Pulverflagge  —  Pulvertransporte.

Minder  brauchbares  P.  ist  alles  nicht
fürscharse  Munition,  wohlaber  zu  Sprengladungen,
  Manöverkartuschen,  Platzpatronen
  und  Minenladungen  verwendbare
P.  mit  Ausnahme  des  prismatischen.
Pulverflagge,  eine  schware  Flagge  mit
weißem  P,  die  von  allen  Pulvertransporten
  zu  Land  und  zu  Wasser  an  fernhin
sichtbarer  Stelle  geführt  werden  muß.
Kriegsschisse  hissen  die  P.  am  Fockmast,
wenn  sie  Pulver  verladen.
Pulderkammer,  in  Belagerungsbatterien
  (s.  Batterie)zur  Aufbewahrung  von
Pulrver  und  Kartuschen  bestimmter  Raum.
Auf  Kriegsschiffen  haben  die  Pulverkammern
  die  gleiche  Lage  und  Einrichtung  wie
die  Geschoßkammern,  s.  d.
HPulverkasten  dienen  zur  Verpackung
des  Pulvers  für  die  Ausbewahrung.  Man
unterscheidet:  1)  Kupferne  P.,  würfelförmig,
  aus  Kupserblech  mit  luftdichtem
Verschluß,  50  kg  Pulver  in  leinenem  Pulversack
  fassend,  in  welchem  das  Pulver
auch  bei  der  Aufbewahrung  verbleibt.
Früher  nur  zur  Lagerung  des  Pulvers  in
feuchten  Kriegsmagazinen  bestimmt,  sind
sie  neuerdings  ausschließlich  für  die  ganze
Vogerun  eingeführt.  2)  In  hölzernen
P.  wird  das  prismatische  Pulver  zu  1314
Körnern  verpackt,  der  Deckel  wird  mit
Messingschrauben  befestigt.  3)  Hölzerne
Kasten  mit  Zinkeinsatz  dienen  bei  der
Marine  zur  Verpackung  des  Pulvers.
Pulverkruste,  s.  Pulverschleim.
Pulverkuchen,  s.  Pulver  (S.  289).
Vusbermagakinedienenzur  usbewahrung
  von  Pulver,  und  zwar  Friedens-=pbulotrmagazine
  (Häuser,  in  Holzbau
mit  allseitiger  Schieferbekleidung  oder  in
Fachwerk  mit  Erdumwallung  aufgeführt)
für  die  Frirdenslagerung  riegspulverma
  aline  für  die  Lagerung  in  armiirsten
  ,  ungen  sind  in  einen  Festungswall
  eingebaute  Kasematten,  die  durch  genügend
  lorse  Erdbeschüttung  und  Mauerwerk
  gegen  das  Durchschlagen  feindlicher
Geschosse  gesichert  sein  müssen.  Siewerden
mittelst  Lokomotivlaternen  von  Erleuchtungenischen
  (s.  Beleuchtung)  aus  erhellt.
  Die  Kriegspulvermagazine  sindihrer
Größe  und  Lage  nach  Haupt-oder  Verbrauchsmagazinez
  erstere  haben  einen

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Fassungsraum  von  etwa  2000,  letztere  von
N4.  62Ton.,  diese  gehören  zu  den  Ladesystemen
  (s.  d.).  Handpulvermagazine
gehören  zu  den  Laboratorien,  um  einen
angemessenen  Pulvervorrat  für  die  Munitionsarbeiten
  und  Munition  aufzunehmen.
  Alle  P.  haben  gedielte  Fußböden,
die  kupfernen  Kasten  werden  .  je  3  nebeneinander
  in  Stapeln  nach  der  Längsrichtung
  des  Magazins  7  Kasten  hoch,
die  Pulvertonnen  in  Tonnenlagern  2
Reihen  nebeneinander  5,  ausnahmsweise
6  Tonnen  hoch  gelagert.

Pulversack.  Es  gibt  1)  leinene  Pulversäcke
  für  Pulvertonnen,  in  welche  das
Pulver  vor  dem  Versand  (in  Tonnen)
geschüttet  wird;  für  die  Lagerung  wird  der
P.  entfernt;  2)  leinene  iulpesüch-  für
kupferne  Pulverkasten  (s.  d.)  zur  Aufbewahrung,
  nur  für  Kornpulver,  und  3)
lederne  Pulversäcke  für  Mehlpulver  und
zwar  für  Pulvertonnen  und  Kasten.

Pulderschleim,  der  beim  Verbrennen
des  Pulvers  entstehende  Rückstand,  der
anfangs,  namentlich  bei  seuchtem  Wetter,
schleimig  ist,  bei  längerm  Schießen  aber

ur  Pulverkruste  verhärtet.  Er  muß
urch  Auswischen  und  Auswaschen  entfernt
  werden.

Hulbertonnen,  Fässer  aus  Eichenholz
mit  12—16  Weiden=  oder  Haselreifen  zur
Aufnahme  von  52,5  kg  Pulver.  P.  werden
  nicht  mehr  neu  gesertigt,  sondern  durch
kupferne  Pulverkasten  ersetzt.

Pulvertransporte  können  stattfinden
auf  Landstraßen,  Eisenbahnen,  Flüssen
oder  zur  See.  Bei  allen  Transporten
von  einem  Tagemarsch  und  mehr  sowie
bei  Wassertransporten,  wenn  ein  eintägiger
  Landtransport  damit  verbunden  #.
und  für  alle  Eisenbahntransporte  wird
das  Pulver  eingesackt;  für  den  Landtransport
  werden  die  Pulvertonnen  mit  Strohseilen
  bewickelt.  Alle  Pulvergesäße  werden
mit  Haardecken  verpackt.  Auf  der  Eisenbahn
  dürfen  nur  bedeckte  Güterwagen  beladen
  und  nur  bis  zwei  Driitel  ihrer  Tragfähigkeit
  belastet  werden.  Zwischen  der  Lokomotive
  und  dem  ersten  Pulverwagen
müssen  sich  vier,  hinter  dem  letzten  drei
Schutzwagen  besinden.  Außer  Pulver  darf
kein  Frecchegut  n  einem  Wagen  verladen

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