Sappe.

Fürsorge  selbst  zu  übernehmen.  Dennoch
hat  die  Erfahrung  gelehrt,  daß  zu  den  von
der  Privatwohlthätigkelt  augestrebten  Zielen
  nur  die  volle  Vereinigung  derselben
mit  den  militärischen  Sanitätseinrichtungen
  führen  kann.  Es  gilt  dies  sowohl  für
die  freiwillige  Krankenpflege  wie
für  die  Verwendung  der  sächlichen  Beisteuer
  zur  Pflege  der  Kranken  wieder  Armee
überhaupt.  Die  leitende  Spitze  ist  der  kaiserliche
  Kommissar  und  Militärinspekteur
  der  freiwilligen  Krankenpflege,
  der  seine  Delegierten  vorzugsweise
  aus  den  Johanniter=  und  Malteserrittern
  bestellt.  Die  freiwillige  Krankenpflege
  findet  vorzugsweise  im  Rücken  der
im  #  stehenden  Armece  ihre  Thätigkeit
in  Gestellung  des  Begleitpersonals  und
von  Pflegern  für  die  Transporte  der  Verwundeten
  und  Kranken  nach  den  rückliegenden
  Reservelazaretten  sowie  an  ausgebildeten
  Krankenpflegern  für  die  Feld=  und
Kriegslazarette,  nicht  minder  auch  in  dem
Anerbieten  von  Pflegestätten  in  Privathäusern
  für  Kranke  und  Rekonvalescenten.
Geschichtliches.

Ein  wie  weites  de  der  Bethätigung
sich  1870  -  71  der  freiwilligen  Krankenpflege
  bot,  mag  daraus  hervorgehen,  daß
allein  21  bKusfch-  Sanitätszüge  bestauden,
  die  in  163  Fahrten  36,295  meist
Schwerverwundete,  und  vom  23.  Aug.
1870  bis  5.  Mai  1871  in  305  Krankenzügen
  127,582  Leichtverwundete  und
Kranke  und  zwar  allein  über  Nancy  nach
Deutschland  übergeführt  haben.  Wie  segensreich
  die  Sanitätseinrichtungen  im
letzten  Krieg  gewirkt  haben,  geht  aus  folgenden
  Vergleichen  hervor:  Von  den  4½
Mill.  Soldaten,  welche  den  Heeren  Frankreichs
  von  1792  bis  1815  zugingen,  starben
  2½  Mill.  in  den  Lazaretten,  150,000
aufden  Schlachtfeldern.  Unter  den  200,000
Kampfunfähigen  der  französischen  Krimarmee
  gab  es  50,000  Verwundete  und

50,000  Kranke.  Unmittelbar  vor  dem
Pind  oder  infolge  ihrer  Wunden  starben

000,  an  Krankheiten  77,000.  Von  der
283,000  Mann  starken  österreichischen  Armee
  starben  1859  an  Krankheiten  40,000.
Die  französische  Armee  in  Italien  1859
war  200,000  Mann  stark,  hatte  13,500

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Verwundete  und  112,500  Lazarettkranke.
1866  starben  von  der  428,000  Mann
starken  preußischen  Armee  10  Proz.  an
Wunden,  15  Proz.  an  Krankheiten;  die
Italiener  hatten  53,100  Mann  Verlust,
darunter  nur  2600  Kriegsverletzungen.
Dagegen  starben  von  den  deutschen  Armeen
  1870  —  71  durch  Verwundung
28,  282,  durch  Krankheit  12,263.
Sappe.  Das  Herstellen  der  Laufgräben
bei  der  Belagerung  einer  Festung  heißt
sappieren.  Die  Art  der  Ausführung  ist
eine  verschiedene,  je  nach  den  dabei  zu  beobachtenden
  Vorsichtsmaßregeln.  Hiernach
unterscheidet  man:  die  flüchtige  Erdsappe,
  die  flüchtige  Korbsappe  und
die  völlige  S.  oder  die  Erdwalze.  Bei
der  flüchtigen  Erdsappe  werden  die  Arbeiter
  mit  zwei  Schritt  Abstand  längs  eines
als  Richtschnur  (Trace)  dienenden  weißen
Bandes  ausgestellt,  um  hinter  demselben
einen  Graben  auszuheben  und  die  hierbei
gewonnene  Erde  zu  einer  1  m  hohen  Brustwehr
  vor  dem  Band  anzuschütten.  Der
Graben  wird  1,25  m  tief  mit  1  m  Sohlenbreite
  ausgehoben  und  zwischen  seinem
obern  Nand  und  der  Brustwehr  eine  Oöom
breite  Berme  stehen  gelassen.  Diese  S.,
welche  den  Arbeitern  anfänglich  keine,  erst
nach  und  nach  mit  dem  Fortschreiten  der
Arbeit  eine  Deckung  gewährt,  wird  sich
meist  nur  in  größerer  Eutfernung  von  der
Iiehung  im  Schutz  der  Dunkelheit  ausühren
  lassen.  Näher  derselben  wird  auf
möglichst  schnelle  Deckung  der  Arbeiter
Rücksicht  zu  nehmen  sein,  welche  man  dadurch
  erreicht,  daß  jeder  Arbeiter  einen
Sappenkorb  vor  das  Tracierband  aufstellt,
  denselben  schnell  mit  Erde  füllt  und
den  übrigen  Boden  vor  die  Körbe  wirft,
die  dann  zur  Bekleidung  der  innern  Brustwehrböschung
  dienen.  Durch  Tagarbeiter
werden  dann  sowohl  die  flüchtige  Erd=  wie
Korbsappe  zu  Laufgräbenerweitert.  Im  allgemeinen
  wird  man  die  Erdsappe  für  die
dritte  Parallele,  die  Kommunikationen  zu
derselben  und  die  Approchen  zur  zweiten
Parallele,  bei  der  letztern  aber  die  Korbsappe,
  möglichst  auch  noch  bei  den  Approchen
zur  dritten  Parallele,  dann  aber  die  Erdwalze
  anwenden,  da  man  sich  jetzt  im  Bereich
des  wirksamen  Gewehrfeuers  befindet  und