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drall)  auszugleichen.  Das  Rohr  ist  also
dann  derart  gerichtet,  daß  die  Seelenachse
in  ihrer  Verlängerung  links  am  Ziel  vorbeigeht.
  Hierbei  ist  auch  der  Einfluß  des
Windes  zu  berücksichtigen,  durch  den  das
Geschoß  nach  der  Richtung  hin  abgelenst
wird,  nach  welcher  der  Wind  weht.
Durch  entsprechende  Seitenverschiebung,
beziehentlich  Höhenrichtung  muß  sein  Einfluß
  aufgehoben  werden.  Kann  man  das
Ziel  nicht  sehen,  so  muß  indirekt  gerichtet
  werden.  Zu  diesem  Zweck  haben  die
Belagerungs=  und  Festungslaffeten  cine
Richtvorrichtung,  dieaus  zwei  Skalenblechen
  besteht,  deren  eins  unter  der  Achse
pendelartig  so  aufgehängt  ist,  daß  der  untere
  Rand  der  Skala  etwa  1  cm  von  der
Bettung  absteht;  das  hintere  Skalablech  ist
an  der  Hinterfläche  des  Schwanzriegels
angebracht.  Auf  der  Bettung  ist  eine  vordere
  und  eine  hintere  Richtplatte  parallel
  zur  Mittellinie  der  Betiung  so  be
"estigt,  daß  je  eine  der  Skalen  auf  derselben
  aufliegt,  wodurch  ein  Ablesen  der
Skalenstriche  und  das  Nehmen  der  Seibenrichtung
  ermöglicht  wird.  Bei  den  Rahmenküstenlaffeten
  besteht  diese  Vorrichtung
zumindirekten  Nehmen  der  Seitenrichtung
aus  einer  messingnen  Vogenschiene  von
900°  Länge  mit  ½/16  Grad  Einteilung,  deren
Mittelpunkt  im  Schwenkungspunkt  des
Rahmens  liegt.  Bei  der  Schwenkung  des
Geschützes  gleitet  ein  hinten  an  den  Rahmen
  angeschrautter  Zeiger  über  den  Gradbogen
  und  gestattet,  die  Größe  des  Schwenkungsbogens,
  also  die  Seitenrichtung,  abulchen.
  Die  glatten  Mörser  richtet  man
sowohl  nach  Richtstäbchen,  die  auf  der
Brustwehr  eingesteckt  werden,  wie  mit
Hülfe  des  Drehbolzens  und  der  Skala,
welche  sich  an  der  Hinterfläche  des  Hinterriegels
  befindet,  mit  Hülfe  deren  der
Mörser  nach  einem  Riß  auf  der  Bettung
cingerichtet  wird.  Das  Nehmen  der
Höhenrichtung  geschieht  mit  dem  Aufsatz
  (s.  d.)  oder  dem  Quadranten.  Im
erstern  gall  wird  der  Aussatz  auf  die  der
Schußtafel  entsprechende  Höhenrichtung
eingestellt  und  direkt  nach  dem  Ziel  gerichtet.
  Da  sich  diese  Richtung  auf  eine
den  Geschützstand  mit  dem  Faßranke  des
Ziels  verbindende  Linie  bezieht,  so  ist

L

Richterscher  Zeitzünder  —  Riemen.

bei  dem  R.  mit  dem  Aufsatz  jeder  etwa
vorhandene  Terrainwinkel  mit  einbegriffen.
  Den  so  genommenen  Richtungswinkel
  kann  man  mit  dem  Quadranten
messen  und  dann  sters  mit  diesem  die  Richtung
  nehmen.  Ist  das  Ziel  nicht  sichtbar,
so  muß  die  Höhenrichtung  mit  dem  Quadranten
  genommen  werden,  zu  welchem
Zweck  darselbe  nachden  Angabender  Schußtafel
  eingestellt  wird.  Der  Quadrant  wird
hierbei  entweder  auf  die  Quadrantenebene
auf  dem  Geschützrohr  oder  auf  einen  neuerdings
  an  der  Bodenfläche  des  Rohrs  zu
diesem  Zweck  angebrachten  Quadrantenwinkel
  gesetzt.  Da  sich  diese  Messungen
mit  dem  Quadranten  aber  stets  auf  die
Horizontale  beziehen,  so  muß  hierbei  ein
etwa  vorhandener  Terrainwinkel,  liegt  er
über  der  Wagerechten,  zugezählt,  liegt  er
unter  derselben,  abgerechnet  werden.  Beim
Schießen  nach  einem  sich  bewegenden  Ziel
muß  das  Geschütz  um  ein  der  Bewegungsgeschwindigkeit
  entsprechendes  Maß  vom
Richtenden  vorgehalten  werden  und  zwar
nach  der  Richtung  hin,  nach  welcher  die
Bewegung  geht.  Dies  wird  fast  stets  beim
Schiezen  aus  Kustengeschüte  oder  auf
der  See  stattfinden  müssen,  weil  sich  die
Schiffe  in  der  Regel  in  Bewegung  befinden.
  —  Eine  Truppe  richten  oder
einrichten  heißt  sie  so  aufstellen,  daß  sie
eine  gerade  Linie  bildet.

NRichterscher  Zeitzünder,  s.  Shrapnel
  und  Zünder  (S.  381!.

Richtmaschine,  s.  Laffeten.

Richtplatte,  s.  Richten.

Richtscheit,  gerade  Latte  mit  parallelen
Kanten,  auf  welche  beim  Abrichten  wagerechter
  Flächen  die  Setzwage  gestellt  wird.

ichtftähchen  „Im  lange,  dünne  Eisenstäbchen,
  durch  welche  auf  der  Brustwehr
die  Richtungelinte  bezeichnet  wird,  nach
welcher  das  Geschütz  eingerichtet  wird.  Sie
sind  nur  noch  bei  glatten  Mörsern  gebräuchlich.


Richtungsebene

Richtungswinkel  s.  Richten.

NRichtvorrichtungen

Riemen,  im  Binnenland  meist  Ruder
  genannt,  in  Blätter  auslaufende,
3—4  mlange  Stangen,  zum  etne  en
von  Booten  dienend,  wobei  dieselben  in  die