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Munition  und  Geschützzubehör  und  sind
die  Protzen  der  Feldgeschütze  und  Munitionswagen;
  auch  die  9  cm  Kanonen  der
Fesungeartillerie  und  Belagerungslassete

664  haben  eine  Kastenprotze.  Bei  den
übrigen  Belagerungs-und  estungsprotzen
sind  Sattelprotzen,  jetzt  aus  Eisen,  im
Gebrauch.  Der  Protznages  steht  auf  der
eisernen  Achse  (ohne  Achsfutter),  die  Scherarme,
  in  denen  vorn  die  Deichsel  steckt,  bilden
  eine  schleisenförmige  Schiene  (Lenkschiene)
  aus  Winkeleisen,  die  über  die  Achse
nach  hinten  hinausreicht  u.  hier  als  Lenkscheit
  dient.  ll  Munitionswagen.

Prüfungsschießen,  s.  Schießen  (322).

Puderdose,  eine  Blechbüchse  mit  Siebdeckel,
  die  zum  Ausstreuen  (Aufpudern)
des  Mehlpulvers  auf  die  Stoppine  beim
Abfeuern  der  Geschütze  diente.

Pulver,  im  militärischen  Sprachgebrauch
  die  Bezeichnung  für  Schieß=  und
Sprengpulver.  Heftig  brennende  Mischungen
  aus  Salpeter,  Schwefel  und  Kohle
sind  nachweislich  schon  im  Altertum  bekannut
  gewesen;  diese  aber  sind  vom  Schießpulver
  wohl  zu  unterscheiden,  für  welches
bezeichnend  ist,  daß  die  bei  der  Verbrennung
  entstebenden  hoch  gespannten  Gase
als  treibende  Kraft  nur  zu  einer  einmaligen,
  momentanen  Wirkung  kommen,
wie  wir  dies  beim  Schießen  aus  Feuerwassen
  beobachten.  Die  Brandmischungen
der  Alten  wurden  dagegen  aus  den  Wurfmaschinen
  fortgeschleudert  und  dienten  zur
Branderzeugung.  Auch  das  griechische
Feuer  (s.  d.)  ist  eine  derartige  Mischung
gewesen.  Nachweislich  haben  zuerst  die
Chinesen  den  Salpeter  zu  Feuerwerksätzen
  verwendet,  ihn  mit  Schwefel  und
Kohle  gemengt  und  auch  von  der  kreiben-=den
  Kraft  der  bei  der  Verbrennung  dieser
Mischung  entstehenden  Gase  Kenntnis  gehabt.
  Aus  ihren  mit  Treibsatz  gefüllten
Brandpfeilen  entstand  969  n.  Chr.  die
Rakete,  die  sie  am  Pfeil  befestigten,  um
dessen  Flugweite  zu  vergrößern.  Wie  den
Chinesen,  waren  auch  den  Arabern  die  Salpeter
  enthaltenden  Zündmischungen  bekannt,
  und  scheinensie  zuerst  im  13.  Jahrh.
die  bewegende  Kraft  ihrer  Gase  zum
Vorttreiben  von  Körpern  benutzt  zu  haen.

  Sie  luden  das  aus  10  Salpeter,  2

Prüfungsschießen  —  Pulver  (Eeschichte,  Bestandteile).

Kohle,  1½  Schwefel  fein  geriebene  P.  in
einen  »Medfaa«  (kurzes,  gestieltes  Rohr),
setzten  einen  Holzspiegel  darauf  und  auf
diesen  die  Kugel.  Hiermit  war  also  das
Schießpulover  als  solches  erfunden.  In
Deutschland  ist  die  Annahme  verbreitet,
daß  zu  Anfang  des  14.  Jahrh.  (die  Zeitaugaben
  sind  sehr  verschieden,  doch  wird
meist  das  Jahr  1320  genannt)  der  Mönch
Berthold  Schwarz  (oder  Ankligen)  zu
Freiburg  i.  Br.  das  P.  erfunden  habe.
Es  scheint  zweifellos,  daß  um  diese  Zeit,
wahrscheinlich  schon  früher  als  1320,  in
Deutschland,  gauz  unabhängig  von  den
Arabern,  das  P.erfunden  wurde.  Die  Zeit
seiner  ersten  Verwendung  zum  Kriegsgebrauch
  hat  sich  aber  noch  nicht  feststellen
lassen.  In  der  Chronik  von  Gent  vom  Jahr
1313  heißt  es,  daß  in  diesem  Jahr  in
Deutschland  der  Gebrauch  der  Büchsen  von
einem  Mönch  erfunden  worden  sei,  womit
das  Bekanntsein  des  Pulvers  vorausgesetzt
wird.  Jedenfalls  hat  sich  sein  Gebrauch
sehr  schnell  verbreitet,  denn  in  Florenz
wurden  bereits  1326  metallene  Kanonen
und  sschmiedeeiserne  Kugeln  zesrrtigt.  1340
bestand  in  Augsburg,  1344  in  Spandau,
1348  in  Lieguitz  eine  Pulverfabrik.

Die  Pulvermaterialien  müssen  möglichst
  rein  sein;  in  Prcußen  wird  jetzt  der
aus  dem  Natronsalpeter  und  Staßfurter
Chlorkalium  hergestellte  Salpeter  in  Form
von  Krystallmehl,  sicilischer  Stangenschwefel
  und  Kohle  verwendet,  die  durch
Verkohlung  der  höchstens  40  mm  starken
Aste  vom  Fanlbaum  oder  der  Else  ineingemauerten
  eisernen  Cylindern  unter  vollstindigem
  Lustabschluß  gewonnen  wird.
Der  Grad  der  Verkohlung  ist  von  Einfluß
auf  die  leichte  Entzündlichkeit  des  Pulvers;
  die  sogen.  Rorkohle  liefert  ein  heftiger
  explodierendes  P.  als  die  Schwarzkohle.
  Die  zur  Kohlegewinnung  dienende
  Holzart  ist  nicht  überall  gleich;  in
andern  Ländern  werden  auch  Hasel,  Linde,
Pappel,  Hundsbeere,  Kirsche,  Spindel-=baum,
  in  Süalten  Hansstengel  verwendet,
stets  Laubholz,  nirgends  Holz  von  Nadelbäumen.
  Auch  die  Mischungsverhältnisse
  sind  nicht  in  allen  Ländern  dieselben.
Die  gebräuchlichsten  Zusammensetzungen
sind  folgende: