348  Technisches  u.  administratives  Militärkomitee  —  Tenaillentracé.

dan,  Danzig,  Deuf,  Straßburg  i.  E.,
Dresden,  München,  die  Geschützgießereien

zu  Spandau,  Augsburg,  Feuerwerkslaboratorien
  zu  Spandau,  München,  Geschoßfabriken

  zu  Siegburg,  Ingosott,  Pulverfabriken
  zu  Spandau,  Metz,  Hanau,  r
golstadt.  Diese  Institutt  stehen  unter  Leitung
  von  Artillerieoffizieren,  welche  zu
ihrer  Berufsausbildung  eine  technische
Hochschule  besuchen  und  als  Assistenten
in  den  Instituten  Verwendung  finden,  bevor
  sie  als  Direktionsoffiziere  bei  denselben
angestellt  werden.  Sämtliche  Arbeiter  sind
Saicbeusenen.  Meister,  Werkführer,  Betriebsführer
  und  Ingenieure  Beamte.
Technisches  und  administratives  Militärkomitee
  in  Osterreich  ist  Hülfsorgan
  des  Neichsrriegsministeriums  und  hat
den  Zweck  der  Artiller  ieprüfungskommission
  in  Deutschland.  Es  zerfällt
in:  eine  Artillerie-,  Genie-,  Intendanz=  und
technologische  Sektion,  leitet  den  Vorbereitungskurs
  für  Stabsoffizieraspiranten
der  Artillerie,  die  Schießschule  2c.  und  besteht
  aus:  1  General  als  Präses,  15  Stabsoffizieren,
  20  Hauptleuten,  7  Leutnants,
3  Intendanturbeamten  2c.  und  143  Mannschaften.
  Vom  Technischen  und  administrativen
  Militärkomitee  zu  Wien  wird  eine
ehr  zu  schätzende  Monatsschrift:=  Mitteilungen
  des  k.  k.  Technischen  und  administrativen
  Militärkomiteess,  herausgegeben.
Technische  Truppen  werden  häufig  die
Pioniere  (Genietruppen  andrer  Länder)
genaunt  und  ihnen  auch  zuweilen  die  Artillerie
  zugerechnet,  weil  beide  auch  das
technische,  die  andern  Wafsen  ausschließlich
  das  taktische  Gebiet  vertreten.
Telemeter,  ein  von  Le  Boulengt
erfundenes  Instrument  #m  Messen  der
Entfernung  feindlicher  Batterien  durch
die  Zeit,  welche  vom  Aufblitzen  des  Schusses
  bis  zum  Hören  des  Knalles  verstreicht;
es  besteht  aus  einer  in  Grade  geteilten,
an  beiden  Enden  geschlossenen  und  mit
Ather  gefüllten  Gkasröhre,  in  welchem
ein  Schwimmer  aus  Silberblech  langsam
niedersinkt,  wenn  das  T.  senkrecht  gehalten
  wird.  Man  stellt  das  Instrument  mit
dem  auf  Null  stehenden  Schwimmer  in
dem  Augenblick  senkrecht,  in  dem  man  den
Schußaufblitzen  sieht,  und  beobachtet,  welchen

  Punkt  der  Skala  der  Schwimmer
erreicht  hat,  wenn  man  den  Knall  hört.
Tempieren,  die  Brennzeit  der  Zünder
für  bestimmte  Flugzeiten  oder  Schußweiten
  so  begrenzen,  daß  die  Sprengladung  in
einem  bestimmten  Punkte  der  Flugbahn
entzündet  wird  und  so  das  Geschoß  sprengt.
Die  hölzernen  Säulenzünder  werden  durch
Absägen  auf  eine  bestimmte  Brennlänge
Febracht,  die  Ringzünder  durch  Drehen
ihres  Satzstücks  nach  den  auf  denselben
angebrachten  Tempierzeichen  (Skala)
und  der  Marke  am  Zünderteller,  der
Schußweite  oder  Brennzeit  entsprechend,
eingestellt.  Man  bedient  sich  hierzu  des
Stellschlüssels  (früher  Tempierschlüssel
  genannt),  der  mit  zwei  Zapfen
in  die  Stellmutter  oder  das  Satzstück  einreift;
  Tempierring,  Tempierloch,
|  ünder  (S.  379).
empo  regelt  die  Marschgeschwindigkeit
  der  Truppen  zu  Fuß  durch  die  Besiimmunz.
  wie  viele  Schritte  in  einer
Minute  bei  den  verschiedenen  Bewegunen
  Lrückzulegen  sind,  und  welche  Länge
er  Schritt  hierbei  haben  soll.  Die  )  l
der  Schritte  in  1  Minute  ist  in  frühern
Zeiten  nicht  immer  dieselbe  gewesen:
im  18.  Jahrh.  hatte  man  einen  Ordinärschritt
  zu  80  und  einen  Dublierschritt
  zu  140  Schritt  in  1  Minute,  den
Schritt  aber  nur  zu  63  cm  gerechnet.
Durch  das  preußische  Exerzierreglement
von  1847  wurden  108  Schritt  für  den
gewöhnlichen  Marsch,  120  Schritt  für
en  Bajonettangriff,  den  Schrikt  zu  75  em
gängewor  eschrieben.  Gegenwärtig  beträgt
das  T.  112  Schritt  im  Marsch,  120  Schritt
beim  Bajonettangriff;  der  Schritt  aber  ist
80  cm  lang.  —  Für  die  österreichische  Infanterie
  sind  115—118  Schritt  zu  75  cm
im  gewöhnlichen  Marsch,  125  —  130  im
Schuellschritt  und  150—  160  im  Laufschritt
  vorgeschrieben.  T.  bei  der  Kavallerie,
  s.  Gangarten.  (Vgl.  Schritt.)
Temporärinvaliden,  s.  Versorgung
  der  Militärpersonen.
Teuaillentracé  (pr.  näljentraßeh)  hat
eine  Grundrißform,  in  der  stets  ein  einspringender
  mit  einem  ausspringenden
Winkel  abwechselt.  Einen  solchen,  durch
zwei  Facen  gebildeten  ausspringenden