Osterreich-  Ungarn  (höhere  Kommanden,  Truppenkörper).

appellationsgericht,  das  Militärsanitätskomitee.
  Der  Generalinspektor  des
Heers,  dem  die  Inspizierung  des  stehenden
  Heers  in  Bezug  auf  Ausbildung  und
Manörrierfähigkeit  obliegt,  ist  ausschließlich
  dem  Kaiser  verantwortlich.

Höhere  Kommanden  sind:  1)  Die
kommandierenden  Generale  und  Militärkommandanten
  (s.  Generalat).  2)  Die
Truppendivisionskommanden.
Die  Truppen  des  Heers  sind  im  Frieden
in  31  Infanterie=  und  Kavallerietruppen-=divisionen
  geteilt,  von  denen  letztere  erst
im  Mobilmachungsfall  in  Thätigkeit  treten
  sie  sind  den  Generalkommanden  unterstellt,
  in  deren  Bereich  sie  Garnisonen
haben.  3)  Die  Brigadekommanden,
aus  zwei  Regimentern  derselben  Wasse
bestehend.  Specialstäbe  sind:  1)  Der
Generalstab,  bestehend  aus  dem  Generalstabskorps
  zugeteilten  und  kommandierten
  Offizieren,  aus  Beamten  für  das
Feldtelegraphen=  und  Rechnungswesen.
Ihm  sind  untergeordnet:  die  Kriegsschule,
das  militärgeographische  Institut,  das
Kriegsarchiv  und  das  Pionierregiment.
Die  Gesamtzahl  der  Generalstabsoffiziere
beträgt  469.  2)  Der  Artilleriestab
und  3)  der  Geniestab  sind  Hülfsorgane
bei  den  höhern  Behörden.

Truppenkörper.  1)  Infanterie:
80  Regimenter,  jedes  aus  dem  Regimentsstab,
  dem  Reservekommandostab,  5  Feldbataillonen
  zu  4  und  1  Ergänzungsbataillon
  zu  5  Kompanien  gebildet.  Das  4.
und  5.  Bataillon  (im  Frieden  Reservekommando-,
  im  Krieg  „Reserveregiment
genannt)  bleiben  im  Frieden  stets  im  Ergänzungsbezirk.
  Friedensstand  einer  Kompanie
  der  drei  ersten  Bataillone:  3  Offiiere,

  92  Mann,  beim  4.  und  5.  Batailon:
  3  Offiziere,  71  Mann;  Kriegsstand:
4  Offiziere,  232  Mann.  Der  Kriegsetat
eines  Infanterieregiments  beträgt  an
Streitbaren  (das  Ergänzungsbataillon
eingerechnet)  116  Offiziere,  5585  Mann.
Die  Mannschaft  ist  mit  Werndl-Gewehren
und  Säbelbajonett  bewaffnet,  jeder  Mann
d  72,  der  Unteroffizier  24  Patronen.

edes  Regiment  hat  eine  Proviantkolonne
von  15  geaieminaon  mit  einem  zweitägigen
  Verpflegungsbedarf.  Bei  jedem

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Regiment  bestehen  Truppenschulen  für
Mannschaften  und  Unteroffizierezur  Fortbildung
  in  den  verschiedenen  Dienstzweigen.
  2)  3  er:  1  Regiment  Kaiserjäger
  und  33  F#lengnige  ataillone,  aus
4  Neld-,  1  Reserve=  und  1  Ergänzungskompanie
  bestehend.  Aus  den  40  Reservekompanien
  der  gesamten  Jägertruppe  werden
  bei  der  Mobilmachung  40  Jägerbataillone
  formiert.  Streitbarer  Stand  eines
Feldjägerbataillons  im  Krieg:  18  Offiziere,
  913  Mann.  Bewaffnung  die  der
Infanterie.  3)  Kavallerie:  14  Dragoner-,
  16  Husaren-,  11  Ulauenregimen-=ter,
  zusammen  41  Regimenter,  jedes  im
Frieden  aus  6  Feldeskadrons  und  dem
Ergänzungscadre  bestehend,  an  dessen
Stelle  im  Krieg  1  Ergänzungs=  und  noch
1  Reserveeskadron  treten.  Kriegsstand
einer  Eskadron:  5  Offiziere,  166  Mann,
150  Pferde,  eines  Regiments:  54  Offiziere,
  1377  Mann,  1250  Pferde.  Die  Bewaffnung
  besteht  in  Kavalleriesäbeln  für
Offiziere  und  Mannschaften  aller  Regimenter,
  in  je  einem  Revolver  für  die  Unteroffiziere
  aller  Regimenter  und  für  die  nicht
mit  Karabinern  ausgerüsteten  Soldaten
der  Ulanenregimenter;  Karabiner,  System
Werudl,  führen  die  Soldaten  der  Draoner=
  und  Husaren=  und  je  ein  Zug  pro
skadron  der  Ulanenregimenter.  Die
Soldaten  der  Ulanenregimenter  sind  noch
mit  einer  Pike  bewaffnet.  Für  den  Karabiner
  werden  54,  für  den  Revolver  je  30
Patronen  mitgeführt.  Jedes  Regiment
hat  13  dreispännige  Proviantwagen.  4)
Artillerie:  13  Feldartillerieregimenter,
12  Festungsartilleriebataillone.  Jedes  der
Regimenter  Nr.  1,  2,  4,6,  7,  8,  10  und  12
besteht  im  Frieden  aus  11  schweren  und  2
leichten  Batterien,  3  Munitionskolonnen
und  1  Ergänzungsdepotcadre.  Die  Regimenter
  Nr.5,  9,11  und  13  haben  9schwere,
2  leichte  und  2  reitende  Batterien.  Jedes
Feldartillerieregiment  gliedert  sich  im  Frieden
  in  4  Batteriedivisionen.  Im
Krieg  werden  bei  jedem  Regiment  noch
2schwere  Batterien,  aus  den  3  Munitionskolonnencadres
  6  Munitionskolonnen  und
aus  dem  Ergänzungsdepotcadre  das  Er-Enzungeberct
  sormier.  Die  schweren
tterien  haben  9  cm,  die  leichten  und  rei-