Polrock  —  Portugal.

daß  seine  Schwerachse  senkrecht,  der  Leichtpol
  oben  steht.  Seine  Bezeichnung  geschieht
  durch  Herablassen  einer  unten  mit
Farbebestrichenen,  wagerecht  aufgehängten

latte.  Vom  Leichtpol  wird  sodann  ein
Kreisbogen  durch  die  Mitte  des  Mundlochs
  und  bei  90°%  ein  Querstrich  gezogen.
Der  Kreuzungspunkt  wird  beim  Laden
des  Geschützes  in  die  Scelenachse  gelegt;
s.  Ercentricität.

Polrock  heißt  der  schwarze,  schmmbesetzte,
  einreihige  Wafsfenrock  der  Infanterie
und  Artillerie  des  braunschweigischen  Kontingents.


Folschele,  s.  Polen.

Polygonaltrae  (Ipr.  -Heh)  ist  diejenige
Grundrißform  von  Festungen,  bei  welcher
  der  Hauptwall  nur  aus  geraden,  unter
  ausspringenden  Winkeln  zusammenstoßenden
  Linien  gebildet  wird.  Eine

lankierung  des  Grabens  vom  Wall  aus
ist  daher  nicht  möglich.  Sie  erfolgt  deshalb
  aus  Kaponnieren  (s.  d.),  die  entweder
  vor  der  Mitte  der  Polygonseite  oder
in  den  Polygonecken  liegen.  Durch  eine
entsprechende  Brechung  der  Polygonseite
wirddie  Kaponniere  vor  einer  Beschießung
in  der  Richtung  der  Gräben  geschützt.
Kurze,  an  den  Hauptwall  angehängte,  zur
Bestreichung  des  Glacis  dienende  Linien.
machen  den  Grundriß  ganz  flachen  Bastionen
  ähnlich.  Das  P.  gestattet  die  Entwickelung
  eines  sehr  kräftigen  Frontalfeuers
  und  erschwert  außerordentlich  das
Rikoschettieren  der  Linien  auf  der  Angriffsfront;
  vgl.  Festung.

Ponton  (spr.  pongtongh),  Pontonbrücken,
  s.  Brücken;  Pontoniere,
die  im  Brückenschlagen  ausgebildeten  Pioniere,
  s.  Ingenieurkorps.

Popowla,  nach  ihrem  Konstrukteur,
Admiral  Popow,  benannte  kreisrunde
Panzerturmschiffe  der  russischen  Marine;
s.  Kriegsschiff.

Portãa-Anler,  s.  Anker.

Portepee,  Degengehenk,  Degenquaste
aus  Silber  am  Offizlersäbel  oder  Degen.
Die  wollene  Onaste  an  den  Seitengewehren
der  Mannschaft  heißt  Säbeltroddel.
Portepeeunteroffiziere  sind  daher  dem
Unterofftkierstand  Angehörende,  die  das
P.  am  Offiziersäbel  tragen  (Feldwebel,

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Oberfeuerwerker  2c.).  Portepee  fähnrich
  werden  die  Offizieraspiranten  nach
abgelegter  Fähnrichsprüfung  und  mindestens
  sechsmonatlicher  Dienstzeit  genannt;
  sie  stehen  im  Rang  zwischen  Sergeant
  und  Feldwebel.

Portion,  der  Einheitssatz  der  Naturalverpflegung
  (s.  d.)  für  den  Menschen;  der
für  das  Pferd  heißt  Ration.

Portugal.  Leerwes  en.  Die  Armee
hat  ihre  jetzige  Organisation  durch  Gesetz
vom  23.  Juni  1864,  abgeändert  durch  das
vom  15.  Dez.  1875.  Sie  ergänzt  sich  durch
Einstellung  Freiwilliger  und  durch  Losung.
Es  gilt  allgemeine  Wehrpflicht,  doch  ist  der
Loskauf  gestattet.  Die  Dienstpflicht  dauer!
vom  21.  Jahr  ab  8  Jahre,  davon  3  aktiv,
5  in  der  Reserve.  Es  wird  jedoch  stets  die
doppelte  Anzahl  des  jährlichen  Rekruten-=bedarfs
  ansgehoben,  von  diesen  aber  nur
die  eine  Hälfte  durch  das  Los  eingestellt,
die  andre  zur  zweiten  Reserve  ohne  vorherige
  Ausbildung  entlassen.  Die  aktive
Armee  umfaßt  18  Infanterieregimenter,
12  Jägerbataillone,  8  Kavallerie=  (2  Lancier-,
  6  Chasseur-)  Regimenter,  2  Feldartillerieregimenter
  von  zusammen  18
Batterien,  1  Garnisonartillerieregiment,
1  Geniebataillon,  14  Kompanien  Municipalgarde,
  zusammen  1500  Offiiere,
32,000  Mann,  die  Kriegsstärke  2500
Offiziere,  70,000  Mann.  Die  Feldartillerie
führt  im  Frieden  110,  im  Krieg  216  geenwärtig

  vermutlich  schon  Kruppsche  Geshure,
  deren  Beschaffung  seit  Jahren  ein:

eleitet  ist,  deren  Ausführung  aber  wegen
Mangels  an  Geldmitteln  sich  verzögerte.
Ebenso  wird  wahrscheinlich  die  Neubewaffnung
  der  Infanterie  mit  dem  Snider-Gewehr,
  der  Kavallerie  mit  dem  Snider=Karabiner
  beendet  sein.  —  Die  portugiesische
  Flotte,  1793  aus  12  Linienschiffen,
  12  Fregatten,  10  Korvetten,  3  Briggs
mit  1606  Kanonen  und  12,000  Mann  bestehend,
  zählt  jetzt  ein  Panzerkasemmattschiff
(Vasco  da  Gama)  von  25.4  mm  Panzerstärke,
  mit  zwei  15  und  zwei  26  cm
Kruppschen  und  drei  40pfündigen  Armstrong-Geschützen
  armiert,  8  ungepanzerte
Schraubenkorvetten  und  8  Schraubenkanonenboote.
  Von  den  Korvetten  sind  6ihres
Alters  wegen  ziemlich  wertlos.  Das  Flot-