Wagenburg  —  Wasserschuß.

Munitions-,  Munitionstrausport-,  Proviant-,
  Pontonwagen  (Hakett),  Leiterwagen
  2c.  öll.  Angespann.

Wagenburg.  Dadurch,  daß  im  Mittelalter
  jeder  Aufgebotene  auf  gewisse  Zeit
sich  mit  Lebensmitteln  versorgen  mußte,
waren  für  die  Heere  eine  sehr  große  Zahl
von  Proviantwagenerforderlich,  auf  denen
auch  die  Weiber  und  Kinder  Unterkommen
fanden.  Die  Zahl  der  Wagen  wurde  aber
auch  durch  die  Mitführung  der  schweren
Rüstungsstücke  sowie  des  Schanzzeugs
vermehrt.  Diese  Wagen,  gleichzeitig  zur
Verteidigung  dienend,  uns-  lofen,  einer
wandelnden  Festung  gleich,  das  Heer  auf
dem  Marsch  und  im  Lager.  Im  letztern
Fall  bildeten  sie  die  eigentliche  W.  und
waren  hier  von  einem  3  m  tiefen  Graben
umgeben;  die  aus  ihm  gewonnene  Erde
wurde  zu  einer,  zuweilen  auch  zwei  Brustwehren
  ausgeworfen,  hinter  denen  die  Verteidiger
  Deckung  fanden.  Ein  besonders
kriegserfahrener  Ritter  war  als  oberster
Wagenmeister  Kommandant  der  W.
Mäser  in  der  Einrichtung  und  Anwendung
  der  W.  waren  die  Hussiten;  ihnen
verdanken  sie  zum  großen  Teil  ihre  bedeutenden
  Erfolge.

Wagenhaus,  ein  zur  Aufbewahrung
von  Geschützen  und  sonstigen  Kriegsfahrzeugen
  dienendes  Gebäude,  das  hierzu  mit
besondern  Einrichtungen  zum  Aufstellen,
als  Artilleriewagenhaus  auch  mit  Fahrstühlen
  zum  Heben  der  Fahrzeuge  in  die
obern  Stockwerke  sowie  mit  Laufkatzen
zum  Bewegen  von  Lasten  versehen  ist.

Wist  s.  Wagenburg.

Wall,  der  Hauptteil  von  Festungen,
welcher  oben  die  Brustwehr  und  dahinter
den  Wallgang  trägt.  In  dem  Wallkörper
  liegen  die  bombensichern  Hohlbauten
  zur  Aufbewahrung  des  Verteidigungsmaterials
  wie  auch  die  Wohnräume
für  das  Verteidigungspersonal.  Der
Hauptwall  ist  in  der  Regel  der  innerste
W.  einer  Festung  (s.  d.).  «

Wallbüchse,  Handfeuerwaffe  großen
Kalibers,  welche  beim  Angriff  und  bei  der
Verteidigung  von  Festungen  gebraucht
Wurde,  aber  ihrer  Unhandlichkeit  und  geringen
  Überlegenheit  über  die  neuen  Handfeuerwassen
  wegen  ausgeschieden  ist.

373

Wallgang

Wal  2  s.  Wall.

Walllampe,  ein  aus  Eisenstäben  gefertigter
  Korb,  der  mittelst  Kette  an  einer
Stange  hängt  und  zur  Aufnahme  eines
Feuerballens  oder  einer  Leuchtfackel  dient,
um  Eskarpe  oder  Graben  zu  erleuchten.

Wallmeister,  im  Feldwebelsrang  steheude
  Personen  des  Soldatenstands  bei
den  Fortifikationsbehörden,  bei  denen  sie
zur  Verwaltung  von  Materialienbeständen,
  Beaufsichtigung  von  Festungswerken
und  der  in  diesen  vorzunehmenden  fortifikatorischen
  Arbeiten  sowie  im  Büreaubiens
  inate  zoehin.

alzenkörnmaschine

Walzenpresse  s.  Pulver.

Wälzkorb,  s.  v.  w.  Rollkorb  (s.  d.).

Wandelturm,  s.  v.  w.  Ebenhöch  (s.  d.).

Wanten,  s.  Ma  st.

Wänzl-Verschluß,  s.  Handfeuerwaffen
  (S.  178).

Warmgeschmolzenzeug,  s.  Geschmolheuzeng.


asserbeutel,  s.  Wasserschuß.
Wasserlinie,  diejenige  Linie  am  Schiffskörper,
  in  welcher  Luft  und  Wasser  sich  berühren;
  die  höhere  oder  tiefere  Lage  derselben
  ergibt  sich  aus  der  Belastung  des
Schiffs  und  dem  specifischen  Gewicht  des
Wassers.  Eine  gewisse  Eintauchung  des
Schiffs  ist  für  seine  Segelfähigkeit  erforderlich;
  diejenige  W.,  bis  zu  welcher  die
Eintauchung  am  günstigsten  ist,  und  die
der  Konstruktion  zu  Grunde  liegt,  heißt
die  Normalwasserlinie.
Wassermanöver  (oder  Schleusen--spiel)
  ist  das  Füllen  der  Festungsgräben
mit  Wasser  und  das  Wiederablassen  desselben
  zu  bestimmter  Zeit  mittelst  der  Auslaßschleuse,
  was  zuweilen  geschieht,  um  den
Feind  in  der  Ausführung  von  Angriffsarbeiten
  im  Graben  zu  verhindern.
Wasserschuß  dient  zum  Reinigen  der
Seele  gezogener  Geschützrohre  von  Blei
und  Pulverrückständen.  Zu  diesem  Zweck
wird  zunächst  ein  Wergpfropf  so  weit  in
den  Ladungsraum  fest  eingesetzt,  daß  die
Kartusche  mit  voller  Ladung  noch  Platz
hat.  Nachdem  das  Bodenstück  möglichst  tief
gesenkt  worden,  wird  Wasser  in  die  Mündung
  egossen  undsogleich  abgeseuert.  Beim