Prima  Plana  —  Prohe.

stab  wurde  1821  unter  einen  selbständigen
Chef  gestellt.  Die  Militärgouvernements
in  den  Provinzen  wurden  1814—15  Generalkommandos.
  An  Stelle  des  Oberkriegskommissariats
  trat  1816  die  Korpsintendantur:
  1858  erhielt  auch  jede  Division
  eine  Intendantur.  1854  traten  an
die  Stelle  der  rechnungführenden  Osfiziere
die  Zahlmeister.  1841  wurde  das  Zündnadelgewehr
  angenommen.  Füsiliere  und
in  jeder  Division  4  Musketierbataillone
erhielten  es  1848,  die  gesamte  Infanterie
1858.  Die  Feldartillerie  erhielt  1819:  6=und
  12V  fündige  Kanonen,  7=  und  10pfündige
  Haubitzen,  1842  erleichtertes  Material,
  1845  die  10pfündige  Haubitze  durch
die  12pfündige  Kauone  ersetzt.  1  Regiment

hatte  vier  Cpfündige,  drei  12pfuͤndige,  P

1  Lubie  und  3  reitende  Batterien.
1858  wurde  der  gezogene  24  Pfünder
15  cm)  als  erstes  gezogenes  Geschütz,  das
hrapnel  1831  für  Haubitzen,  1841  für
Kanonen  eingeführt.  Die  körperliche  Züchtigung
  wurde  1818  durch  Verordnung,
1850  gescelich  abgeschafft.  —  Schwierigkeit
  und  Zeitverlust  bei  der  Mobilmachung,
Ungleichartigkeit  der  in  der  Feldarmee  vereinigten
  Linie  und  Landwehr,  teilweise
Unzuverlässigkeit  der  letztern  traten  1818
bis  1859  fühlbar  hervor;  auch  konnten  von
den  jährlich  Pmusterten  63,000  Dienstfähigen
  nur  40,000  eingestellt  werden.
Dies  waren  Gründe  für  die  durch  König
Wilhelm  I.  1859—60  eingeleitete  Reorganisation
  der  Armee,  die,  zunächst
wider  Willen  des  Landtags  durchgeführt,
1866gesetzlichbestätigt  wurde.  Kriegsstärke
1866:  Feldtruppen  325,000  Mann,  864
Geschütze;  Feldreserve  68,000  Mann,  144
Geschütze;  Ersatztruppen  114,000  Mann;
Besatzungstrupxpen  98,000  Mann;  zusammen
  605,000  Mann,  1008  Geschütze.
Beim  Beginn  des  Feldzugs  1870  hatten
die  Feldarmeen  folgende  Stärke:  I.  Armce:
50  Bataillone,  32  Eskadrons,  30  Batterien
-50,000
schütze;  II.  Armee:  156  Bataillone,  148
Eskadrons,  91  Batterien  =  156,000
Mann,  22,200  Pferde,  546  Geschütze;
III.  Armee:  128  Bataillone,  102  Eskadrons,
  80  Batterien  =  128,000  Mann,
15,306  Pferde,  450  Geschütze;  zusammen

Mann,  4800  Pferde,  180  Ge-W

287

334  Bataillone,  282  Eskadrons,  201  Batterien
  =  33.4,000  Mann,  42.300  Pferde,
1206  Geschütze.  Am  1.  März  1871  standen
noch  auf  französischem  Boden:  155,782
Mann  Infanteric,  57,779  Mann  Kavallerie,
  1674  Geschütze  an  Feldtruppen;
114,090  Mann  Infanterie,  5686  Mann
Kavallerie,  68  Geschütze  an  Etappentruppen;
  zusammen  569,872  Mann  Infanterie,
  63,165  Mann  Kavallerie.  1742  Geschütze.
  —  Marine,  (.  S.  286.

Prima  Plana;  von  der  P.  P.  bei  den
Landsknechten  (s.  d.)  herstammend,  diente
diese  Bezeichnung  später  für  das  nicht  in
Reih'  und  Glied  stehende  Personal  einer
Kompanie,  das  in  einer  besondern  Rubrik
der  Rapporte,  deren  dieselben  vier  (Stäbe,
.  P.,  Gemeine,  Summa)  enthielten,  geführt
  wurde.  Zur  P.  P.  gehörten-  die
Offiziere,  Unteroffiziere  und  Spielleute
(13—16  Köpfe).

Probiermörser,  früher  gebräuchlicher
Mörser,  der  unter  150  auf  angegossener
Fußplatte  stand,  eine  Bronzekugel  schoß
und  zum  Probieren  des  Pulvers  diente.

Profilieren,  die  Dorstellung  des  Profils
  vor  Erdbrustwehren  bei  deren  Anschüttung
  durch  Pfähle,  Latten  und  Stanen.

  Sie  werden  in  der  Regel  in  Zwichenräumen
  von  10  m  aufgestellt.  Die
lichten  Kanten  der  Profile  gaben  die  Grenzen
  für  die  Anschüttung.

Prosfoß,  s.  Landsknechte.

Hrogresfirzüge,  von  Minié  vorgeschlagen,
  sind  solche  Züge,  deren  Tiefe  nach
der  Mündung  zu  abnimmt  sie  sind  ohne
praktische  Bedeutung.  —  Progressivdrall,
  s.  Drall.

Projektil,  s.  v.  w.  Geschoß.

Protze,  der  Vorderwagen  der  Kriegsfahrzeuge,
  deren  Gebrauchsweise  ein  Abheben
  des  Hinterwagens  von  der  P.  bedingt,
  also  bei  allen  Geschützen,  Munitionswagen,
  Sattelwagen  2c.  Hiernach
benennt  man  die  Protzen  Geschütz=  und
agenprotzen.  Nach  der  Geschützart,
für  die  sie  bestimmt  sind,  zerfallen  sie  in
Feld-,  Belagerungs-,  Festungs-,
Waklltunveasemalbenp  e#en,  re
Einrichtung  nach  in  Kasten=  und  Sattelprotzen.
  Erstere  tragen  über  der
Achse  einen  Kasten  zur  Aufnahme  von