke,  um  das  Deplacement  in  den
notwendigen  Grenzen  zu  halten,  mehr
und  mehr  beschränkte  und  bei  den  neuern
Schlachtschiffen  nur  die  mittelsten  Teile
(Geschütze,  Maschine,  Kessel,  Munitionsräume)
  durch  sehr  starken  Panzer  schützte
u.  den  Panzer  gürtel  aufgab.  Der  Schutz
des  au  den  Seiten  ungepanzerten  Vorderund
  Hinterschisss  wurde  ein  unter  der
Wasserlinie  liegendes  schwach  gepanzertes
Deck,  auf  welchem  in  wasserdichten  Tellen
ein  bis  über  jene  reichender  Korkgürtel
angebracht  wurde.  Der  Hauptschutz  gegen
die  Artilleriewirkung  wurde  in  der  Vervollkonmmuumg
  des  Schiffsinnern,  in  einer
Einteilung  desselben  in  eine  große  Anzahl
im  Gesecht  möglichst  wasserdicht  gegeneinander
  abgeschlossener  Räume  gesucht,
die  durch  Lings=  und  Querschotten  und
eiserne  Decksbeplattungen  wie  durch  den
Doppelboden  erreicht  wurden.  Nicht  unr
Len  die  Artillerie,  auch  gegen  den
porn  und  die  Torpedos  sollte  dieses
Zellensystem  Schutz  gewähren.