370  Visierblendung
liegende  Visierlinie  an.  Einen  über
Standvisier  (Stöckel)  und  Korn  gerichteten
  Schuß  nenut  man  Visier=  oder
Kernschuß,  er  reicht  beim  Infanterie-#eehr
  M/71  auf  260  m.  Eine  solche
Visierung  ist  aber  nur  für  Pistolen  und
Revolver  ausreichend,  die  Gewehre  bedürfen
  bei  ihrer  großen  Tragweite,  ähnlich
den  Geschützen,  eines  Erhöhungsvisiers,
mittelst  dessen  man  die  gewissen  Entfernungen
  entsprechende  Erhöhung  den  Waffen
  geben  kaun.  Es  besteht  beim  Gewehr
M71  aus  einer  kleinen  Klappe  mit  einem
Kernschuß  auf  300  m  und  einer  Schieberklappe,
  vor  dem  V  stehend,  die  mit
aus  c,ogenem  Schieber  eine  Einteilung
bis  O26  m  trãgt.  Für  die  zwischenliegenden
  Entfernungen  muß  der  Visierpunkt,

  nach  dem  gezielt  wird,  höher  oder  M

tieser  gelegt  werden,  welche  Angaben  in  der
Haltetabelle  aufgeführt  sind.  —  Fast
jedes  Land  hat  seine  eigne  Art  von  Erhöhungsvisier.
  Beim  Quadranten=  und
Gabelovisier  sleht  auf  dem  Lauf  ein  Viertelskreis,
  dessen  Seitenflächen  in  Grade,
die  gewissen  Entfernungen  eutsprechen,
geteilt  sind.  Die  in  dem  Kreismittelpunkt
um  ein  Scharnier  drehbare  Klappe  mit
Kimme  wird  nach  der  Gradeinteilung  gestellt.
  Bei  dem  englischen  Treppen-oder
Whitworth-Bisier  ist  die  Klappe  an
den  Seiten  treppenförmig  gestaltet;  die
Stufen  entsprechen  bestimmten  Entfernungen;
  außerdem  ist  auf  der  Klappe  ein
Schieber  beweglich  und  für  die  einzelnen
Entfernungen  einzustellen.

Visierblendung,  ein  an  der  vordern
Fläche  mit  Holz  bedeckter  Stahlschild  mit
Visierschlitz  und  gebogener  Fußplatte  zum
Ausstellen  auf  das  Geschützrohr  und  Festbinden
  auf  demselben  mittelst  Bindestricke.
Die  V.  soll  den  Richtenden  gegen  Gewehrfeuer
  schützen.

Vogelzunge,  eine  flache  Schaufel  an
langer  Stange,  die  zum  Entladen  glatter
Vorderladerkanonen  diente.

Volksbewaffnung,  die  Wehrhaftmachung
  des  ganzen  streitbaren  Volks,  kann
nur  auf  der  Grundlage  militärischer  Organisation,
  Bewasfnung  und  Ausbildung
auf  einen  wirklichen  kricgerischen  Erfolg
ohne  außerordentliche  Opfer  an  Menschen-—

  Vorposten.

leben  rechnen,  wie  in  neuester  Zeit  der
amerikanische  Bürgerkrieg  und  der  Krieg
1870/71  in  Frankreich  die  Folgen  der
Nichtbeachtung  dieser  Grundsätze  gezeigt
haben.  Eine  V.  muß  deshalb  die  allgemeine
  Wehrpflicht  zur  Voraussetzung
haben,  die  allein  ein  wirkliches  Volksheer
u  schaffen  imstande  ist.  Man  wird  dader
  in  den  Frutigen  Kulturstaaten  unter
V.  nur  die  militärisch  organisierten  Formationen,
  das  stehende  Heer,  die  Landwehr
und  den  Landsturm,  zu  verstehen  haben.
Lespüti,  s.  Metallstärke.
Völlige  Sappe,  s.  Sappe.
Vollkugeln,  die  Geschosse  glatter  Geschügze,
  welche  keine  Höhlung  hatten,  auch
Stück=  oder  Paßkugeln  genannt.
Gifsstakelage  (pr.  lahsch),  s.

ast.

Voltigeurs  (Ir.  woltischöhrs),  leichte  Infanterie,
  von  Napoleon  I.  1804  eingeführt,
  als  er  das  Maß  der  Mannschaft  bedeutend
  herabsetzte  und  aus  den  kleinen
Leuten  bei  jedem  Bataillon  eine  Voltigeurkompanie
  als  Elitetruppe  bildete.  1868
wurden  die  V.  bis  auf  4  Voltigeurregimenter
  der  Garde  ausgelöst,  mit  der  sie
1870  verschwunden  sind.

Vordergewicht,  s.  Hintergewicht.

Vorderlader,  die  im  Gegensatz  zu
den  Hinterladern  von  der  Mündung  aus
zu  ladenden  Feuerwaffen;  s.  Geschütze,
Handseuerwaffen.

Vorderpferde,  das  vorderste  Pferdepaar
  bei  einem  mit  vier  oder  sechs  Pferden
  bespannten  Fahrzeug.  Weil  bei  den
Wendungen  die  V.  die  längsten  Wege  zurücklegen
  und  die  schnellsten  Bewegungen.
ausführen  müssen,  so  nimmt  man  die
Köbten  und  gewandtesten  Pferde  als  V.

er  auf  dem  Vordersattelpferd  sitzende
Fahrer  heißt  Vorderreiter.

Vorhut,  s.  Avantgarde,  Sicherungsdienst.


Vormeister.  Die  Munitionsvormeister
  im  Gefreitenrang  in  der  österreichischen
  Artillerie  haben  die  Nr.  1  am
Geschütz,  Einsetzen  von  Geschoß  und  Ladung:
  die  Geschützvormeister  im  Korporalsrang
  haben  als  Nr.  3  das  Geschütz
zu  richten.  «
BotpoflemLStchekungsbiensL