330

unterricht,  sowohl  während  der  Schulzeit
als  nach  derselben,  auf  den  Militärdienst
vorbereitet.  Die  zwei  ältesten  Jahrgänge
können  zu  Schießübungen  herangezogen
werden.  Ferner  wird  auf  dem  Polhtechnikum
  in  Zürich  Unterricht  in  Taktik,  Strategie,
  Kriegsgeschichte  2c.  erteilt.  Zöglinge,
welche  durch  eine  Prüfung  den  erfolgreichen
Unterricht  in  diesen  Fächern  nachweisen
und  die  Militärinstruktion  mit  Auszeichnung
  bestehen,  können  als  Oberleutnants
in  das  Heer  eingeteilt  werden.—  Die  Ausbildung
  der  Wehrpflichtigen  erfolgt  in  den
Rekrutenschulen  durch  Instruktions-(Berufs-)
  Offiziere  in  42—60  Tagen,  je
nach  der  Waffe.  Bei  der  Kavallerie  finden
jährlich  zehntägige,  bei  den  andern  Truppen
  alle  zwei  Jahre  Wiederholungskurse
  von  16—18  Tagen,  abwechselnd  im
Bataillon,  Regiment,  in  der  Brigade  und
Division,  statt.  Außerdem  werden  jährlich
Schießübungen  abgehalten.  Hiermit  verbunden
  ist  ein  ausgedehntes  System  von
Specialkursen  für  ntereffiiere,  Offiziere
der  verschiedenen  Grade  und  Waffen,  Generalstabsoffiziere,
  Arzte  2c.  Diese  fast  überreichen
  Bilbungseinrichtungen  sollen  ersetzen,
  was  in  der  kurzen  praktischen  Ausbildungszeit
  nicht  erreicht  werden  kann  und
im  Müägystem  auchnicht,  im  Vergleich  zu
den  stehenden  Heeren,  zu  erreichen  ist.  —
Das  Bundesgebiet  ist  in  acht  Divisionskreise,
  die  Kantone  für  die  Bildung  der
Infanteriebataillone  sind  in  hierauf  bezügliche
  Kreise  geteilt;  erstern  entspre-2“
  bei  der  Mobilmachung  acht  Diviionen
  als  Heereskörper.  Jede  Division
zählt  2  Infanteriebrigaden  à  2  Regimenter
  zu  3  Bataillonen,  1  Schützenbataillon,
  1  Regiment  Dragoner  zu  3  Eskadrons,
  1  Brigade  Artillerie  à  3  Regimenter
  zu  2  Batterien,  1  Genie-,  1  Trainbataillon
  und  die  Branchen,  zusammen
12,716  Mann,  849  Pferde,  36  Geschütze.
Der  Bund  als  solcher  stellt  die  Guiden,
Genie,  Train,  Parkkolonnen,  Feuerwerkskompanien,
  Medizinal=  und  Verwaltungspersonal.
  Die  Kantone  formieren  den  Aus-7
  98  Bataillone  Infanterie,  8  Batailone
  Schützen,  24  Schwadronen  Dragoner,
48  Feld-,  2  Gebirgsbatterien,  10  Positionskompanien,
  zusammen  104,204  Mann.

Schwenken  —  Schwert.

Die  Landwehr  ist  ebenso  stark,  aber  ihre
Kavallerie  ist  unberitten;  sie  hatauch  nur  8
Feldbatterien  und  15  Positionskompanien
an  Artillerie.  Die  Infanterie  des  Auszugs
und  der  drei  jüngsten  Jahrgänge  der  Landwehr
  sind  mit  dem  abgeänderten  Vetterli-Repetiergewehr,
  die  Schützen  mit  dem
Betterli-Repetierstutzen,  die  ältern  Jahrfen
  e  der  Landwehr  noch  mit  dem  Milank-Amsler-Gewehr
  bewaffnet.  Die  Draoner
  führen  einen  Vetterli-Repetierkarainer,
  die  Guiden,  Dragonerunteroffiziere
und  Feldartillerie  Revolver,  Genie=  und
Parksoldaten  ein  Peabody-Gewehr.  Die
Feldartilteie  hat  8  und  10  cm  Hinteradungskanonen,
  teils  aus  Bronze,  teils
aus  Gußstahl;  dle  Gebirgsbatterien  haben
Kruppsche  7,5  cm  Stahlrohre  mit  Gußstahlblechlaffeten
  erhalten.  —  An  der  Spitze
der  Militärverwaltung  steht  das  Militärdepartement,
  unter  ihm  9  Waffenchefs.
Die  Generalscharge  eristiert  im  Frieden
nicht,  bei  der  Mobilmachung  wird  ein
General  als  Oberbefehlshaber  ernannt.
Die  höhern  Befehlshaber  vom  Oberstleutnant
  an  und  die  Offiziere  der  Specialstäbe
ernennt  der  Bundesrat,  die  übrigen  Offiziere
  werden  von  den  Kantonen  ernannt.
Schwenken,  die  Frontveränderung  einer
Truppe  um  einen  Flügel,  den  innern,
welcher  den  Drehpunkt  (Pivothbildet,  nach
dem  also  auch  Fühlung  genommen  wird.
Bei  der  ganzen  Schwenkung  beträgt  der
Sqchwenkun  *8  900,  bei  der  halben  45.
wenkbabn

Swsn  .  Laffeten  (S.  27).
Schwert,  zum  Hauen  und  Stechen  bestimmte
  Wasse  mit  grader,  breiter,  sehr
verschieden  langer  Klinge.  Die  Form  der
Schwerter  ist  nach  den  Zeiten  und  Völkern,
  die  sie  benutzten,  außerordentlich
verschieden,  solange  das  S.  die  Hauptwaffe
für  den  Nahkampf  wie  überhaupt  den
Kampf  bildete,  also  bis  die  Feuerwaffen
den  Nahkampf  immer  mehr  beschränkten.
Die  Griechen  bedienten  sich  neben  dem  kur-¾l
  persischen  auch  eines  langen  Schwerts.
on  den  Spaniern  nahmen  die  Römer
das  kurze,  zweischneidige,  von  den  Deutschen
  das  lange,  einschneidige  S.  (Spatha)
an.  Das  deutsche  S.  zeichnete  sich  durch
seine  Länge  und  Schwere  aus,  war  ein-,