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für  glatte  12  und  15  cm  Kanonen  als
Demontiergeschosseeingeführt,  waren
außen  mit  tiefen  Ringen  versehene  cylindrische
  Geschosse  mit  einer  Höhlung  im
hintern  Teil,  von  welcher  nach  vorwärts
durch  den  massiven  Kopf  spiralförmig  vier
Löcher  führten.  Die  durch  sie  hbindurchströmenden
  Pulvergase  bewirkten  eine
Drehung  um  die  Längenachse.  Die  T.
waren  1½  Kaliber  lang,  1/2  Kugel  schwer.
Mit  denglatten  Geschützen  schieden  sie  aus.

Türkel.  Heerwesen.  Nachdem  Koran
ist  jeder  wehrfähige  Mohammedaner  zum
Religionskrieg  gegen  die  Ungläubigen  verpflichtet;wenn
  derweind  in  muselmanisches
Gebiet  einfällt,  müssen  alle  Gläubigen,
selbst  die  Franen,  sich  zum  eheiligen  Kriegerheben.
  Diese  Religionssatzungen  waren
bestimmend  für  die  kriegerische  Entwickelung
  des  türkischen  Reichs.  Zeitgemäße
Reformen  sind  erst  in  diesem  Jahrhundert
versucht  worden  undließen  sich  nur  mit  vielen

  Kämpfen  durchsetzen.  Die  neuesten  Reformen

  wurden  1869  begonnen  und  sollten
1878ihren  Abschluß  finden.  Nach  ihnen  beginnt
  die  Wehrpflicht  mit  dem  20.  Jahr
und  dauert  20  Jahre,  davon  4  (Kavallerie
und  Specialwassen  5)  bei  der  Fahne,  2,
beziehentlich  1  Jahr  bei  der  Reserve,  3  in
jedem  der  beiden  Aufgebote  der  Landwehr,
8  Jahre  beim  Landsturm  die  Stellvertretung
  wurde  auf  die  aktive  Armee,  den
Ni  ß  am,  beschränkt;  die  Ungläubigen  sind
on  Loskauf  gegen  eine  Kriegssteuer  von

—1000  Mark  gewungen,  Die  Armee
besteht  aus  dem  Nisam  (aktive  Armee),
Ihtiiath(Reserve),  Redi  1  e  (Landwehr)
ersten  und  zweiten  Aufgebots  und  dem
Landsturm  Mustahs  .  Die  Armee
gliedert  sich  in  7  Armeekorps,  deren  jedes
aus  6  Infanterieregimentern  à  3  Bataillone
  zu  8  Kompanien,  6  Jägerbataillonen
à  8  Kompanien,  4  Kavallerieregimentern
à  6  Eskadrons,  1  Artillerieregiment  à  14
Balterien  (3  reitende,  9  Fuß-,  1  Gebirgsund
  1  Mitrailleusenbatterie),  1  Sappeurkompanie
  besteht,  zusammen  143  Bataillone
  Infanterie,  45  Bataillone  Jäger,  31
Regimenter  Kavallerie,  7  Regimenter  Artillerie,
  7  Kompanien  Sappeure;  nicht  im
Korpsverbaud  befinden  sich:  1  Ne  iment
Reserweartillerie,  7  Regimenter  Küsten-Türkei

  (Heeresorganisation).

und  Festungsartillerie,  5  selbstäudige  Bataillone,
  17  lokale  Artillerieabteilungen,  4
Bataillone  Genic-,  2  Regimenter  Verwaltungstrupxpen,
  65  Bataillone  Gendarmerie
  bsammen  Nisam:  220,000  Mamt,
46,0(U0  Pferde,  672  Geschütze.  Thatsächlich
  aber  reicht  die  Reserve  nicht  aus,  um
die  Cadres  auf  diese  Etatsstärke  zu  füllen.
Die  Landwehr  soll  in  jedem  Aufgebot  45
Regimenter  à  4  Bataillone  formieren.  Der
Landsturm  besteht  meist  aus  irregulären
Truppen  (Tscherkessen,  Baschi-Bozuks,
Spahis).  Agypten  soll  bestimmungsmäßig
  17,000  Mann,  2000  Pferde,  24  Geschütze,
  Tunis  3000  Mann,  1000  Pferde,
8  Geschütze  für  die  T.  bereit  halten.

Im  August  1880  hat  der  Sultan  einen
Reorgauisationsplan  der  Armee
genehmigt,  nach  welchem  die  Wehrmacht
in  die  aktive  (Nisam),  die  erste  und
zweite  Reservearmee  (Redife)  und
den  Landsturm  (Mustahfis)  zerfällt.
Die  Dienstzeit  bei  der  Fahne  ist  auf
3  Jahre  für  Infanterie  und  Schützen,  auf
4  bei  den  übrigen  Waffen  festgesetzt.  Das
ganze  türkische  Reich  wird  in  7  Ordu,
jeder  Ordu  in  8  Rekrutierungsbezirke  geteilt.
  Jeder  der  Ordu  1I—VI  siellt  1  aktives
  und  je  1  Armeekorps  der  ersten  und
zweiten  Redifeklasse  auf;  der  Ordu  VII
formiert  nur  Truppen  für  den  Lokaldienst
und  zwar  für  Arabien  32,  für  Kreta  17
und  für  Tripolis  3  Bataillone  und  5  Eskadrons.
  Landsturm  wird  nach  Bedarf
sormiert.  Jedes  der  so  gebildeten  18  Armeekorps
  besteht  aus  2  Infanteriedivisionen
  zu  2  Brigaden  à  2  Regimenter,  1
Schützenbataillon,  1  Kavalleriedivision  zu
2  Brigaden  à  3  Regimenter,  1  Feldartillerieregiment
  zꝛ  4Bataillonen,  1  Pionierund
  1  Trainbataillon.  Die  Infanterieregimenter
  haben  4  Bataillone,  die  Kavallerieregimenter
  5  Eskadrons;  die  4.
Bataillone  und  5.  Eskadrons  bilden  die
Depots.  Jedes  Bataillon  hat  4  Kompanien,
  bei  der  Artillerie  4  Batterien.  1  Artilleriebataillon
  ist  Gebirgsartillerie  mit
7  em  Geschützen,  bei  den  andern  3  Bataillonen
  ist  die  1.  Batterie  reitende  mit
8  cm,  die  2.  und  3.  fahrende  mit  9  cm,
die  4.  fahrende  mit  8  em  Geschützen,  meistens
  Kruppschen  Gußstahlkanonen,  durch