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Alles  P.,  mit  Ausnahme  des  prismatischen,
  wird  nach  dem  Körnen  noch  poliert,
  um  durch  das  Glätten  der  Oberfläche
  und  Abstoßen  der  Kanten  und  Ecken,
welche,  beim  Transport  abgestoßen,  den
Staub  vermehren  würden,  das  P.  transportfähiger
  zu  machen.  Zum  Polieren
bedarf  das  P.  eines  Wassergehalts  von
3—4  Proz.  Das  Polieren  selbst  geschieht
in  einer  iunen  mit  Leder  ausgekleideten
Trommel  ohne  Zusatz  von  Holzkugeln.
Hierauf  folgt  das  völlige  Trocknen  durch
erwärmte  Luft,  das  Ausstauben  und
Sortieren  nach  der  Körnergröße.  Letzteres
  geschah  bisher  in  einer  der  Körnmaschine
  ähnlichen  Vorrichtung,  deren
Siebe  eine  der  Körnergröße  entsprechende
Maschenweite  haben.  In  neuerer  Zeit
verwendet  man  ein  Cylindersieb,  bessen
Achse  geneigt  und  dessen  Mantel  ein  Sieb
ist.  Am  obern  Ende  ist  die  Maschenweite
  für  die  kleinste,  am  untern  für  die
größte  Körnergröße;  durch  erstere  fallen
alle  zu  kleinen,  durch  letztere  alle  normalen
  Körner,  die  zu  großen  bleiben
liegen.  Dem  Sortieren  folgt  noch  das
Vermengen,  um  alle  bei  der  Ansertigung
  in  kleinern  Mengen  entstandenen
Ungleichheiten  auf  eine  große  Pulvermenge
zu  verteilen.  —  Das  prismatische  P.
wird  aus  besonders  hierfür  staubfrei  gefertigtem
  Kornpulver  in  Pressen  hergestellt,
  die  für  einen  Druck  von  30,
auf  einen  Quadratzoll  konstruiert  sind.
Die  Maschine  mißt  "6  selbstthätig  die  erforderliche
  Pulvermenge  für  je  ein  Korn
ab.  Mit  jedem  Hub  werden  sechs  Körner
gepreßt,  die  Maschinemacht  drei  Hub  in  der
Minute.  Das  Korn  C/68  wiegt  38  g
und  bat  1,66,  das  C/75  dagegen  1,75  spec.
Gewicht.

Bevor  das  P.  in  die  Bestände  übergeht,
  muß  es  in  Bezug  auf  seine  Beschafsenheit
  und  ballistischen  Leistungen  untersucht
  werden,  und  zwar  die  Körner-=größe,
  der  Staubgehalt,  Feuchtigkeitsgehalt
  und  die  Dichtigkeit.  Letztere  ist  von
besondrer  Wichtigkeit  auf  die  ballistische
Leistung  und  wird  mit  größter  Sorgfalt
  untersucht.  Es  geschieht  mittelst  des
Dichtigkeitsmessers,  eines  Glasgesäßes,
  welches  lustleer  gepumpt,  mit  Queck-Pulver

  (rrismatisches  P.,  Untersuchung).

silber  gefüllt  und  gewogen,  wiederentleert,
mit  der  abgewogenen  Poltermen  e,  dann
mit  Quecksilber  in  der  gleichen  Weise  gefüllt
  wird.  Aus  dem  Gewichtsverlust  läßt
sich  die  verdrängte  Quecksilbermenge  und
demnächst  das  specifische  Gewicht  des  Pulvers
  berechnen.  —  Die  Ermittelung  der
Kraftäußerung  und  Gleichförmigkeit  der
Wirkung  geschah  früher  mittelst  des  Probiermörsers,
  geschieht  jedoch  in  neuester
Zeit  nur  noch  durch  Messen  der  Anfangsgeschwindigkeit
  des  Geschosses  mit  dem
Chronographen  (s.  d.),  wobei  für  grobkörniges
  P.  das  leichte  Feldgeschützrohr  C/73,
für  prismatisches  rs  /68  die  15  cm
Ringkanone  oder  die  schwere  12  cm  Kanone,
  für  prismatisches  P.  C/(75  die  28  cm
Ringkanone,  für  Geschützpulver  die  9cm
Stahlkanone  mit  Kolbenverschluß,  für
Gewehrpulver  M/71  das  Infanteriegewehr
M/71  dient.

Die  zahllosen  Versuche,  ein  Schießpulver
  herzustellen,  das  bei  geringerm  Rauminhalt
  eine  größere  Kraftäußerung  besitzt
als  das  gewähnliche  P.,  haben  bis  jetzt
den  erwarteten  Erfolg  nicht  gehabt.  Die
Pulversorten,  in  denen  der  Salpeter  durch
chlorsaures  oder  pikrinsaures  Kali  ersetzt
ist,  sind  viel  zu  heftig;  in  erhöhtem  Maß
gilt  dies  von  den  durch  Nitrifizierung
organischer  Substanzen  erhaltenen  erplosiblen
  Stoffen,  wie  Schießbaumwolle  und

000  kg  Nitroglycerin.  Die  Gasentwickelung  bei

der  Explosion  dieser  Stoffe  geht  so  schnell
sich,  daß  die  Massenteilchen  der
Einschließung  keine  Zeit  gewinnen,  in
Schwingungen  zugeraten  und  so  den  Stoß
fortzupflanzen.  Bevor  die  Bewegung  des
Geschosses  und  die  der  Massenteilchen  in
sich  eintritt,  ist  ihr  Widerstand  bereits.
überwunden  und  die  Einschließung  zertrümmert.
  In  dieser  Weise  wirkende
Explosivstosse  sind  daher  zum  Schießen
nicht  geeignet,  aber  meisteus  vorzügliche
Sprengmittel.

Mehlpuldver  ist  ganz,  Knirschpulver
  halb  zu  Staubgeriebenes  Kornpulver;
ersteres  wird  zu  Anfeuerung,  Fcuerwerksätzen,
  letzteres  zum  Bestreuen  von  Brandfaschinen,
  Fanalen  2c.  verwendet.  Staubpulver
  wird  bei  der  Pulveranfertigung,
namentlich  beim  Ausstauben,  gewonnen.