Schilderhaus  —  Schlagröhren.

austressenden  Wassen,  eine  häufig  in  der
Mitte  derselben  stehende  Spitze  auch  als
Angriffswasse.  Zum  Halten  des  Schildes
  dienten  ein  lederner  Riemen  und  eine
metallne  Panhe  oder  ein  Querholz,
auch  metallne  Ringe  zum  Durchstecken  des
t  A  an  der  Innensüche.
———1  s.  Schildwa  che.
Soildmaner,  s.  Kasematten.
Schildwache,  ursprünglich  der  zur  Bewachung
  der  vor  einem  Wachthaus  aufgehängten
  Schilde  stehende  Posten,  dem
jetzigen  -Posten  vor  dem  Gewehr«  entsprechend;
  mian  nannte  diesen  Wachtdienst
selbst  -Schilderne,  die  denselben  ausübenden
  Mannschaften  „Schildmänner«
  und  das  vor  der  Wache  aufgestellte
Bretterhäuschen  zum  Untertreten  der  S.
bei  Unwetter  „Schilderhaust.  Später
  wurde  die  Bezeichnung  S.  für  alle
Posten  im  Lager=  und  Garnisondienst
allgemein  und  "  noch  gebräuchlich.
Se  s.  Geschütze  (S.  154).

Schirmbüchse,  s.  Tarrasbüchsen.

Schirrmeister,  die  ini  Feldwebelsrang
stehenden  Unteroffiziere,  welche  bei  den
Traindepots  (s.  d.)  mit  der  Verwaltung
des  Materials  beauftragt  sind.

Schlacht,  der  Kampf  zweier  aus  je  mehreren
  Armeekorps  behtetenden  feindlichen
Armeen,  während  manden  Kampfgeringerer
  Truppenmassen  Gefecht  nennt.  Im
übrigen  ist  der  Verlaufeiner  S.  so  wie  beim
Gefecht  (s.  d.).  Eine  Entscheidungsschlacht
  bezeichnet  entweder  den  Abschnitt
eines  Feldzugs,  oder  beendigt  diesen  selbst.

Schlachtordnung  (nicht  zu  verwechseln
mit  Ordre  de  bataillo),  die  Gruppierung
der  für  eine  Schlacht  oder  ein  Gefecht  entwickelten
  Truppenteile  der  zum  Kampf
bereiten  Armee.  Derschiefen  oder  schrägen
  S.  bediente  sich  Friedrich  d.  Gr.
mehrfach,  indem  er  seine  Armee  nicht  parallel
  der  feindlichen  Stellung,  sondern
schräg  einem  der  Flügel  gegenüber  entwickelte,
  um  die  feindlichen  Linien  aufzurollen
  oder  die  Flügel  zu  umgehen.

Sclaht  eine  eingeschlossene  Pulverladung,
  die  entweder  durch  ihren  Knall
wirken  soll,  wie  der  Kanonenschlag  (s.d.),
oder  zur  Üübertragung  des  Feuers  dient,

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.B.  die  Schlagladung  der  Ringzüner
  zum  Entzünden  der  Sprengladung.
—  »S.«  auch  s.  v.  w.  Zickzack  der  Laufgräben
  (s.  d.).

Schlagröhren  dienen  zur  Entzündung
der  Geschützladung  durch  das  Zündloch.
Im  Gebrauch  sind  noch  die  1847  eingeführten,
  1862  durch  den  General  v.  Kunowski
verbesserten  Friktionsschlagröhren
C/62.  Diese  Schlagröhre  besieht  aus  einem
mit  Kornpulver  über  einen  Dorn  vollgeschlagenen
  Messi  ugröhrchen,  das  oben  einen
kastenförmigen  Reibapparat  trägt,  in  dem
der  mit  Friktionssatz  (chlorsaures  Kali,
Schwefelantimon  und  Hausenblase,  mit
Spiritus  breiartig  angesetzt)  bestrichene
Reiber  durch  Zupressen  des  Kastens  festgehalten
  wird.  Bei  seinem  Herausreißen
wird  der  Friktionssatz  durch  die  Reibung
und  durch  ihn  das  Pulver  im  Röhrchen
entzündet.  Die  senkrechte  Stiellung  des
Reibapparats  zun  Röhrchen  ist  für  die
Entzündung  der  dem  Verderben  sehr  un
terworfenen  Schlagröhre  nicht  günstig.
Die  1876  eingeführte  Schlagröhre  C/76
soll  diese  Mängel  vermeiden.  Das  Fude
eines  am  andern  Ende  eine  Ose  bildenden
Messingdrahts  ist  gerauht  und  steckt  in
einer  Papierhülse  (Zündhülse),  die  mit
demm  Jünd-(Friktions-)  Satz  gefüllt  ist,  der
aus  20  chlorsaurem  Kali,  18  Schwefelan:
timon,  12  Mehlpulver,  10  pulverisiertem
Glas,  1  arabischem  Gummi  und  30  Wasser
besteht.  An  die  Zündhäülse  ist  unten  eine
mit  Schellacklösung  getränkte  Schutzhülse
aus  Papier  geklebt  und  so  das  Ganze  in  das
Messingröbrchen  der  Schlagröhre  eingezogen.
  Nachdem  die  Schutzhülse  mit  Kornpulver
  gefüllt,  wird  das  Röhrchen  mit
Schellackpapier  luft=  und  wasserdicht  geschlossen.
  Für  Schiffs-und  Küstengeschütze
mit  Centralzündung  sind  S.  ähnlicher
Konsiruktion,  deren  Röhrchen  eine  Papierhülse
  ist,  im  Gebrauch.  Früher  waren
statt  der  Friktionsschlagröhren  Luntenschlagr
  öhren  gebräuchlich,  deren  mit
Pulver  vollgeschlagenes  Röhrchen  oben
ein  Näpschen  trug,  das,  mit  Anfeuerung
gefüllt,  mittelst  Lunte  entzündet  wurde.
Luntenschlagröhren  wurden  1697  von
Geißler  erfunden,  1768  aus  Zinn,  1771
aus  Weißblech  gefertigt  und  in  Preußen