Panzer  (Panzerbatterien,  Panzerungen).

Granat-(Bomben-)  Kanonen  des  Generals
  Pairhans  stattfanden,  schlug  dieser
vor,  die  Kriegsschisse  mit  Eisen  zupanzern.
Dupup  de  Löme  aber  gibt  bereits  1845
als  zwingenden  Grund  für  die  Panzerung
von  Schssewönden  an:  Die  Segel  sollen
nur  mehr  aushülfsweise  zur  Bewegung
der  Schisse  dienen,  man  muß  es  dahin
bringen,  an  Bord  die  stärksten  Maschinen
aufzustellen,  welche  die  übrigen  unumgänglichen
  Bedingungen  des  Problems
möglich  machen:  dies  führt  dann  dahin,
mittelst  undurchdringlicher  Wände  die
Maschinen  gegen  feindliche  Artilleriegeschosse
  zu  schützene.  Er  verlangte  die
Ausführung  von  Schießversuchen  gegen
Panzerkonstrurtionen  Alsdieselben  1854
auf  dem  Schießplatz  bei  Vincennes  stattfanden,
  machte  man  die  Erfahrung,  daß
massive  Eisenplatten  eine  größere  Widerstandsfähigkeit
  haben  als  eine  aus  mehreren
  Blechen  zusammengesetzte  Platte
gleicher  Stärke.  Daraufhin  erhielten  die
französischen  schwimmenden  Batterien,
  welche,  auf  direkten  Befehl  Napoleons
  III.  nach  den  Entwürfen  des  Ingenieurs
  Guieysse  in  den  Kriegswerften
Febaut,  vor  Kinburn  17.  Okt.  1855  die
Feuertaufe  mit  Erfolg  bestanden,  einen
massiven  P.  von  110  mm  dicken  Eisenplatten.
  Hiermit  beginnt  die  Zeit  der  Eisenpanzer.
  —  Diese  fünf  Panzerbatterien
  waren  52,35  m  lang,  13,14  m  breit
und  hatten  2,65  m  Tiesgang.

Als  die  4J.  März  1858  in  Toulon  auf
Stapel  gelegte  und  von  Dupuy  de  Löme
erbaute  Pant  erfregatte  Gloire  mit  einem
P.  von  120  mm  an  der  Wasserlinie
24.  Nov.  1859  vom  Stapel  lief,  war
die  Ausführbarkeit  der  Panzerung  großer
Schiffc  erwiesen.  Hiermit  wurde  auch
der  Kampf  zwischen  P.  und  Geschütz
geboren,  dessen  endgültige  Entscheidung
noch  immer  aussteht.  Mit  fieberhafter
Eile  gingen  die  Secmächte,  voran  Eugland,
  nun  an  den  Bau  von  Panzerschiffen.
Die  hierdurch  entstehende  massenhafte
Nachfrage  gab  den  Fabrikanten  Gelegenheit,
  sich  in  der  Herstellung  von  Panzerplatten
  zu  vervollkommnen  und  so  der
Artillerie  immer  stärkere  Ziele  zu  bieten.
Diese  war  erst  dann  imstande,  mit  Er-275



folg  gegen  den  P.  aufzutreten,  als  das
Gesashhwesen  und  die  Gußstahlfabrikation
  sch  so  weit  entwickelt  hatten,  daß  die
Herstellung  von  Geschützen  großen  Kalibers
  nach  den  Grundsätzen  der  künstlichen
Metallkonstruktion  aus  Gußstahl  gelang
und  die  Fortschritte  in  der  Pulverfrage
(s.  Pulver,  Gasdruckmesser)  es  ermöglichten,
  den  Geschossen  eine  die  frühere
weit  übertressende  Anfangsgeschwindigkeit
  zu  geben  und  somit  ihre  lebendige
(Soße  raft  in  entsprechender  Weise  zu
steigern.  Die  15  cm  Kanone,  mit  der
man  1864  den  Rolf  Krake  erfolglos  beschoß,
  *F  115  Metertonnen  lebendige
Kraft  bei  einer  Anfangsgeschwindigkeit
von  etwa  300  m,  wogegen  die  40  em
Kanone  Krupps  bei  den  Schießversuchen
5.  und  8.  Aug.  1879  mit  einer  Anfangsgeschwindigkeit
  von  502,4  m  eine  lebendige
  Kraft  von  9994  Metertonnen  ergab.
Dem  gegenüber  aber  hat  sich  auch  die  Pan-Fechärte
  von  120  mm  bei  der  Gloire  zu
50  mm  bei  den  italienischen  Schiffen
Duilio  und  Dandolo  und  610  mm  bei
dem  englischen  Turmschiff  Inflexible  erhöht.
  In  weiterer  Folge  aber  mußten
diese  Veränderungen  und  Fortschritte  in
der  Entwickelung  der  Streitmittel  ebenso
umgestaltend  auf  die  Küstenverteidigung
einwirken.  Hierbei  konnte  es  sich  nicht  nur
darum  handeln,  den  Panzerschiffen  mindestens
  die  Geschützkaliber  gegenüberzustellen,
  mit  denen  sie  selbst  armiert  waren,
es  mußte  auch  darauf  Bedacht  genommen
werden,  diese  wertvollen  Geschütze  so  lange
wie  möglich  kampffähig  zu  erhalten.  Da
nun  Mauerwerk  gegen  die  schweren  Pauergeschosse
  eine  ganz  ungenügende  Widerfandefähmmreit
  esitzt  und  Erdwerke  an
vorgeschobenen  wichtigen  Punkten  auf
nahen  Entfernungen  zu  wenig  Deckunggewähren,
  so  war  man  gezwungen,  den  9.
auch  auf  die  Küstenwerke  zu  übertragen.
In  England  fand  der  P.  nicht  nur  in
der  Marine,  sondern  auch  in  der  Küstenbefestigung,
  in  der  sortifikatorischen  Einrichtung
  der  Kriegshäfen  die  ausgedehnteste
  Anwendung.  Es  ging  hierin  allen
andern  Seestaaten  voran,  und  dem  entsprechend
  ist  bei  ihm  das  Panzerwesen  in
seiner  Anwendung  auf  die  stehenden  P.
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