Preußen  (Entwickelung  des  Heers).

32  Eskadrons  Kavallerie,  6  Dragonerregimenter,
  zusammen  40,000  Mann,  daneben
  noch  die  Landmiliz.  1740  war  das
Heer  stark:  32  Infanterieregimenter  à  2
Bataillone,  zusammen  (nsahliehlto  der
Garnisonbataillone)  70  Bataillone  und  4
Landregimenter,  12  Regimenter  Kürassiere
à  5,  6  Dragonerregimenter  à  10  oder  5
Eskadrons,  2  Husarenkorps  à  b,  beziehentlich
  3  Eskadrons,  zusammen  80,000
Mann.  Die  Artillerie  erhielt  unter  dem
Großen  Kurfürsten  die  erste  Organisation;
1672  wurde  die  erste  Dienstvorschrift  für
sie  erlassen  und  mit  der  Unterdrückung
des  zünftigen  Konstablertums  das  militärische
  Element  gehoben.  1713  wurde  sie
neu  formiert,  1716  in  Feld=  und  Festungsartillerie
  getrennt.  Eeit  1733  wurden
jährlich  Artillerieschiehübungen  bei  Berlin
  abgehalten.  1716  wurde  ein  Ingenieurkorps
  von  30  Offizieren  errichtet,  1715
die  erste  Pioniertruppe.  Bis  1689  führte
das  Fußvolk  bis  zu  ½  Piken,  ½/  Musleten,
  dann  wurde  es  ganz  mit  Steinschloß-Bajonettgewehren
  bewaffnet.  Die  Kaval-=lerie
  hatte  Degen,  Pisiolen  und  Karabiner,
die  Dragoner  ein  längeres  Gewehr.  Die
Infanterie  stand  in  6  Gliedern.  Die  Laderiffe
  mit  dem  Gewehr  bestanden  aus  70
Tempos,  dennoch  zeichneten  sich  die  Brandenburger
  im  17.  Jahrh.  durch  schnelles
Feuernaus;  1674bestanden  schon  Schützen
mit  gezogenen  Gewehren,  welche  im  Einzelfeuer
  auf  Offiziere  schossen.  1689  wurde
die  Infanterie  in  4  Gliedern  rangiert,  die
L#o  #hriffe  bis  auf  einige  fünfzig  vermindert.
1726  erschienen  Dienstreglements  für  alle
Waffen.  1730  wurde  in  3  Gliedern  rangiert;
  der  Mann  hatte  241—26  Patronen.
1665  erließ  der  Große  Kurfürst  die  ersten
Kriegsartikel,  die,  1724  erneut,  alle  Monate
  zweimal  vorgelesen  wurden.  Von
1654  an  wurde  den  vor  dem  Feind  Beschädigten
  eine  Versorgung  zugesichert,
1730  das  erste  Invalidenhaus  auf  der
Insel  Werder  bei  Potsdam,  das  Militärwaisenhaus
  für  Soldatenkinder  1723  zu
Potsdam  errichtet.  Die  Pulverfabrik  zu
Spandau  war  schon  1344,  die  Geschützgießerei
  zu  Berlin  1575  angelegt  worden;
  beide  wurden  nach  und  nach  veefach
verbessert.  Im  Kantongesetz  von  179

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wurde  zuerst  der  Grundsatz  der  allgemeinen
  Wehrpflicht  ausgestrochen,  jedoch
wurden  noch  sehr  viele  Ausnahmen  gestattet.
  Friedrich  d.  Gr.  fand  bei  seinem
Regierungsantritt  ein  Heer  von  80,000
Mann  vor.  Die  Feldarmee  hähste  1740:
40,000,  1741:  60,000,  1744:  100,000,
1756:  150,000,  1778:  180,000,  1786:
200,000,  1797:  235,000,  1806:  260,000
Mann.  In  der  Zeit  von  1740—74  wurden
  23  Feldinfanterieregimenter  neu  formiert.
  1786  bestanden  53  Regimenter,
einschließlich  Garde  110  Batailllone  —
120,000  Mann.  Die  Garnisoninfanterie
stieg  auf  30,000  Mann.  1787  erhielten
die  Feldinfanterieregimenter  die  heutige
Formation  von  2  Musketier=  und  1  Grenadier-(heute
  Füsilier-)  Bataillon.  1806
bestanden  1  Regiment  Garde  (Nr.  15),
1  Bataillon  Grenadiergarde  (Nr.  6),  58
Feldregimenter,  24  Füsilierbataillone,  1
Regiment  Jußjäger,  zusammen  195,000
Mann.  Kavallerie:  13  Kürassier-,  14
Dragoner-,  10  Husarenregimenter,  zusammen
  255  Eskadrons  =  43,000  Mann.
Feldartillerie:  1759  wurde  die  reitende
  Artillerie  errichtet.  Gebräuchliche
ldgeschütze  unter  Fidrich  d.  Gr.  waren:

-,  6-,  1pfündige  Kanonen,  7-,  10-,  25-,
30p  fdige  Haubitzen.  Die  Zahl  der  Feldgochiee
  rugd  11D  nn  1/  00,
:  ;  Feld-  und  Festungsge  e
1806:  4614.  r*’eii
Der  Pariser  Vertrag  von  1808  beschränkte
  das  Heer  auf  42,000  Mann
(22,000  Infanterie,  8000  Kavallerie,  6000
Artillerie  und  Pioniere,  6000  Garde).
Am  25.  Juli  1807  setzte  Friedrich  Wilhelm
  III.  eine  Militär-Reorganisationskommission,
  bestehend  aus
Scharnhorst,  Lottum,  Gneisenau,  Grolman,
  später  Götzen,  Boyen,  zeitweise
Bronikowski  und  Borstell,  ein.  1809
wurde  die  Werbung  im  Ausland  abgeschafft;
  zur  Aushebung  wurde  das  Land
in  6  Kantons  geteilt;  Dienstzeit  20  Jahre;
freiwilliger  Eintritt  erlaubt.  1812  befanden
  sich  150,000  Krümrer  (s.  d.)  in  den
Kantons.  Die  Feldartillerie  erhielt  statt
der  Trainknechte  =  Fahrkanonieret.  Zum
Feldzug  1812  waren  zu  stellen:  19  Bataillone
  Infanterie,  2  Kompanien  Jäger,