Niederländische  Befestigungsmanier  —  Oberfeuerwerkerschule.  263

zur  Verteidigung  des  Landes  und  zu  allen
Zeiten  zur  Erhaltung  der  innern  Ruhe
mitwirken.  Sie  werden  von  den  Gemeinden
  errichtet.  Jeder  kriegstaugliche  Bürger
ist  verpflichtet,  vom  25.—  35.  Lebensjahr
bei  der  Schutterije  zu  dienen,  davon  fünf
Jahre  aktiv,  fünf  in  der  Reserve;  doch  findet
  die  Dienstleistung  der  =  Schutter-  nur
in  Gemeinden  von  2500  Seelen  statt,  in  den
kleinern  Gemeinden  und  den  letzten  füuf
Jahren  gehört  er  zur  ruhenden  Schutterije«.
  Die  dienstthuende  Schutterijezählt
  220  Kompanien  à  110—150  Mann,
die  ruhende  89  Bataillone,  zusammen
etwa  68,000  Mann.  —  Der  Landsturm
besteht  aus  allen  waffenfähigen  Männern
vom  19.—50.  Jahr,  die  weder  bei  der
Miliz,  noch  der  Schutterije  oder  Marine
dienstpflichtig  sind.  Die  Formation  des
Landsturms  in  Kompanien  2c.  findet  nur
in  großer  Not  statt.  —  Das  eigentümliche
Landesverteidigungssystem  soll  nach  dem
Gesetz  vom  11.  März  1874  im  Jahr  1883
beendet  sein;  es  ist  der  Natur  des  Landes
angepaßt  und  stützt  sich  auf  neun  Befestigungslinien,
  in  welche  die  eigentlichen
Festungen  eingeschlossen  sind.  Breite  Kanäle
  bilden  Hindernisse,  während  die  zwischen
  ihnen  hindurchführenden  Landstraßen
durch  Geschütze  bestrichen  werden.  —  Die
indische  Armee  der  N.  ist  ganz  unabhängig
  von  der  im  Mutterland.  Sie  besteht
  aus  27  Bataillonen  Infanterie,  1
Regiment  Kavallerie,  21  Kompanien  Artillerie,
  1  Mineur=  und  Sappeurkorps,  zusammen
  1476  Offizieren,  29,000  Mann.
—  Die  niederländische  Infanterie  ist  mit
dem  Beaumont-Gewehr,  die  Kavallerie,
Artillerie  u.  Pontoniere  mit  dem  Remington-Karabiner,
  die  FPeldartilerie  mit  einem
bronzenen  8  cm  Hinterlader  bewaffnet,
doch  steht  die  Einführung  eines  Gußstahloder
  Stahlbronzehinterladers  in  Aussicht.

Flotte.  Durch  die  eigentümliche  Zusammensetzung

  des  schwimmenden  Materials
  der  Flotte  sind  die  N.  aus  der  Reihe
der  großen  Seemächte  ausgetreten,  um
sich  lediglich  auf  den  Schutz  ihrer  Küsten
und  ostindischen  Besitzungen  zu  beschränken.
  Die  Flotte  besteht  (1880)  aus  2  Hochseepanzerschiffen,
  60  Küstenverteidigungsund
  Flußfahrzeugen  und  31  Kreuzern.
Die  erstern  sind  Turmschiffe  von  279,  be-Rehentlich
  305  mm  größter  Panzerstärke;
as  eine  hat  vier  9-,  das  andrevier  11zöllige
Kanonen.  Die  Küstenflotte  besteht  aus  4
Panzerwiddern,  5  Monitoren,  8  Rammschiffen,
  1  Panzerkanonenboot,  5  gepanzerten
  Stromfähren,  25  Kanenenbooten
der  Staunchklasse  und  12  Torpedobooten.
Personal:  9  Admirale,  20  Kapitäne,  44
Kapitänleutnants,  315  Leutnants  erster
und  zweiter  Klasse,  155  Aspiranten  erster,
weiter  und  dritter  Klasse,  5000  Matrofen,
  2100  Unteroffiziere  und  Gemeine  der
Marineinfanterie.  Das  Marinebudget
beträgt  20  Mill.  Mark.
Niederländische  Befestigung  smanier,
s.  Seltung  (S.  120).
iederwall,  s.  v.  w.  Faussebraye  (s.  d.).
Nisam,  die  Linientruppen  der  türkischen
  Armee,  s.  Türkei.
Nocken,  die  obern  Ecken  der  Segel,  s.
Schoten.
Nordamerika,  s.  Vereinigte  Staaten
  von  N.  «
Normalbatterie,  s.  Batteriebau.
Normalordnung  (Normalformation,
  Normalstellung)  ist  die  Aufstellung
  von  taktischen  Unterabteilungen
(Kompanien,  Eskadrons,  Zügen,  Halbzügen
  2c.)  nach  der  durch  das  Reglement
vorgeschriebenen  Reihenfolge  neben=  oder
hintereinander,  wobei  die  Nummern  vom
rechten  zum  linken  Flügel  fortlaufend
gehen.  Im  Gegensatz  zur  N.  steht  die  Inversion
  (s.  9
Norwegen,  s.  Schweden.

O.

Obersenerwerkerschule  in  Berlin
hat  den  Zweck,  das  Feuerwerkspersonal  für
die  Artillerie  und  Marine  auszubilden  sowie

  die  Berufsprüfungen  zum  Oberfeuerwerker
  und  zum  Feuerwerksleutnant  abzuhalten;
  sie  ist  der  Generalinspektion  der