Revolverkanonen  —  Richten.

werden.  Zu  diesem  Zweck  hat  die  Ladetrommel
  an  ihrer  hintern  Fläche  sechs
schiese  Ebenen,  gegen  welche  ein  Hebeldrückt
und  dadurch  die  Trommel  um  eine  Feuerstellung
  nach  derjenigen  Richtung  weiter
schiebt,  nach  welcher  die  schiefe  Ebenc  ansteigt.
  Die  beiden  Systeme  verwenden,
wie  es  der  Zeit  ihrer  Erfiudung  entsprach,
ein  Lündhüücken  auf  einem  Piston  zur
Entzündung  der  in  eine  Pabierhülse  eingeschlossenen
  Ladung.  Es  war  daher  ein
wesentlicher  Fortschritt,  als  3)  Lefaucheur
  1353  auf  dieses  System  die  Metallpatrone
  amwendete  und  den  Mechanismus
  dahin  vervollkommnete,  daß  derselbe
  sowohl  durch  Spannen  des  Hahns
als  durch  einen  Druck  auf  den  Abzug  in
Bewegung  gesetzt  werden  kann.  Hierdurch
hat  man  die  Möglichkeit  ruhigen  Zielens
beim  Spannen  des  Hahns  mit  der  Hand
wie  die  des  Schnellfeuers  beim  Spannen
durch  den  Druck  auf  den  Abzug  gewonnen.
Der  R.  von  Lefaucheur  ist  aber  ebensowenig
  wie  sein  Gewehr,  an  dessen  System
  sich  der  R.  anschließt,  als  Kriegswaffe
  verwendbar,  weil  der  aus  der
Patrone,  senkrecht  zu  deren  Achse,  herausstehende
  Zündstift  die  Patrone  sehr  empfindlich
  und  das  Mitführen  des  geladenen
  Revolvers  im  Pistolenholfter  unmröglich
  macht.  Diesem  Übelstand  ist  durch
die  neuern  Konstruktionen,  welche  Metallpatronen
  mit  Centralzündung  verwenden,
  abgeholfen  worden.  Ihnen  war
aber  die  neue  Aufgabe  gestellt,  dem  R.
eine  Ausziehvorrichtung  zu  geben,  durch
welche  die  ausgeschossenen  Hülsen  aus  der
Ladetrommel  entfernt  werden.  Esgeschieht
beim  System  4)  Smith-Wesson  (russischer
  Armeerevolver)  durch  Herunterkippen
  des  Laufs,  wobei  durch  ein  im  Scharnier
  befindliches  Zahnrad  der  durch  die
Trommelachse  gehende  Ertraktor,  dessen
sternförmiger  Kopf  die  Patronenhäülsen
vor  ihrem  Boden  halb  umfaßt,  aus  der
Ladetrommel  hinausgeschoben  wird,  wobei
  dann  die  Patronenhülsen  aus  ihren
Lagern  gezogen  werden;  sobald  dieses  geschehen,
  wird  der  Extraktor  durch  eine
Spiralfeder  in  sein  Lager  zurückgeschnellt,
in  welcher  Stellung  das  Laden  des  Revolvers
  erfolgt.  Eine  ähnliche  Konstruktion

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hat  der  R.  von  5)  Tackels,  ebenso  die  von
Spirlet  und  Schmidt.  Ersterer  klappt
den  Lauf  abwärts,  letzterer  dreht  ihn  seitwärts.
  Bei  beiden  wird  der  Ertraktor
durch  den  Druck  auf  einen  Knopf  zurückgeschoben
  u.  durch  eine  Spiralfeder  in  sein
Lager  vorwärts  geschnellt.  6)  Beim  System
  Galand  Eaanlteih  können  Lauf
umd  Ladetrommel  auf  einer  Achse  vor=  und
zurückgeschoben  werden.  Beim  Vordrücken
wird  die  am  Boden  des  Cylinders  liegende
Extraktorscheibe  und  mit  ihr  werden  auch
die  Patronenhülsen  festgehalten.  Jm  Laden
und  Entladen  der  R.  liegt  ihre  Schwäche,
und  ist  wesentlich  aus  diesem  Grund  ihre
Geeignetheit  zum  Kriegsgebrauch  vielfach
in  Zweifel  gezogen  worden.  Eine  Verbesserung
  und  Vereinfachung  der  Waffe  in  dieser
  Richtung  ist  nicht  ausgeschlossen.  Osterreich
  hat  für  die  reitenden  Truppen  den
Armeerevolver  von  7)  Gasser  sowie  den
Infanterieoffizierrevolver  nach  Kropatschek,
  ähnlich  dem  von  Gasser,  eingeführt.
In  Frankreich  haben  1873  die  Gendarmerie
  den  R.  Chamelot-Delvigne,
die  reitenden  Truppen  1874  den  von  Galand
  erhalten.  Rußland  hat  den  R.
Smith-Wesson,  England  den
Adams-Deane-,  Italien  den  Lefaucheur-Revolver
  und  den  von  Francesco-Grisenti
  (eine  Nachkonstruktion
des  Systems  Galand),  die  Schweiz  das
von  Schmidt  verbesserte  System  Chamclot-Delvigne
  angenommen.
Revolverkanonen,  s.  v.  w.  Kartätschgeschsche
  (s.  d..  Z„
ichten,  eine  Waffe  in  eine  solche  Lage
bringen,  daß,  wenn  das  Geschoß  in  normaler
  Weise  zum  Ziel  fliegt,  dieses  getroffen
  wird.  Das  R.  zerfällt  in  das  Nehmen
der  Seitenrichtung  und  der  Höhen-=richtung.
  Der  Winkel,  den  hierbei
die  Seelenachse  mit  der  Wagerechten  bildet,
  heißt  der  Richtungswinkel  und
die  durch  erstere  gedachte  senkrechte  Ebene
die  Richtungsebene.  Kann  man  das
Ziel  sehen,  so  wird  über  Visier  und  Korn.
gerichtet.  Bei  gezogenen  Geschützen  ist  die
der  Entfernung  entsprechende  Seitenverschiebung
  zu  nehmen,  um  die  durch  den
Drall  der  Züge  verursachte  Seitenablenkung
  des  Geschosses  nach  rechts  (bei  Rechts-