Laffeten  (Systeme).

entsprechender  Entfernung  hinter  der  Protzachse
  sich  befindet.  Diese  Verbindung,
das  Balanciersystemgenannt,  gestattet
eine  bedeutende  Hebung  und  Senkung
(Siegl  amkeit)  sowie  Lüülliche  Biegung
Lenkbarkeit)  der  Deichsel  und  bequemes
  Anschmiegen  des  Fahrseugs  an  die
Unebenheiten  des  Bodens.  Ahnliches  gilt
von  den  Landungslaffeten  der  Marine
  und  den  Gebirgslaffeten  (in
Osterreich),  die  sich  durch  geringere  Maße
und  Gewichte  von  den  Feldlaffeten  unterscheiden.
  Die  Wände  der  Feldlaffeten  sind
aus  Gußstahlblech  gestanzt  und  mit  der
runden  Gusßstahlachse  durch  Schraub-(Achs-)
  Zwingen  verbunden.  Zu  beiden
Seiten  der  Laffete  trägt  die  Achse  je  einen
Achssitz  für  einen  Mann,  welcher  von  hier
die  Bremse  (s.  d.)  #it  bedieuen  hat.  —
Die  Belagerungslaffeten  bedürfen
eines  geringern  Maßes  von  Fahrbarkeit,  da
sie  sich  gewöhnlich  auf  gebahnten  Straßen
und  nur  auf  kurze  Strecken  querfeldein
im  Schritt  zu  bewegen  haben.  Sie  traen,
  nach  dem  1864  angenommenen  Konruktionssystem,
  auf  den  Laffetenwänden
über  der  Achse  einen  eisernen,  ein  Dreieck
bildenden  Bock,  in  dessen  Spitze  oben  das
Schildzapfenlager  eingefügt  ist.  Die  so
erreichte  große  aerhöhe  von  183  cm  gestattet
  den  Wegfall  eigentlicher  Scharten,
vermeidet  also  die  mil  diesen  verbundene
Schwächung  der  Brustwehr  und  Darbietung
  eines  leicht  erkenntlichen  Zielpunkts
für  den  Feind.  Da  die  hohe  Lage  des  Geschützrohrs
  über  der  Achse  bei  aufgeprotztem
Geschütz  den  Schwerpunkt  hinter  die  Achse
legt,  so  haben  die  L.  der  schweren  Kaliber
ein  Marschlager  hinter  den  Böcken  auf
der  Lassetenwand  erhalten;  das  andre
geißt  dann  das  Schießlager.  Die  hohe
ge  des  Rohrs  gestattet  bedeutende  Erhöhungswinkel
  und  somit  das  Schießen
auf  große  Entfernungen.  Die  starken
Ladungen,  das  andauernde  Feuer  dieser
Geschütze  bedingen  eine  besonders  widerstandsfähige
  Konstruktion  der  L.  Inneuerer
  Zeit  werden  sie  deshalb  vorwiegend
aus  Eisen  gefertigt.  Es  bestehen  zur  Zeit
9,  12,  15  und  kurze  15  cm  L.,  15  und
21  cm  Ringrohrlaffeten.  Die  in  der
Ausführung  begriffene  Einstellung  schwe-227



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rer  9  und  schwerer  12  cm  Kanonen
bedingt  entsprechende  neue  L.  Da  nach
den  heutigen  Grundsätzen  des  Festungskriegs
  die  Verteidigungsartillerie  die
gleiche  Beweglichkeit  besitzen  muß  wie  die
ingrifsartillert,  so  haben  nach  und  nach
die  Belagerungslafseten  auch  in  der  Festungausschließlich
  Verwendung  gefunden.

Von  besondrer  Konstruktion  ist  die
Laffete  des  gezogenen  21  cm  Mörsers;
sie  ist  fahrbar,  weil  aber  die  Räder  und
Achse  durch  den  Rückstoß  bei  den  hohen
Elevationen,  unter  denen  der  Mörser  feuert,
gertrümmert  werden  würden,  so  kann  die

affete  durch  eine  Schraubenvorrichtung
so  weit  heruntergelassen  werden,  daß  sie
mit  der  breiten  Sohle  ihrer  Wände  auf  der
Bettung  ruht.  Die  Räder  können  durch
Heben  oder  Senken  der  Achse  so  gestellt
werden,  daß  sie  die  Laffete  tragen  und  so
ihr  Vorbringen  erleichtern.  Die  Richtmaschine
  gestattet,  bis  700  Erhöhung  zu  nehmen.
  Die  Konstruktion  der  9  und  15  cm
Schogeren  Mörserlaffeten  ist  bis  jetzt  (Ende

880)  noch  nicht  bekannt  geworden.

Die  Rahmenkasemattenlaffeten
CI/IT4  für  9  und  12  cm  Kanonen  sind  den
Küstenlaffeten  ähnlich.  Lettere  sind
für  15,  21,  24,  28  und  30,5  cm  Kanonen
  nach  demselben  Prinzip  gebaut.
Es  sind  aus  Eisenblechen  zusammengenietete
  Rahmenlaffeten  von  2,832—2,46  m
Lagerhöhe,  deren  Geschütze  über  die  Brustwehr
  hinwegfeuern.  Sie  bedürfen,  dem
häufigen  und  schnellen  Ortswechsel  der
Ziele  entsprechend,  einer  bedeutenden  Ausdehnung
  des  Schußfelds  sowie  der  Möglichkeit,
  die  Richtung  leicht  ändern  und
auch  mit  den  schwensten  Kalibern  schnell
feuern  zu  können.  Zum  Hemmen  des
Rücklaufs  dienen  die  hydraulische  Bremse
(s.  d.)  und  keilförmige  Auflager  auf  dem
hintern  Teil  des  Rahmens  nebst  Rollrädern
  zum  selbstthätigen  Vorlaufen  der  Laffete
  nach  dem  Schuß.  Der  Rahmen  steht
mit  4  Rädern  auf  2  kreisbogenförmigen
Laufschienen  (Schwenkbahn),  deren
Mittelpunkt  in  dem  Drehpunkt  (Pivot)
liegt,  mit  welchem  der  Rahmen  durch  eine
Pivotklappe  verbundeniist.  Die  Seitenbewegungen
  des  Geschützes  werden  durch
ein  Kädcswert  (Schwenkwerkh  bewirkt.

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