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120,000  Mauser-Gewehren  in  Aussicht
genommen.  Die  Artillerie  ist  mit  4-und

pfünder  Vorderladern  nach  dem  System
La  Hitte  bewaffnet.  Diese  Geschütze  sind
durch  Umgießen  in  Hinterlader  umgewandelt
  worden.  —  Es  bestehen  eine  Militärakademie
  zur  Heranbildung  des  Offizierersatzes
  in  fünfjährigem  Kursfus,  eine
Veterinär-,  eine  Handwerkerschule.  Unteroffizierschulen
  des  Territorialheers  erteilen
  Unterricht  an  Sonn=  und  Festtagen.
In  Kragujewatz  befindet  sich  ein  Arsenal
  mit  Geschützgießerei,  in  der  Nähe
eine  Pulverfabrik.

Serezäner,  früher  berittene  Mannschaften
  in  den  österreichischen  Grenzregimentern,
  die  im  kleinen  Krieg  Vorzügliches
leisteten.  Wegen  ihres  krapproten  Mantels
  wurden  sie  auch  Rotmäntler  genannt.
  Seit  1871  versehen  sie  als  Serezanerkorps
  den  Gendarmendienst  in
der  frühern  Grenze.

ergeant  (wr.  schám),  älteste  Klasse  der
Unteroffiziere  ohne  Porteree.

Serpentine,  im  ältern  Geschützwesen
Bezeichnung  der  H#n  langen  (bis  40  Kaliber)
  Schlangengeschütze.

Servis  (spr.  sserwihsl),  die  den  nicht  kasernierten
  Soldaten  oder  ihren  Quartiergebern
  für  Quartier  ꝛc.  gezahlte  Entschäigung.

  Man  unterscheidet  Personal-,
Geschäftszimmer=  und  Stallservis,
  deren  Höhe  durch  den  Servistarif
  festgestellt  ist,  der  die  sämtlichen
Garnisonorte  des  Reichs  in  sechs  Klassen,
A  (Berlin,  Altona,  Straßburg  2c.)  und
1—V,  teilt.  Der  Personalservis
(Winter=  und  Sommerservis)  umfaßt
die  Vergütung  für  Wehngelaß.  Mobilien
  und  Brennmaterial,  für  die  Mannschaften
  vom  Feldwebel  abwärts  auch  noch
für  Beleuchtung.

Sestartsche,  s.  Schild.

Shrapnel  (Granatkartätscheh,  die
1803  vom  englischen  Oberst  Shrapuel
erfundene  Geschoßart,  ist  ein  mit  Bleikugeln,
  Sprengladung  und  einem  tempierbaren
  Zünder  versehenes  Geschoß  von
geringer  Eisenstärke,  das  vor  dem  Ziel  in
bewister  öhe  über  dem  Erdboden  krepieren
  und  seine  Bleikugel  von  oben  herab  in
das  Ziel  senden  soll.  Anfänglich  wurde

Serezaner  —  Shrapnel.

die  Sprengladung  zwischen  die  Kugelfüllung
  geschüttet,  später  durch  Schwefelein-=guß
  (zuerst  vom  Baron  Lenk  in  Osterreich)
eine  Kammer  für  dieselbe  hergestellt;  in
Preußen  erhielten  die  Shrapnels  für
Kanonen  eine  eingegossene  Kammer  und
Lben  daher  ammershrapnels.

on  besondrer  Schwierigkeit  war  die
Krrstellung  eines  geeigneten  Zünders.

an  hatte  eine  Anzahl  für  gewisse  Entfernungen
  reichende  Zünder  verschiedener
Länge,  die  man  durch  Anbohren  der
Satzsäule  auch  für  die  Zwischenentfernungen
  herrichtete.  Sie  wurden  erst  am
Grschän,  nach  ihrer  Länge  dem  vorliegenden
  Fall  entsprechend  ausgewählt,  in  das
Geschoß  eingesetzt.  Die  Shrapnels  für
gezogene  Kanonen  sind  den  Granaten  ähnlich,
  nur  ist  die  Spitze  kürzer  und  mit
einem  entsprechenden  Mundloch  versehen.
Durch  Schwefeleinguß  ist  die  Kugelfüllung
so  gelagert,  daß  in  der  Esschohaachse  eine
Kammer  für  die  Sprengladung  freibleibt,
mit  welcher  eine  messingene  Hülse  (Kammerhülse)
  gefüllt  ist.  Den  bei  Einführung
  der  gezogenen  Geschütze  angenommenen
  Shrapnels  mit  Perkussionszünder
fehlte  das  Charakteristische  des  Shrapnels;
erst  1865  wurden  Shrapnels  mit  dem
Richterschen  Zeitzünderts.  Zünder,
S.  381)  für  Festungsgeschütze,  1870  für
Feldgeschütze  eingeführt.  Das  Schießen
mit  Shrapnels  ist  insosern  schwierig,  als
die  Beobachtung  bei  der  schwachen  Rauchwolke
  der  geringen  Sprengladung  oft  kaum
mõöglich  ist,  immer  aber  einer  großen  Ubung
bedarf;  das  Gleiche  gilt  von  den  Aufschlägen
  der  Bleikugeln  und  Sprengstücke.  Da
nun  erfahrungsgemäß  die  günstigsten
Treffergebnisse  erreicht  werden,  wenn  die
Sprengweite  (Intervall,  Abstand
des  Sprengpunkts  vom  Ziel)  50  m,  die
Sprenghöhe  (senkrechter  Abstand  des
Sprengpunkts  vom  Erdboden)  auf  kleine
Entfernungen  4,  auf  mittlere  5,  auf  große
6  m  betrãgi,  so  pflegt  man  dem  Schießen
mit  Shrapnels  ein  Einschießen  mit  Granaten,
  deren  Beobachtung  leichter  ist,  voranzuschicken.
  Erschwert  wird  es  noch  dadurch,
  daß  die  Zünder  durch  die  Aufbewahrung
  leiden  und  eine  andre  als  die  normale
  Brennzeitergeben;  s.  Tabelle,  S.  335.