Sattelgurt  —  Schabracke.

jetzt  meist  aus  Eisenblech  gestauzt,  durch
ie  hölzernen  Trachten  verbunden  sind,
die  der  Rückenwölbung  entsprechend  gearbeitet
  sind,  damit  auch  unter  der  Last
des  Reiters  und  der  dadurch  hervorgerufenen
  größern  Durchbiegung  des  Rückens
die  Trachtenenden  keinen  Druck  verursachen.
  Als  Polsterung  für  die  Trachten
dient  der  Woilach,  eine  wollene  Decke,
die  neunfach  zusammengelegt  wird.  Zwischen
  Vorder=  und  Hinterzwiesel  ist  der
Sitzriemen  ausgespannt,  über  welchen
das  gepolsterte  Sitzkissen  gelegt  ist.  Mit
dem  durch  Sitzriemen  und  Trachten  gezogenen
  Schnürriemen  werden  die
Satteltaschen,  Blätter  aus  starkem  Leder,
an  den  Trachten  befestigt.  Die  Steigbügelriemen
  werden  durch  die  Stege  gezogen,
  die  durch  Ansschnitte  in  den  Trachtenhergestellt
  sind.  Der  S.  wird  durch  einen
Untergurt  auf  dem  Pferd  befestigt  und
das  Sißkissen  durch  einen  breiten  Lederriemen
  (den  Obergurt)  gehalten.  Je
nach  der  Auseinanderstellung  und  Richtung
  der  Trachten  werden  die  Sattelböcke
in  1  Nummern  geteilt:  für  schmalgerippte
  Pferde  mit  geradem  oder  gebogenem,
  für  breitgerippte  Pjerde  mit  geradem
  oder  gebogenem  Rücken  und  für
senkrückige  Pferde.
Sattelgurt,  s.  Sattel.
Sattelpferd,  das  bei  einem  Pferdepaar
  Linken  geheude  Pferd,  welches
den  Reiter  zu  tragen  hat;  rechts  davon
geht  das  Handpferd  (s.  d.).
Sattelprotze,  s.  Protze.
Satteltasche,  s.  Sattel.
Sattelwagen,  Fahrzeng  der  Belagerungs=
  und  JFestungsartillerie,  zum
Transport  von  Geschützrohren  und  von
Mäörsern  in  ihren  Laffeten  dienend.  Sie
bestehen  aus  dem  Hinterwagen  und  der
Protze.  Auf  der  Hinterachse  liegen  parallel
  Fori  durch  Riegel  verbundene  Sattelbäume,
  als  Träger  dienend,  über
welche,  zur  festern  Lagerung  der  Rohre,
sattelförmige  Lagerklötze  oder  Rinelkissen
  mit  oberer  Ausrundung  geegt
  werden.  Mit  Ausnahme  der  Räder
werden  in  neuerer  Zeit  alle  Teile  aus  Eisen
gefertigt.  Bisher  waren  Mörser  sattelwagen,
  vorzugsweise  zum  Transport

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von  glatten  Mörsern  in  ihren  Laffeten
bestimmt,  und  Kanonensattelwagen
im  Gebrauch.  Erstere  scheiden  aus.

Sattelzeng,  s.  Zäumung,  Sattel.

Sat,  ein  Gemenge  von  Stoffen,  das
bei  leinem  Verbrennen  eine  bestimmte
Wirkung  hervorbringen  soll.  Man  unterscheidet
  hiernach  Leucht-,  Brand-,
Zünder-,  Zündlichter=  .  Sätze,  nach
der  Schnelligkeit  ihres  Verbrennenslang-=same
  und  rasche,  nach  der  Art  ihres
„Ansetzens-  kalte,  warme,  nasse  und
trockne  Sätze.  Bei  den  warmen  Sätzen
wird  in  der  Regel  ein  Bestandteil  geschmolzen,
  und  diesem  werden  die  übrigen
Satzmaterialien  #gesett.  Für  das  Satzansetzen
  ist  das  Satzhaus  der  Laboratorien
  bestimmt.

Säulenzünder,  s.  Zünder.

Sauvegarde  (spr.  ssohw'gard),  Schutzwache.


Savartine  (Ipr.  war.),  1838  von  dem
französischen  Kapitän  Savart  vorgeschlagene
  Wurfmine  oder  Erdmörser,
welche  aus  einem  3—4  MrItiefen,  unter
450  geneigten  Minenschacht  mit  Holzbekleidung
  besteht,  auf  dessen  Boden  zunächst
  eine  Pulverladung,  dann  ein  Hebespiegel
  und  anf  diesen  ein  tonnenartiges
Gefäß,  mit  Pulver,  Steinen,  Hohlgeschossen
  2c.  gelegt  wird.  Eine  von  Savart
bei  Metz  abgefeuerte  S.  wog  1200  kg,
deren  Spreußladung  750,  die  Wurfladung
200  kg,  welsche  die  S.  436  m  weit  warf.
Angeregt  durch  die  augeblich  günstigen
Erfolge  von  französischen  Savartinen  bei
der  Belagerung  von  Sebastopol,  haben  in
Osterreich  bis  vor  wenigen  Jahren  ausgedehnte
  Versuche  stattgefunden,  die  zur
Feststellung  von  zwei  Arten  Savartinen
ührten,  deren  eine  mit  20,  die  andre
mit  5—8  kg  Pulver  abgefeuert  wird.
Die  Entzündung  geschicht  mittelst  Elektricität.
  Sie  sollen  in  den  letzten  Stadien
des  Festungskampfs  zur  Anwendung  kommen.
  Ob  dies  neben  den  heutigen  Geschützen
  noch  verlohnt  und  geschehen  wird,
muß  bezweifelt  werden.  Die  S.  ist  eine
verbesserte  Steinmine  (s.  d.).

Schabracke,  Sattelüberdecke  aus  Tuch;
nach  den  Truppengattungen  verschiedenfarbig
  und  mit  verschiedenem  Besatz,  auch