Schießen  (Tresserprozenle,  Schießausbilbung  der  Infanterie).

liegender  greefeunet  durch  dieses  verdeckt
wird  und  sich  so  der  Beobachtung  entzieht.
Durch  Zulegen  von  Erhöhung  muß  man
sich  an  das  Ziel  heranschießen,  bis  ein
Schuß  hinter  dasselbe  fällt;  trifft  nun
ein  Schuß  mit  geringerer  Elevation  vor
das  Ziel,  so  ist  man  mit  der  in  der  Mitte
liegenden  Elevation  eingeschossen.
Diese  Art  des  Einschießens  hat  man  das
Gabelschießen  genannt.  Aber  selbst
wenn  man  eingeschossen  ist,  werden  nicht
lauter  Treffer  folgen,  wenn  nicht  die  Größe
des  Ziels  der  Entfernung  entfrreckeud
wächst.  Die  unvermeidlichen  Verschiedenheiten
  in  der  Munition,  Geschützbedienung
(Richtungsfehler),  wechselnder  Wind  2c.
machen  das  Ergebnis  von  lauter  Treffern
über  eine  gewisse  Entfernung  hinaus  unerreichbar.
  Unter  normalen  Verhältnissen
wird  sich  ein  Teil  der  Treffpunkte  im  Ziel
und  um  den  Zielpunkt  gruppieren,  der  Rest
das  Ziel  fehlen.  Diese  Fehlschüsse  bilden
die  natürliche  Streuunge;  ihre  Zahl
wächst  bei  gleich  bleibendem  Ziel  mit  der
Enrfernung  des  letztern  und  bietet  bei  richtiger
  Beobachtung  eine  Kontrolle  dafür,  ob
man  noch  Wrschasfen  ist.  Es  sind  deshalb
die  durch  Schießversuche  ermittelten  Tresferprozente
  für  die  verschiedenen  Entiernungen
  ermittelt  und  in  einer  den  Schußtafeln
  beigegebenen  Trefffähigkeitstabelle
  für  50  Proz.  Treffer  die  Zielgrößen
und  mittlern  Streuungen  zusammengestellt.
  Die  Angaben,  welche  Höhenrichtung
und  Seitenverschiebung  bei  jedem  Geschütz
mit  den  üblichen  Ladungen  für  jede  Entfernung
  zu  nehmen  sind,  werden  aus  den
Schußtafeln  entnommen.  Sie  reichen
bis  zu  den  größten  gewöhnlichen  Entfernungen,
  z.  V.  beim  leichten  Feldgeschütz
bis  6800  m.  beim  schweren  bis  7000  m.  bei
der  15  cm  Ringkanone  bis  8500  m.  Diese
Schußweiten  beziehen  sich  anf  die  horizontale
  Ebene,  den  wagerechten  Geschützstand
und  die  größte  Elevation,  welche  die  Laffete
gestattet.  Hierbei  ist  nicht  ausgeschlossen,
durch  Eingraben  des  Lassetenschwanzes  die
Erhöhung  zu  vermehren,  um  eine  noch
größere  Schußweite  zu  erreichen.  Schwieriger
  wird  das  S.  gegen  Ziele,  die  sich  in
Bewegung  befinden;  hierbei  muß  nach
Maßgabe  der  Geschwindigkeit  des  Ziels  in

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der  Bewegungsrichtung  so  weit  vorauf  gehalten
  werden,  daß  Ziel  und  Geschoßgleichzeitig
  in  dem  Zielpunkt  ankommen.  Diese
Verhältnisse  treten  am  schärfsten  bei  der
Küsten=  und  Schiffsartillerie  hervor  und
werden  dann  am  schwierigsten,  wenn  bei
unruhiger  See  die  Schiffe  selbst  mit  ihnen,
also  auch  die  Geschütze,  sich  in  Schwankungen
  befinden.  Auch  hier  beruht  das
Treffen  auf  dem  richtigen  Abkommen  vor
dem  Ziel  in  dessen  Bewegungsrichtung,
doch  ist  hierbei  die  Fortbewegung  wie
Schwankung  des  eignen  Schiffs  mit  in
Rechnung  zu  ziehen.  Die
Schleßausblldung  der  Insanterie

zerfällt  in  Anschlag=  und  Zielübungen,
Verfeuern  von  Platzpatronen,  Schulschießen,
  gefechtsmäßiges,  Prüfungs=  und
Belehrungsschießen.  Ein  guter  Anschlag
bildet  die  Grundlage  alles  Schießens;  er
muß  stehend  freihändig,  stehend  aufgelegt,
knieend  und  liegend  freihändig  oder  aufgelegt,
  serner  auf  sich  bewegende  Ziele  derart
eingeübt  werden,  daß  der  Shize  jeden
Vorteil,  den  das  Terrain  bietet,  zu  benutzen
versteht.  Großer  Wert  ist  auf  die  Zielübungen
  zulegen,  und  sind  zu  diesem  Zweck
Zielgewehrts.  d.)  und  Zielmunition
(s.  d.)  eingeführt.  Durch  das  S.  mit  Platzpatronen
  soll  der  Schütze  an  den  Knall  und
Rückstoß  gewöhnt  werden.  Für  das  Scheibenschießen
  werden  pro  Mann  und  Jahr
130  scharfe  Patronen  geliefert.  Die  Mannschaften
  sind  in  drei  Schießklassen  geteilt,
  und  ein  Aufrücken  findet  nur  regelmäßig
  alljährlich  von  der  dritten  zur  ersien
statt.  Vorgeschriebene  Scheiben  sind:  1)
Strichscheibe,  1,6  m  hoch,  Liem  breit  mit
12  em  breitem  schwarzen  Strich;  2)  Infanteriescheibe,
  1,8  m#  hoch,  1,2  m  breit

mit  weißer  Mannsbreite  von  70  cm;  3)

Figurenscheibe,  1,8  m  hoch  und  40  cm
breit  als  Kopf-,  Brust-,  Rumpf=  und
Kniescheibe;  4)  Sektionsscheibe,  1,5  m
hoch,  2,1  m  breit.  Die  Hauptübungen  kommen
  anf  Eutfernungen  bis  zu  250  m  und
gehen  bis  500  m.  Bei  Gefechtsübungen
werden  Massenfeuer  als  Schwarmsalven
oder  Tirailleurfeuer  auch  auf  weitere  Entfernungen
  abgegeben.  Die  Bisiereinrichtung
  des  Gewehrs  reicht  bis  1600  m;  vgl.
Handseuerwaffen,  Werfen.
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