Rußland  (Marine).

Zeit  sallen  auch  die  Ubungen  in  Regimentern
  und  Brigaden  sowie  die  Schießübungen
  der  Artillerie  und  die  Hauptschieß-Übungen
  der  Infanterie.  Nach  der  Laerperiode
  findet  ein  Arbeitsurlaub  für
annschaft  und  Grasung  der  Pferde  slatt,
wonach  im  Oktoberder  Winterdienst:  Exer-Heren,
  Turnen,  Fechten,  Reiten,  Schießen,
esen  und  Schreiben,  beginnt.
Marine.

An  der  Spitze  der  Marine  sleht  der
Generaladmiral,  der  zugleich  Präses  des
aus  untern  Admiralen  bestehenden  Admiralitätskollegiums
  ist;  unter  ihm  sieht
das  Marineministerium.  Das  Flottenoasizierkorps
  besteht  aus  19  Admiralen,
30  Vice-,  32  Kontreadmiralen,  302  Kapitänen,
  303  Kapitänleutnants,  443  Leutnants.
  Neben  diesem  besteht  nochein  Offizierkorps
  mit  andrer  dienstlicher  und  socialer
  Stellung:  Steuermannsoffiziere,
Maschinen-und  Schiffsbauingenieure,  das
Artillerie=  und  Admiralitätsoffizierkorps;
letzteres  ist  ans  den  Unteroffizieren  hervorgegangen
  und  wird  auf  den  Werften  2c.
verwendet.  Die  Mannschaften  werden  wie
die  des  Landheers  rekrutiert,  doch  haben  sie
im  ganzen  nur  10  Jahre,  davon  7  aktiv,
3  in  der  Reserve,  zu  dienen.  Freiwillige
sind  zu  7  Ja  Dienst,  davon  2  aktiv,
5  in  der  Reserve,  verpflichtet.  Die  gesamte
Bemannung  zählt  26,000  Köpfe.  —  Für
die  russische  Panzerslotte  in  ihrer  heutigen
  Gestaltung  ist  einerseits  der  Eindruck
bestimmend  gewesen,  den  der  amerikanische
Bürgerkrieg  auf  die  russische  Marineleitung

  ausübte,  anderseits  die  Annahme,

daß  nur  die  englische  Flotte  als  der  natürliche
  Gegner  der  russischen  angesehen  werden
  könne.  Die  türkische  Flotte  ist  hierbei
bens  unbeachtet  geblieben.  Da  man  sich
wußt  war,  gegen  die  englische  Flotte  niemals
  offensiv  auftreten  zu  können,  so  hat
man  sich  lediglich  auf  die  Defensive  beschränkt
  und  eine  vorzugsweise  aus  Monitors
  bestehende  Flotte  geschaffen,  die  für
die  Offensive  nahezu  unverwendbar  ist.
Die  Hochseepanzerschiffe  bestehen  aus
2  alten  Fregatten,  1  Kasemattschiff  und

311

3  Kreuzern;  die  offensiven  Küstenverteidigungsfahrzeuge
  bestehen  aus  3  gepanzerten
  Batterien  und  5  Turmschiffen,  unter
  diesen  Peter  d.  Gr.=  Von  den  übrigen
Panzerfahrzeugen  sind  10  nach  Ericssons
Prinzipien  erbaute  Monitors,  deren  Deck
nur  356  mm  über  Wasser  liegt.  Im
Schwarzen  Meer  befinden  sich  2  kreisrunde
Panzerschiffe  („Popowka-,  s.  d.),  Nowgorod
  und  Popow,  letzteres  von  39,34  m
Durchmesser,  229  mm  Panzerstärke,  3610
Ton.  Deplacement;  in  der  Mitte  des
Schiffs  steht  ein  mit  zwei  12zölligen  Geschützen
  armierter,  oben  offener  Panzerturm.
  Das  Schiff  hat  6  Schrauben  und
erreicht  8,3  Knoten  Fahrgeschwindigkeit.
Außer  diesen  sind  noch  Flotten  im  Kaspischen
  Meer  und  im  Aralsee.  Die  Turmmonitors
  gelten  für  so  unsicher,  daß  sie
nie  ohne  Begleitung  den  Hafen  verlassen.
Den  Anforderungen  der  Nenzeit  entsprechen
  nur  der  Peter  d.  Gr.  und  einige
Panzerkorvetten.

Bestand  der  rusüschen  Flotte  1880.

□—□.  z
E—  T

5.  5

——

Hochseepanzerschisseet  —½
Offensive  Küstenverteldigungsfahrzeuegeg

  4S
Defensive  Küstenverieidigungsfahrzeuge
  u.  zwar:

Gepanzerte  Fahrzeuge  13  41

Ungepanzerte  19  —1

.Fregattor—  —  1

Kowettten  8  4—  12

iglipdper  1335
Schoner,  Kanonenboote

  244.1  7  43

Zusammen:  81|  311  81120

Es  bestehen  an  Bildungsanstalten:
eine  Marinejunkerschule  in  Nikolajew,
eine  Marineschule  in  Petersburg,  die  technische
  Schule  in  Kronstadt  und  die  Marineakademie
  in  Petersburg.—  Werften
sind:  in  Petersburg  drei,  in  Kronstadt,  in
Nikolajew  und  (alte)  in  Sebastopol  je  eine.
An  der  sibirischen  Küste  wird  Wladiwostok
zum  Kriegshafen  eingerichtet.